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Thema: Walter Röhrl im Interview

  1. #11
    Senior Member Avatar von Lancia_037_Rally
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    Minga
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    AW: Walter Röhrl im Interview

    Ich Stimme dir vollkommen zu. Ich mag deinen Käse

    Schaut euch am WE mal an was da in der WRC2 abgeht. Viele junge Talente die einfach kämpfen.
    Wär halt cool wenn man die R5 einfach über die Ladeluft und Motormanagement zu WRCs macht und das über die Leistung in den Wettbewerben macht (Das z.B. ein Kopecky als WRC2-Weltmeister mit mehr Power bei den großen weitermacht.).

    Generell muss ich sagen wenn ich seh wie sich DTM, F1, RX usw. entwickelt haben, können wir doch froh sein was heute an Autos in der WRC fährt.
    Mir macht es jedenfalls Spaß...
    106Rallye, 16vtrainer, J.-M. und 1 anderen gefällt das.
    Rallye Monte Carlo 2020
    https://youtu.be/OC4iJxv-Ewc

  2. #12
    Andi Lugauer
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    AW: Walter Röhrl im Interview

    Zitat Zitat von J.-M. Beitrag anzeigen
    In einem Punkt muss ich Dir allerdings widersprechen, ein Gruppe A Impreza so ab Mitte der 90ziger wie Sainz und McRae ihn gefahren haben fand ich alles andere als lau, schon vom Sound her. Gruss Jörg
    Vereinzelt mag es ein paar ordentliche Dampfhämmer unter den Gruppe A-Autos gegeben haben, das stimmt schon. Der Subaru Impreza Gr. A ist auch schon in die Zeit hineingefallen, wo man nur mehr 2500 Exemplare herstellen mußte, das hat die Gestaltungsmöglichkeiten in Richtung Competition zusätzlich ein wenig verbessert. Mein liebstes Gruppe A-Auto ist allerdings der Nissan Sunny GTi-R (obwohl noch ein Gruppe A-Auto vom alten Schlag). Und waren nicht auch der BMW M3 und der Mercedes 190 2,3 E 16V, wie ihn etwa Reinhold Fricker auf die Piste geschickt hat, reinrassige Gruppe A-Fahrzeuge?

    Auch aus dem Capri, dem Mazda RX-7 oder dem Manta 200 (von denen es durchaus Gruppe A-Ausführungen gab) hätte man ein bißchen etwas machen können, aber die bewegten sich sehr auf Sparflamme.

    Man könnte auch darüber reden, die Karosserien der Vierrad-Rallyewagen auf Serienstandard zu belassen oder nur geringfügige Änderungen zuzulassen - und dafür den 2WD's breitere Spuren und Kotflügel zu erlauben. Und damit beide Kategorien in ihrer Performance etwas zusammenzuführen und das Ganze spannender und abwechslungsreicher zu gestalten. Der Möglichkeiten, dem Rallyesport wieder mehr Leben einzuhauchen, gäbe es wohl einige. Momentan wirkt Alles ziemlich ranzig.

    Zitat Zitat von Lancia_037_Rally Beitrag anzeigen
    Generell muss ich sagen wenn ich seh wie sich DTM, F1, RX usw. entwickelt haben, können wir doch froh sein was heute an Autos in der WRC fährt.
    Mir macht es jedenfalls Spaß...
    Daß es Dir Spaß macht, freut mich für Dich. Auch wenn für mich persönlich dabei ein wenig Wehmut mitschwingt.

