Neues aus Frankfurt - DMSB Veröffentlichungen

  • Überarbeitete Sicherheitsbestimmungen im Rallyesport 2016


    Auf seiner Sitzung am 1. Juli 2015 hat das Exekutivkomitee des DMSB den
    überarbeiteten Anhang III „Sicherheitsbestimmungen im Rallyesport“
    verabschiedet, der ab 1. Januar 2016 in Kraft tritt. Die neuen Regelungen
    wurden nach umfangreichen Beratungen in den zuständigen DMSBFachausschüssen
    erarbeitet. Dabei wurden die Expertenmeinungen der
    Rallye-Referenten der DMSB Academy sowie zahlreiche Anregungen von
    Veranstaltern, Safety Delegates, Team- und Aktivenvertretern eingeholt und berücksichtigt.


    Die Überarbeitung der DMSB-Sicherheitsrichtlinien für den Rallyesport
    wurde erforderlich, nachdem die FIA in ihrem Anhang H des Internationalen
    Sportgesetztes konkrete Vorgaben insbesondere in Bezug auf die
    Intervention an Wertungsprüfungen, den Einsatz von Notärzten und
    Sanitätsdiensten sowie zum Aufenthalt von Zuschauern im Rallyesport
    eingeführt hat. Allerdings wurden die FIA-Vorschriften von den meisten
    Rallyeveranstaltern in Deutschland ohnehin bereits weitgehend erfüllt,
    sodass der ab 2016 geltende neue Anh. III des DMSB-Rallyereglements für
    Aktive und Veranstalter in der Praxis meist nur wenig Umdenken erfordert.


    Die wesentlichen Neuerungen für alle Veranstaltungen im
    Regelungsbereich des DMSB ab 2016:


    • Die Entsendung von DMSB Safety Delegates ist möglich.
    • Eine Information der zuständigen Rettungsleitstellen (nicht mehr der
    Krankenhäuser) wird vorgeschrieben.
    • Die Stellung der WP-Leiter wird gestärkt, sie sind enger in das
    Sicherheitskonzept einzubinden, ihre Aufgaben und die Aufgaben
    der Sportwarte der Streckensicherung werden näher beschrieben.
    • Bei der WP-Auswahl müssen Kriterien der Teilnehmersicherheit
    Beachtung finden.
    • Erforderliche Streckengutachten erstellt der LS.
    • Erhöhung des erforderlichen Brandschutzes an Wertungsprüfungen
    auf mindestens 4 x 6 kg Löscher am Start und mind. 2 x 4 kg
    Löscher am Stop.
    • Kommunikation darf nicht ausschließlich über Mobiltelefon erfolgen,
    an bestimmten Stellen wird ein „Back-up-System“ vorgeschrieben.
    • Allgemeine Vorgaben zur Ausweisung sicherer Standplätze bei
    gewolltem oder erkennbarem Zuschaueraufkommen und zur
    Kennzeichnung erkennbarer Gefahrenstellen werden gemacht,
    ebenso zum Umgang mit Offiziellen und Pressevertretern.
    • Ein Arzt mit Erfahrung in Notfallmedizin muss an jeder WP
    vorhanden sein.
    • „Gelbe Flagge“: Die Verwendung gelber Flaggen wird den
    Veranstaltern an A-B-Prüfungen freigestellt, an Rundkursen wird die
    Verwendung gelber Flaggen vorgeschrieben. Jeder Veranstalter
    kann selbst entscheiden, ob er Flaggen nur an Hauptfunkposten,
    oder auch an weiteren, von ihm als gefährlich eingestuften,
    Streckenabschnitten durch Sportwarte der Streckensicherung zum
    Warnen vor konkreten Gefahren einsetzen lässt.
    Es gibt weiterhin die „stillgehaltene“ und die „geschwenkte“ gelbe
    Flagge, zusätzlich zur Signalgebung bei schweren konkreten
    Gefahren, signalisiert eine „geschwenkte gelbe Flagge“ auch den
    Abbruch- bzw. die Unterbrechung der WP.
    Für alle Teilnehmer (in- und ausländische) ändert sich dadurch
    praktisch nichts.
    Jede gelbe Flagge bedeutet: „Konkrete Gefahr auf der Strecke,
    sofort Geschwindigkeit verringern“, bei geschwenkter Flagge wird
    zusätzlich der Abbruch der WP signalisiert und der Teilnehmer
    aufgefordert mit gemäßigter Geschwindigkeit ans Ende der WP zu
    fahren.
    Jeder Teilnehmer, dem die gelbe Flagge gezeigt wird, erhält
    entweder eine „faire Zeit“ gem. Art. 39 Rallereglement oder ist ggf.
    wegen „Missachtung der Flagge“ zu bestrafen.


