FEHLT DER WEITBLICK FÜR RALLYE COPILOTEN?

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    WARUM FEHLT IN DEUTSCHLAND DER WEITBLICK FÜR RALLYE COPILOTEN?
    25. NOVEMBER 2014


    In kaum einem Land ist es so schwierig, als Rallye Copilot den Einstieg zu finden als in Deutschland. So viel steht fest! In keinem unserer Nachbarländer wird einem Beifahrer so viel Support abverlangt. Fahrer müssen sich eine seltene Mischung ins Cockpit holen: Sponsorengeld in Kombination mit Talent. Gibt’s diese Kombination überhaupt?


    Ok, fangen wir einmal ganz von vorn an. Ein junger engagierter Mensch verfolgt das Ziel, als Rallye Copilot erfolgreich zu sein. Er ist fleißig, wissbegierig und erfüllt alle Voraussetzungen eines guten Beifahrers. Einige Jahre in wertvollen Cockpits, kosten ihm zwar eine Menge privates Geld, aber er weiß genau, um erste Lehrgelder kommt man auf keinem Erfolgskurs herum.


    Erfahrungen bringen erste messbare Erfolge mit sich und Cockpits funktionieren mit ihm als Teammitglied. Ein klarer Weg ist also offensichtlich ein festes Team, mit festem Saisonplan. Privates Geld reicht längst nicht mehr aus in Masters oder DRM aber … denkt sich das junge Talent … es ist an der Zeit sich mit den erreichten Erfolgen bei kleineren Sponsoren zu verkaufen.


    Das funktioniert ganz gut in einigen Fällen. Hier ein vergünstigter Mietwagen, da ein Tankgutschein .. Hotelzimmer .. und wenn es gut läuft auch einmal ein Teil der Ausrüstung. Aber so richtig merkt man nichts vom Support, da das Nenngeld und anteilige Kosten des Teams noch immer tiefe Löcher ins private Portmonee reißen in den ersten Jahren.


    Aber es heißt “durchhalten”, denn das Ziel steht immernoch klar vor Augen. Fleißig beweist sich unser junges Talent. Er zeigt Stärke, Intelligenz und vor allem Arrangement! Der erste Titel kann bald abgehakt werden auf der ToDoListe, doch die Freude des Rallye Copiloten ist sehr gedämpft. Warum? Seinem Fahrer gönnt er eine tolle Unterstützung, in dessen Plan er aber zukünftig nicht mehr Bestand hat. Erfahrungen die der Beifahrer für fünfstellige Beträge pro Jahr gesammelt hat, stehen still.


    Viele Türen gehen auf. Aber alle Türen bewegen sich auf dem schon bezwungenem Niveau der letzten Jahre. So tritt unser junger talentierter Nachwuchssportler Jahr für Jahr auf der gleichen Stelle. Zwar dankbar für jede weitere Erfahrung … aber monoton.


    Warum ist das so? Warum werden immer wieder Copiloten aus alten Tagen in die Teams geholt, um die Erfahrungen an Nachwuchsfahrer zu vermitteln, anstatt den Co’Nachwuchs passender Weise an große Aufgaben heranzuführen?


    Heute erhielt ich zum x’ten mal die Begründung des ADAC, warum es nicht möglich ist, Rallye Copiloten zu fördern.
    Wir haben tolle Junioren, die schon jetzt unheimlich gut abliefern auf der internationalen Rallye Bühne! Navigiert von tollen Co’s, die sich schon über viele Jahre bewiesen haben. Was passiert aber in absehbarer Zeit? Wie soll es möglich sein, dieses Niveau von Beifahrern beizubehalten, wenn keine begleitenden Maßnahmen getroffen werden? Der ADAC bietet tolle Ausbildungsmöglichkeiten für den Einstieg in den professionellen Sport, doch nützt die beste Theorie nichts.. wenn auf dem Weg zur Praxis dicke Felsbrocken im Weg liegen, die ein Talent allein nicht stemmen kann?


    Es besteht allein die kleine Hoffnung Glück zu haben, erkannt, verstanden und geschätzt zu werden oder den 50/50 Anteil der besagten “Mischung” auf minimum 70/30 als “Kombination” gelten zu lassen.


    Versteht man ansatzweise was ich sagen will? Die Welt muss sich weiter drehen und dazu gehört auch der Mut, an richtiger Stelle Chancen zu ermöglichen!


    Ich wünsche uns als Nachwuchscopiloten irgendwann einmal eine Chance, die allein auf Talent basiert..


    tina-annemüller de

  • Leider werden wir als Co - Piloten von den Medien und anderen Instutitionen nur als "notwendiges" Übel gesehen.....der Klotz am Bein des Fahrers.


    Wo aber wären die "TOP Junioren" des ADAC ohne ihre Beifahrer??????:confused::rolleyes:


    Viele verstehen vermutlich nicht, dass dies ein TEAMSPORT ist.

    fährste Quer....dann haste mehr......:p
    Spass ist, wenn man nach der Rallye die Fliegen von der Seitenscheibe kratzt:rolleyes:

  • Gibt es denn 2018 überhaupt focusierten Beifahrer-Nachwuchs die sich reinhängen und was werden wollen? Ich habe neulich mit 2 Deutschen Meister Beifahrern gesprochen, die hatten genau wie ich nicht wirklich jemand auf dem Zettel. Selfies, posen & posten scheinen wichtiger als Ausschreibung, Reglement und netzwerken.


    Abweichende Nennungen mit Ambitionen nach oben gerne zu mir.

  • Ich kenne zumindest einen: Tobi Braun. In den letzten Jahren unterwegs mit Tim Wacker im Adam-Cup, danach mit Niklas Stötefalke bester Deutscher im Adam-Cup sowie mit gleichem Fahrer in der DRM im Adam R2, bis zum Unfall überlegen in der Div. 5 unterwegs. In diesem Jahr nach überstandener Verletzung mit Dennis Rostek in der DRM Divisionssieger und Sieger der DMSB-Rallye-Trophy. Ich kenne den Ehrgeiz von Tobi und sein Ziel, Profi-Beifahrer zu werden. Zudem kenne ich seine akribische Vorbereitung vor den Rallyes und aus dutzenden Inboards wie perfekt er seinen Fahrer durch die WP´s navigiert. Da sollten ADAC und DMSB mal über eine Unterstütung nachdenken.

    2 Mal editiert, zuletzt von platana ()

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