    Mir fehlt einfach schon zu viel von dem, was das grundlegende Wesen und den Reiz des Rallyesports ausmacht. Man kann sich bei der Gestaltung einer Sportdisziplin ja auch an den Positiv-Beispielen orientieren. Nicht nur an den Negativ-Beispielen. Und wenn man die aktuell räumlich nicht findet, dann zumindest zeitlich. Man kann ja verschiedene Epochen des Rallyesports miteinander vergleichen und sich einen Überblick davon verschaffen: Was hat gut funktioniert, was weniger gut, wo wäre ein Mittelweg zwischen verschiedenen Lösungen sinnvoll - und Vieles mehr. Dazu ein paar neue Experimente und Ideen, und es klappt mit Sicherheit. Wer sagt denn, daß man eine Fehlentscheidung nicht korrigieren kann (wozu ich im Moment allerdings sehr wenig Willen erkennen kann).

    Man sieht halt aktuell besonders stark, was dabei herauskommt, wenn Menschen das Profil des Sports festlegen, die nur am schnellen Abkassieren interessiert sind, aber zum Sport denkbar wenig Bezug haben. Für ein gutes Produkt sollen die Macher gut belohnt werden. Da habe ich nichts dagegen. Aber nur saugen und saugen und dabei überhaupt keine Rücksicht auf die Zukunftsperspektive nehmen von dem kulturell durchaus wertvollen Objekt, das man verwaltet: Das kotzt mich an. Und zwar gewaltig.

  3. #13
    Senior Member Avatar von nova
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    AW: Walter Röhrl im Interview

    Wenn auch was Offtopic, aber was gefällt dir denn am derzeitigen Wettkampf nicht? Die letzten beiden Jahre waren so spannend wie die letzte 20 nicht zusammen. 98 war das letzte Jahr wo es auch wirklich spannend her ging. Aber denke die letzten beiden Jahre waren schon sehr Unterhaltsam. Vom Spannungsbogen hat sich die WRC jedenfalls zum guten entwickelt, wie ich finde.

  4. #14
    Senior Member Avatar von J.-M.
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    AW: Walter Röhrl im Interview

    @nova - du hast natürlich Recht, die letzten zwei Jahre waren alles andere als langweilig und man konnte nie vorher sagen wer die nächste Rallye gewinnt. Und spektakulär und schnell sind sie auch, keine Frage, an der Mosel dieses Jahr war bei mir schon Gänsehaut angesagt. Aber der Verlauf nimmt jetzt wieder Züge von damals an, die Gruppe4 Autos Ende der 70ziger, Anfang der 80ziger waren quasi optisch und motorisch aufgemotzte Strassenautos von der Stange, war damals irgenwann zu langweilig, dann kam Gruppe B, wahnsinnig spektakulär, sehr schnell aber auch gefährlich (wie wir alle wissen), die Kosten explodierten bis alles aus dem Ruder lief und dann Gruppe A, alles wieder näher an der Serie. Und - hat sich damals gut entwickelt. Ich(meine Meinung !) finde es immer gut wenn sich der Zuschauer der Rallye oder Rennen guckt sich mit dem Autos was er da sieht sich identifizieren kann. Beispiel DTM in den achtziger und neunziger Jahren, da fuhren 190ziger, M3, Sierra Cosworth mit wo man sich alleine an der Form schon mit seinem 3er auf dem Parkplatz identifizieren konnte, heute ist die DTM qusi zu eine Silouetten Formel verkommen genauso wie in den Staaten die NASCAR Autos. An der Dachform kann man noch erkennen was es sein soll, aber darunter ? Warum wohl haben die ganzen historischen Veranstaltungen so einen Zulauf. Ich freu mich auf eine lebhafte Diskussion, Gruss Jörg

  5. #15
    Andi Lugauer
    Gast

    AW: Walter Röhrl im Interview

    Zitat Zitat von nova Beitrag anzeigen
    Wenn auch was Offtopic, aber was gefällt dir denn am derzeitigen Wettkampf nicht? Die letzten beiden Jahre waren so spannend wie die letzte 20 nicht zusammen. 98 war das letzte Jahr wo es auch wirklich spannend her ging. Aber denke die letzten beiden Jahre waren schon sehr Unterhaltsam. Vom Spannungsbogen hat sich die WRC jedenfalls zum guten entwickelt, wie ich finde.
    In diesem Bereich mag sich im Rallyesport sehr viel gebessert haben, da stimme ich Dir zu. Ich habe selber immer wieder eingeräumt, daß der Spannungslevel und die vertretene sportliche Klasse in der Rallye-Weltmeisterschaft der letzten beiden Jahre auffallend top wären. Das ist das Eine.