    Weitere wesentlichen Neuerungen nur für Veranstaltungen mit dem
    Status international bzw. National A ab 2016:
    • Am Start jeder WP muss ein geeignetes Fahrzeug mit der
    Bezeichnung „MIC“ (Medical Intervention Car) vorhanden sein. Die
    technische und medizinische Ausrüstung dieser Fahrzeuge ist
    vorgeschrieben, ebenso deren Besatzung.
    • Ein lizenzierter MED-EL (Medizinischer Einsatzleiter) ist zu
    benennen.


    Derzeit bieten bundesweit mindestens zwei verschiedene private
    Anbieter den Einsatz von „MIC“ Fahrzeugen mit geeignetem
    Personal an. Engpässe für die derzeitigen Veranstalter von nat. ARallyes
    sind nicht zu erwarten. In Ausnahmefällen könnte auch auf
    Fahrzeuge und Equipment der DMSB-Staffel zurückgegriffen
    werden.


    Seitens der DMSB Academy wird demnächst ein Lehrgang zur
    Unterweisung von „MIC Drivern“ angeboten. Dadurch soll erreicht
    werden, dass für Veranstalter bundesweit etwa gleiche Kosten für
    den Einsatz von „MIC“ Fahrzeugen entstehen, wenn ein Teil des
    Personals aus der jeweiligen Region rekrutiert werden kann.
    Der DMSB wird private Initiativen beim Aufbau von „MIC“
    Fahrzeugen unterstützen.

    Forza Italia!

  • Ich finde es gut, dass jetzt auch mal die Veranstalter zum Thema Sicherheit in die Pflicht genommen werden und nicht nur auf den Teilnehmern rumgehackt wird. Das sicherste Auto bringt nichts wenn man Kilometer lang voll ausgedreht durch irgend welche Wälder mit 6er Kurven fliegt. Oder WPs durch schmale Tore oder über Brücken gehen deren Geländer nicht geschützt sind. Kleinste Fehler führen hier unweigerlich zu schweren Unfällen.
    Ich hoffe das wird alles bei:
    • Bei der WP-Auswahl müssen Kriterien der Teilnehmersicherheit
    Beachtung finden.
    • Erforderliche Streckengutachten erstellt der LS.
    berücksichtigt.

    Am besten sind die Antworten, welche mit der Frage nichts zu tun haben.

  • DAF: nicht böse sein, aber dann geh auf die Rundstrecke, da hast du Auslaufzonen. Das ist doch gerade das Besondere am Rallyesport, das jeder Fehler, die Fahrt beenden kann.


    Ich hab selber bei 110 an nem baum "geparkt": Da kann aber weder Veranstalter, WP Leiter oder sonst wer was dafür. Das war ganz allein MEINE Schuld.
    Man soll keine unnötigen Risiken eingehen, aber für den Fall der fälle hat man im Fußraum immer noch Pedale, mit denen sich die Geschwindigkeit anpassen lässt.


    Es wird NIE 100% Sicherheit bei einer Rallye geben. Doch wird mit solchen Regelungen der Sport an sich kaputt gemacht.


    Wo fährst du denn im 6. am begrenzer durch den Wald in Deutschland? Mit welchem Auto?


    Wegen Leuten wie dir sind ja viele schöne WP´s heute nicht mehr Genemigungs-Fähig. Ich bin nach wie vor der Meinung, das Rallye-Fahrer erwachsene Menschen sind. Und diese können Ihr Risiko selbst einschätzen. Manch einer Verschätzt sich und muss dafür die "Rechnung" zahlen.
    Bei mir war es ein Totalschaden am Fahrzeug(ca 10t€), 4 Wochen Krankenhaus, 4 Monate auf Krücken. und nach knapp 5 Jahren immer noch schmerzen im Bein. UND?


    Es war doch mein Fehler. Der Baum war sogar "gepolstert" Strohballen aber das hilft hald in Wirklichkeit nicht viel da ein Baum nun mal ein unverrückbares Hinderniss dastellt.