    Wir haben aber auch:

    - Eine (aus meiner Sicht) drückende Monotonie bei den Fahrzeugen hinsichtlich Optik und Technik, und zwar in allen Klassen (Ausnahme: RGT). Für mich atmosphärisch ein klares Defizit (gleiches Aussehen, gleicher Klang, gleicher Fahrstil usw.).
    - Daraus (bzw. aus den technischen Vorgaben) resultierend: Einen eklatanten technologischen Stillstand.
    - Immer kürzere und langweiligere Rallyes (Stichwort: Kein Asphalt-Schotter-Wechsel erlaubt).
    - Aus all dem resultierend: Sinkendes Interesse am Rallyesport im Allgemeinen (somit auch: Medien und Sponsoren betreffend...fragt den Malcolm Wilson!)
    - Daraus ebenfalls resultierend: Steigende Kosten in allen Kategorien, von WRC bis R1 bzw. RC5 (weil die Technik ja unter diesen Voraussetzungen besonders ausgereizt wird).
    - Daraus resultierend: Schwerwiegende Nachteile für den Breitensport.
    - Daraus resultierend: Zunehmend größere Hindernisse für Jungtalente, die finanziell und hinsichtlich ihrer "Beziehungen" eher auf volkstümlichem Level liegen.
    - Alles in Allem: Schwierigere und unattraktivere Bedingungen für alle Beteiligte (speziell die eigentlichen Leistungsträger des Sports wie Teilnehmer, Veranstalter oder Funktionäre), eklatante Substanzverluste für den Sport als solchen.

    Für mich sind das Gründe genug, um zu sagen: Eine Umorientierung in der Ausrichtung des Rallyesports im Kern wäre dringend angebracht.

    Es tut mir leid, wenn ich hier etwas Bekanntes wiederholt habe, aber für mich gehört es sich, auf eine Frage zu antworten.

    Und ich denke, daß diese Dinge auch dem Walter Röhrl nicht egal sind. Womit wir wieder zurück beim Thema wären.
    konrad-mueller und J.-M. gefällt das.

  6. #16
    Senior Member Avatar von vevesse
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    AW: Walter Röhrl im Interview

    Zitat Zitat von J.-M. Beitrag anzeigen
    @nova - du hast natürlich Recht, die letzten zwei Jahre waren alles andere als langweilig und man konnte nie vorher sagen wer die nächste Rallye gewinnt. Und spektakulär und schnell sind sie auch, keine Frage, an der Mosel dieses Jahr war bei mir schon Gänsehaut angesagt. Aber der Verlauf nimmt jetzt wieder Züge von damals an, die Gruppe4 Autos Ende der 70ziger, Anfang der 80ziger waren quasi optisch und motorisch aufgemotzte Strassenautos von der Stange, war damals irgenwann zu langweilig, dann kam Gruppe B, wahnsinnig spektakulär, sehr schnell aber auch gefährlich (wie wir alle wissen), die Kosten explodierten bis alles aus dem Ruder lief und dann Gruppe A, alles wieder näher an der Serie. Und - hat sich damals gut entwickelt. Ich(meine Meinung !) finde es immer gut wenn sich der Zuschauer der Rallye oder Rennen guckt sich mit dem Autos was er da sieht sich identifizieren kann. Beispiel DTM in den achtziger und neunziger Jahren, da fuhren 190ziger, M3, Sierra Cosworth mit wo man sich alleine an der Form schon mit seinem 3er auf dem Parkplatz identifizieren konnte, heute ist die DTM qusi zu eine Silouetten Formel verkommen genauso wie in den Staaten die NASCAR Autos. An der Dachform kann man noch erkennen was es sein soll, aber darunter ? Warum wohl haben die ganzen historischen Veranstaltungen so einen Zulauf. Ich freu mich auf eine lebhafte Diskussion, Gruss Jörg
    Leider hat man mit der Gruppe A auch Rallye-Klassiker wie Porsche 911, Renault Alpine oder Nissan ZX aussortiert. Die hätte man als Sauger mit einer angetriebenen Achse weiter leben lassen können.
    Man bekommt den Jungen aus dem Dorf, aber nicht das Dorf aus dem Jungen...

  7. #17
    Member Avatar von Head
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    AW: Walter Röhrl im Interview

    Also ganz einfach , die WRC von 2016 mit der Technik von Heute oder wie oder was , oder ... oder am besten in die alten Gruppe A Autos ? ..... ich finde die Toiletta auch nicht schön, aber wir sollten froh sein das es ES gibt, also nich soviel nölen, mehr genießen, irgendwann ist die Gruppe B 2.0 wieder weg !!
    WRC1 und zores gefällt das.

  8. #18
    Andi Lugauer
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    AW: Walter Röhrl im Interview

    Zitat Zitat von vevesse Beitrag anzeigen
    Leider hat man mit der Gruppe A auch Rallye-Klassiker wie Porsche 911, Renault Alpine oder Nissan ZX aussortiert. Die hätte man als Sauger mit einer angetriebenen Achse weiter leben lassen können.
    Das sind die Infos, auf die ich Wert lege!

    Mazda 323 4WD oder Lancia Delta HF statt Manta 400: Das ist wie Rick Astley statt Jimi Hendrix. Oder so, wie wenn ich statt Sebastien Ogier ein WRC steuere (na ja, nicht ganz so schlimm...). Effizienz hin oder her. Rallyesport lebt auch sehr viel vom Atmosphärischen, vom Gefühlsnerv, den er bei den Leuten trifft.

    Aber das ist es, was ich mit "lau" meine. Mir sind die bunten Hunde unter den Rallyewagen am Liebsten. Was habe ich mich gefreut, als unter den damals zeitgenössischen Ford Escort Cosworth ein Mercedes 190 bei der Semperit-Rallye aufgetaucht ist. 

    Andererseits beeindruckt es mich auch sehr, wenn ein total bieder wirkender Rallyewagen die heißen Öfen aufmischt. Ich nenne nur zwei Namen: Saab 96, Skoda Favorit. Wie Raimund Baumschlager bei der Jänner-Rallye ’04 die tschechischen World Rally Car-Piloten mit einem vergleichsweise schlichten Mitsubishi Lancer alt aussehen hat lassen, und wie teilweise auch die österreichischen Gruppe N-Piloten die tschechische WRC-Elite gesprengt haben, das hatte auch etwas. Was uns wieder zu dem Thema „Reiz der Vielfalt“ hinführt.

    @Distler:

    Glaubst Du, mich nervt es nicht, immer wieder dieselben Probleme anzusprechen?

    Es ist nun einmal nicht zu leugnen, daß aktuell Einiges im Rallyesport in die falsche Richtung läuft. Viel zu viel, um ehrlich zu sein. Und daß es dabei unzählige Leidtragende gibt. Abgesehen von Denjenigen, die aus einem taktischen Kalkül heraus Alles schönreden, kann mir keiner von den echten Fans erzählen, daß ihnen die gegenwärtigen Entwicklungen keinen Kummer bereiten. Von verschiedensten Sportlern et cetera ganz zu schweigen. Und schließlich und endlich: Es geht vor Allem darum, wie es in der Zeit um den Rallyesport bestellt ist, die vor uns liegt. Denn ich will mich lieber auf eine gute, von Spaß und freudigen Überraschungen geprägte Zukunft freuen können, anstatt Angst davor haben zu müssen, was noch Alles den Bach hinuntergehen wird. Da ist eine auf das Wohlwollen des gesamten Sports orientierte Planungsarbeit das Um und Auf. Nur auf gut Glück nach vorne schauen – das ist zu wenig.