    Mein Glück war, das ich damals schon (lange bevor die Diskussion auf kam) mit einem Nackenschutz (nein kein HANS, sondern deutlich billiger) unterwegs war. Aber dazu hat mich keiner gezwungen. Das war MEINE Entscheidung. und die war gut. Dafür war die Entscheidung, in der Alee bei regen "drauf zu halten" nicht so gut. Mein Pech. Das Nennt man LEBEN!


    Sind wir Rallye-Fahrer denn wirklich so BLÖDE, das man uns vor JEDER Gefahr schützen muss?
    Sind wir denn nicht in der Lage SELBER zu entscheiden, wie viel Risiko man geht?


    Ich habe auf meiner letzten Rallye bei 190 den Fuß vom Gas genommen, da ich einfach der Meinung war es ist genug, schneller WILL ich nicht, obwohl ich locker noch hätte 200 Meter stehen lassen können.


    Natürlich ist es Schlimm wenn Leute verunfallen bei einer Rallye. besonders wenn nicht nur Material, sondern Personenschaden entstanden ist. Doch der einzige weg dies zu verhindern ist einfach. ALLE RALLYES VERBIETEN. Wollen wir das?


    Jedes Jahr sterben alleine in Bayern 10-15 Leute beim Bergsteigen (durchschnitt der letzten 10 Jahre). Ich höre niemanden der schreit wir müssen Bergsteigen verbieten. Oder wir sprengen die Berge weg, die sind so gefährlich.


    Leute. Schaltet doch einfach mal selber das Hirn wieder ein. Dann wisst Ihr schon, wo ihr welche Risiko eingeht.


    Und man sollte sich auch bewusst sein, das viele Veranstalter jetzt schon Probleme haben, kostendeckend zu arbeiten. Wenn noch so ein Unsinn wie "Medical Intervention Cars" pflicht werden, dann kostet ne Rallye 35 bald 400€ Nenngeld. Dann haben wir 2020 5 Rallyes in ganz Deutschland und die kosten 5t€ nenngeld ung gehen über 3x5wp Kilometer.


    WP´s Wie in Emmersdorf sind für MICH Rallyesport. Über nen schmalen Waldweg mit 120 durch den Wald.
    JA DAS IST RALLYE


    Nicht 5 Runden in nem Gewerbegebiet auf 100 Asphalt. Rallye muss dreckig sein. Rallye muss "abseits gut ausgebauter Straßen sein". Und dadurch Muss Rallye ein gewisses Risiko haben. Denn eine WP auf der ich 0% Risiko habe, auf der habe ich auch 0% Spaß.


    Das soll nicht heissen das eine WP zwingend viel Risiko bieten muss um schön zu sein. Es heisst nur das eine WP ohne Risiko nicht machbar ist bzw keinen reiz hat.


    Und ich bin der Meinung das die Veranstalter auch ohne neue Vorgaben des DMSB selber darauf achten, wps interessant und trotzdem sicher zu gestalten!

    Einmal editiert, zuletzt von MartinGSI ()

  • Hi Zusammen,


    ja, da kann ich mich dem Martin nur anschließen.


    Auch diese neuen Beschlüsse sind ein weiterer Stein in der Mauer...


    Für die Fahrer wird es immer schwieriger und teurer, ein Rallyeauto zu bewegen. Für die Veranstalter wird es immer schwieriger und teurer, Rallyes zu veranstalten.


    Alles unter dem Killerargument der absolut nicht diskutierbaren "Sicherheit".


    Zum Teil verstehe ich die Beweggründe... Wer den Kopf für eine Veranstaltung hinhält, der braucht halt jede Menge Absicherung, unser Rechtssystem entwickelt sich immer mehr in die Richtung.


    Aber ich sehe auch die Folgen. Nicht zuletzt ist es auch so, dass die scheinbare Sicherheit den Ein- oder Anderen eben auch dazu verleitet, noch mehr draufzuhalten.


    Was die Zukunft angeht, ich bin da recht resigniert. Immerhin, für mich persönlich bleibt ein Trost. Ich gehöre zu den letzten, die noch richtig Rallye fahren durften...