  9. #19
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    AW: Walter Röhrl im Interview

    Zitat Zitat von J.-M. Beitrag anzeigen
    @nova - Ich(meine Meinung !) finde es immer gut wenn sich der Zuschauer der Rallye oder Rennen guckt sich mit dem Autos was er da sieht sich identifizieren kann. Beispiel DTM in den achtziger und neunziger Jahren, da fuhren 190ziger, M3, Sierra Cosworth mit wo man sich alleine an der Form schon mit seinem 3er auf dem Parkplatz identifizieren konnte, heute ist die DTM qusi zu eine Silouetten Formel verkommen genauso wie in den Staaten die NASCAR Autos. An der Dachform kann man noch erkennen was es sein soll, aber darunter ? Warum wohl haben die ganzen historischen Veranstaltungen so einen Zulauf.
    Da muss ich dir aus meiner Sichtweise widersprechen...
    Schauen wir mal auf die vermarktungstechnisch erfolgreichen Serien:
    Formel 1, DTM, WEC
    oder im Motorradsport die Moto GP...
    Da hat kaum ein Fahrzeug etwas mit der Serie auf der Straße zu tun, trotzdem sind die Serien erfolgreich und haben viele Fans. Die Identifikation erfolgt nicht über das Design der Fahrzeuge, sondern einfach über den Markennamen (oder eben über die Fahrer).
    Der historische Rallyesport ist aus meiner Sicht so erfolgreich, weil zu großen Teilen einfach spektakulärer gefahren wird. Hat bestimmt auch noch andere Gründe, aber das ist einer der Hauptgründe aus meiner Sicht.

    Zitat Zitat von Andi Lugauer Beitrag anzeigen
    - Eine (aus meiner Sicht) drückende Monotonie bei den Fahrzeugen hinsichtlich Optik und Technik, und zwar in allen Klassen (Ausnahme: RGT). Für mich atmosphärisch ein klares Defizit (gleiches Aussehen, gleicher Klang, gleicher Fahrstil usw.).
    - Daraus (bzw. aus den technischen Vorgaben) resultierend: Einen eklatanten technologischen Stillstand.
    - Immer kürzere und langweiligere Rallyes (Stichwort: Kein Asphalt-Schotter-Wechsel erlaubt).
    - Aus all dem resultierend: Sinkendes Interesse am Rallyesport im Allgemeinen (somit auch: Medien und Sponsoren betreffend...fragt den Malcolm Wilson!)
    - Daraus ebenfalls resultierend: Steigende Kosten in allen Kategorien, von WRC bis R1 bzw. RC5 (weil die Technik ja unter diesen Voraussetzungen besonders ausgereizt wird).
    - Daraus resultierend: Schwerwiegende Nachteile für den Breitensport.
    - Daraus resultierend: Zunehmend größere Hindernisse für Jungtalente, die finanziell und hinsichtlich ihrer "Beziehungen" eher auf volkstümlichem Level liegen.
    - Alles in Allem: Schwierigere und unattraktivere Bedingungen für alle Beteiligte (speziell die eigentlichen Leistungsträger des Sports wie Teilnehmer, Veranstalter oder Funktionäre), eklatante Substanzverluste für den Sport als solchen.
    Bei einigen Punkten muss ich auch dir widersprechen, bei anderen geb ich dir Recht (alles nicht kommentierte findet meine Zustimmung :-D)

    Technologischen Stillstand würde ich es nicht nennen. Es ist halt, wie Hyundai bereits im letzten Jahr sagte: Die Entwicklungssprünge finden heute nur noch im Zehntelbereich statt. Wer größere Sprünge macht, hat seinen Job in der Vergangenheit nicht gut gemacht.
    Es ist auch schwierig, ein Elektrofahrzeug oder andere alternative Antriebe in den aktuellen Wettbewerb zu schicken. Hier müsste erst mal entwickelt werden, und keiner gibt sich die Blöße, jahrelang hinterher zu fahren, nur um alternative Technologien zu probieren. Dafür ist die Nummer zu teuer.
    Und wie gut ein eigenständiger Wettbewerb für alternative Technologien angenommen wird, sieht man grad an der Entwicklung der WRX…..

    Sinkendes Interesse: Absolutes Nein!! Was der WRC Promoter da in den letzten zwei Jahren an Vermarktung rausgehauen hat, ist schon ne krasse Nummer. Die Kosten, die für eine ALLlive-Übertragung anfallen, will ich nicht mal schätzen. Wenn es überhaupt ein sinkendes Interesse gibt, dann in Deutschland (vielleicht auch in Österreich ). Das liegt aber auch an der aktuellen Situation der Automobilbranche.
    Ich bin sehr viel in Belgien unterwegs, war bis gestern bei der Monte. Von sinkendem Interesse nicht die geringste Spur! Auch bei den Sponsoren speziell für den Breitensport!

    Steigende Kosten ja, ich hoffe, dass die WRC das aushält.
    Bei den R5-Fahrzeugen nein. Mag sein, dass diese teurer sind als Fahrzeuge der Vergangenheit. Dafür haben wir bei nationalen Läufen nicht 3 oder 4 WRCs, wovon 1 oder 2 siegfähig sind. Sondern teilweise bis zu 35 R5-Fahrzeuge, die in der Theorie alle um den Sieg kämpfen können. In anderen Ländern geht es übrigens unglaublich schnell, den Nachwuchs in so ein Fahrzeug zu setzen
    Schauen wir mal (wieder) nach Belgien, Frankreich, Skandinavien… Die Jungs fahren zwei oder drei Saisons maximal in einem R2, danach hat man sich so gut präsentiert, dass der Sprung in den R5 logisch ist.

    Also alles in allem seh ich bei weitem nicht so schwarz. Die Entwicklung ist für mich in weiten Bereichen eine gute, weil die FIA für mich auch eine gute Marschrichtung vorgibt. Was die nationalen Verbände (ASNs) damit anstellen, steht auf einem anderen Blatt.
    HIER bestehen für mich die großen Unterschiede, und nicht in einer generellen Problematik für den Rallyesport.
    16vtrainer und Kave gefällt das.

  10. #20
    Andi Lugauer
    Gast

    AW: Walter Röhrl im Interview

    @Steff785:

    Grüß Dich, Kollege.

    Erst einmal vielen Dank, daß Du Dir so viel Mühe gemacht hast, gezielt auf das Fachliche einzugehen. Es ist mit Sicherheit so, daß wir (Du und ich) bei vielen Dingen das Gleiche denken. Es ist keine schlechte Absicht von mir, daß ich im Folgenden hauptsächlich die Punkte anspreche, wo ich die größten Diskrepanzen sehe.

    Ad "Technologischer Stillstand - ja/nein": Ich finde es geradezu kabarettreif, wenn behauptet wird, man könne bei den Rallyes keine gemischten Untergründe mehr fahren, und die maximale WP-Gesamtlänge dürfe 300 Kilometer nicht überschreiten, weil sonst der Einsatz von Low-Tech das Resultat wäre (was an sich schon reichlich weit hergeholt ist), und dann sind die R5-Wagen mit einem Allrad-System ausgerüstet, das primitiver ist als das von einem russischen Geländewagen der Ära Breschnew. Tut mir leid, aber da greife ich mir auf den Kopf.

    Bei den WRC-Wagen bis 2016 war es genau das Gleiche. Jetzt haben die World Rally Cars wenigstens schon ein Mitteldifferential. Eine großartige Errungenschaft...