    Gruss Jo

  • @ Martin
    hast du dir das eigentlich richtig durchgelesen?
    Manches ist zwar richtig was du schreibst aber darum geht es eigentlich nicht:


    "Die Überarbeitung der DMSB-Sicherheitsrichtlinien für den Rallyesport
    wurde erforderlich, nachdem die FIA in ihrem Anhang H des Internationalen
    Sportgesetztes konkrete Vorgaben insbesondere in Bezug auf die
    Intervention an Wertungsprüfungen, den Einsatz von Notärzten und
    Sanitätsdiensten sowie zum Aufenthalt von Zuschauern im Rallyesport
    eingeführt hat. Allerdings wurden die FIA-Vorschriften von den meisten
    Rallyeveranstaltern in Deutschland ohnehin bereits weitgehend erfüllt,
    sodass der ab 2016 geltende neue Anh. III des DMSB-Rallyereglements für
    Aktive und Veranstalter in der Praxis meist nur wenig Umdenken erfordert."


    Was hier von den Veranstaltern gefordert wird, ist eigentlich fast Standard und erwarte ich auch .


    Was du dir mit deinem Auto selbst antust ist deine Sache. Aber es geht auch um Zuschauer, andere Teilnehmer und vermeidbare Gefahrensituationen oder was du mit deinem Auto anderen antun könntest.
    Ich finde an den " Neuerungen" nichts Schlimmes und bin ein Befürworter von gelben Flaggensignalen.
    Witziger weise habe ich ein Gerichtsurteil vorliegen, dass ein Rallyefahrer nicht in der Lage ist, in so kurzer Zeit bei hohen Geschwindigkeiten eine gelbe Flagge wahrzunehmen und umzusetzen. Geschehnis 3 Städte Rallye 2011.
    http://forum.rallye-magazin.de…llye-21-22-10-11-a-2.html



    Eine entsprechende Schulung setze ich ebenfalls voraus.


    Ich möchte dich hören wenn du verunfallt bist , quer auf der Strasse stehst und der nächste donnert in dich hinein, weil kein Streckenposten geschwenkt oder gewarnt hat, oder aber eine Rettungskette nicht funktioniert oder aber ein Feuerlöscher nicht vorhanden ist usw usw.


    Ich glaube dann würdest du anders argumentieren.


    Deine anderen Beschreibungen teile ich teilweise , die haben aber mit den geforderten Neuerungen herzlich wenig zu tun.


    Mit sportlichem Gruss
    Jörg



  • Herzlichen Glückwunsch zum überlebten Baum-Crash !


    Aber bei 190 km/h oder 200km/h ist es dann völlig wumpe. Hättest also ruhig stehen lassen können...:)


    Es ist korrekt, dass man die Teams immer und immer wieder darauf aufmerksam machen muss, dass sie mit gaaaanz viel Hirn fahren .


    Denn so sieht ein Seitenaufprall mit 50km /h aus :



    https://www.youtube.com/watch?v=H7-ON9CmduY



    Mit Bäumen und Bauers Feldauffahrt ist nicht zu spaßen.



    Gute Fahrt wünscht


    Sepp

  • astralavista: Gegenfrage. Hast DU das gelesen? Mir geht's doch nicht um nen Feuerlöscher oder ne Flagge. es geht um Sachen wie Notarzt zusätzlich an jeder WP. MIC an jeder WP. Das sind kosten die der Veranstalter tragen muss. Du musst mal schauen was so nen MIC kostet.
    Und sorry. Zuschauer in Sperrbereichen wirst du damit auch nicht verhindern. Und die sind das Größte Sicherheitsrisiko!


    Es hat bei mir über 1 Stunde gedauert bis ich aus meinem Fahrzeug befreit war. Also quatsch nicht als wärst du dabei gewesen. Aber ich mache niemand einem Vorwurf. War lange genug bei der Feuerwehr. Und eben die vielen neuen zusätzlichen streben sind bei Unfällen eben nicht nur von Vorteil (aber das ist nen anderes Thema).


    Sepp loob: Naja das ist nicht Fluppe ob 190 oder 200. Einfach weil ich mir bei 190 sicher war ich komme ohne Unfall durch. Bei 200 wäre ich mir da nicht mehr sicher gewesen!


    Und ich weis es klingt sehr hart. Ein Fahrer der immer ohne Hirn fährt. Das Thema erledigt sich nach dem darvinistischen Prinzip irgendwann selbst!