    Man muß ja auch nicht gleich auf Elektro- oder Hybridantrieb setzen, um innovativ zu sein. Ich bin mir sicher: Es gibt noch genug Möglichkeiten, die Verbrennungs-Technik zu optimieren. Man muß die Ingenieure halt ein bißchen werken lassen. Das ist natürlich bei Rallyes etwas schwieriger als bei Rundstreckenrennen, weil die Autos ja eine Straßenzulassung haben müssen und man da nicht einfach drauflos ständig das Auto umbauen kann. Aber daß nur ein Konzept zugelassen ist (1600 Kubik plus Turbo, vier Zylinder in Reihe, und das vermutlich ausschließlich als Direkteinspritzer; wer sagt denn, daß es nichts Eleganteres gibt?), das ist schon eine extreme Beschneidung der konstruktiven Kunst.

    Daran schließt sich direkt meine Kritik am Einheitsbrei an, den die FIA-Regeln aktuell im Rallyesport heranzüchten. Nenne mir eine derzeit gültige FIA-Rallyewagen-Kategorie, wo etwas Anderes als Kleinwagen zugelassen sind. Nämlich auch Sportcoupés, Sportwagen sowie Mittelklasse-Limousinen der mittleren oder sogar darüber hinausgehenden Preisklasse. Der Audi 200 Quattro hat immerhin mehrere WM-Podestplätze geschafft, der Mitsubishi Galant VR4 sogar mindestens zwei Gesamtsiege! Wo findest du heute so etwas?

    Übrigens finde ich die Info interessant, daß es Länder gibt mit bis zu 35 R5-Fahrzeugen in der nationalen Meisterschaft. Und daß die Nachwuchsfahrer nach maximal zwei, drei Jahren von der 2WD- in die 4WD-Kategorie aufsteigen. Bei uns (Österreich) kann man die Nachwuchsfahrer, die ein R5-Auto einsetzen, auf einer halben Hand abzählen. Da sieht man wieder, was für haarsträubende Qualitätsunterschiede zwischen den Meisterschaften unterschiedlicher Länder liegen. Für mich ist es ausgesprochen schmerzhaft, mich Rallye-mäßig mit einem Low-End-Level zufriedengeben zu müssen. Vor Allem, weil es meiner Meinung und Erfahrung nach absolut unnötig ist. Auch unter den jetzigen FIA-Vorgaben.

    Zusammenfassend möchte ich sagen: Solange bei den aktuellen Rallyefahrzeugen allenthalben bei den grundlegenden Dingen ein striktes Schema 08/15 gilt, und solange auch bei den Strecken "Schema F" gilt (kein wechselnder Untergrund) und überdies laufend auf Verkürzung gesetzt wird, anstatt im Gegenteil Fahrer und Wagen auch auf ihre Allround-Tauglichkeit zu testen, solange kann ich niemals der Behauptung zustimmen, die FIA würde eine gute Marschrichtung vorgeben. Weil da fehlen bei aller Bewunderung für die Erfolge in der Rallye-Weltmeisterschaft für mich ein paar ganz wichtige grundsätzliche Dinge. Hätte sich der Rallyesport vor 35 Jahren schon so präsentiert wie heute, ich wäre wohl kaum zum Fan geworden.

    Ich bin mir sicher: So geht's nicht nur mir. Und wenn man sich anschaut, welche Probleme so ein WINNING TEAM wie M-Sport hat (zwei Fahrer-, ein Markentitel in den eben erst zurückliegenden beiden Saisonen!), seine Position in der Weltmeisterschaft zu festigen, dann kann man sich ungefähr ausmalen, wie sehr das System des modernen Rallyesports à la Mahonen & Co in seinen Grundzügen krankt. Und das ist nur die Spitze des Eisberges...
    J.-M. gefällt das.

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