    Leider geht unsere Gesellschaft immer mehr dazu, das für alles immer jemand anderes verantwortlich sein muss. Blos ja selber keine Verantwortung übernehmen.
    Aber sorry Man sitzt ja nicht alleine im Fahrzeug. Also sollte der Fahrer sowieso ein gewisses Maß an Verantwortung besitzen. Und im Sinne de sSports soltle das ausreichen um den Sport auch zu "überleben"!


    Wenn das zu viel Verlangt ist, sollte man vielleicht die Sportart wechseln. Weil die Forderungen laufen darauf hinaus das nur noch mickimaus Prüfungen mit nem 40er schnitt gefahren werden.
    "Ja das ist sicherer"! Aber das ist hald NICHT Rallye!

    Einmal editiert, zuletzt von MartinGSI ()

  • Hallo Martin GSI,


    Du hast so ziemlich den brutalsten Crash -einen Baumanprall mit mehr als 50km/h Aufprallgeschwindigkeit- überlebt. Einen ähnlichen Crash wie bei der Rallye Niedersachsen 2015 inkl. langer Bergungszeit und mit ähnlichen Folgen.


    Nun sollen u.a. die Bedingungen nach dem Crash verbessert werden.


    Wichtiger ist jedoch, dass Bedingungen geschaffen werden, dass es nicht zu einem Crash kommt.


    Dazu gehört für mich die Fahrbarkeit des Rallyeautos.


    Auf Deiner HP sehe ich einen BMW mit einer Bereifung, die für einen M3 3,2-Liter vermutlich perfekt wäre.


    Gleichzeitig ist es aber wohl ein BMW mit weniger als 2 Liter Hubraum, dem zudem noch 100 PS zum üblichen Stand eines siegfähigen "F"-Autos fehlen dürften.


    Ich hasse chancenlose + überbereifte Autos, bei denen Du die Arschbacken zusammenkneifen mußt und die nach dem Einlenken in eine Kurve nur noch eine Bahn kennen : die saubere Ideallinie oder die Flugbahn ins Unterholz oder in den Acker. Das ist gleichzeitig unser aller Problem !!!!!


    Auf Deiner HP sieht man den BMW perfekt auf Schotter mit Stahlfelgen. Das ist für mich Rallyefahren.
    Gleichzeitig ist das deutlich geringere Gripniveau leichter beherrschbar (und Zuschauerfreundlicher).


    Wie verringere ich die Chance eines unkontrollierten Abflugs ?


    Indem wir die Reifen langsamer und Wetter-unabhängiger machen und vorschreiben.


    Außerdem müssen Anreize (Startreihenfolge / gestaffeltes Nenngeld) geschaffen werden , dass die Leute wieder gern und freiwillig mit nahezu Serien-PS beginnen (ähnlich der Cups) gegen dann fast leistungsgleiche Autos mit günstigem, identischen Reifenmaterial .


    Beim BMW 318i wären das für alle Teams ca. 150 Serien-PS mit Reifen 195/65-15 oder 205/55-15 auf Felge 7x15. So finden wir gleich mehr " Einsteiger ", die in einem gut fahrbaren Fahrzeug relativ gefahrlos neu anfangen und gleich die gute Chance auf einen (Klassen-) Sieg haben. (Siehe Volvo+BMW-Schotter-Cup)


    Dinge, wie wild zusammengewürfelte Divisionen gehören außerdem dann abgeschafft, wenn fast serienmäßige
    Fahrzeuge um Punkte fahren gegen voll "aufgebrezelte", fast unbesiegbare Autos. Siehe CTC mit Gruppe N gegen Gruppe A und auch im ADAC-Masters die F bis 1600ccm gegen fast serienmäßige N1600 /R1


    Dann noch weniger oder keine Streichergebnisse und ich denke , dass sich die Erkenntnis langsam durchsetzen wird, dass es besser ist, nur mit 90% statt mit 120% Einsatz zu fahren.


    Erst wenn das so weit ist, können wir auf Mic und Mac verzichten...



    Geht nich' - gibt's nich'


    Sepp

    2 Mal editiert, zuletzt von Sepp Loob ()

  • astralavista: Gegenfrage. Hast DU das gelesen? Mir geht's doch nicht um nen Feuerlöscher oder ne Flagge. es geht um Sachen wie Notarzt zusätzlich an jeder WP. MIC an jeder WP. Das sind kosten die der Veranstalter tragen muss. Du musst mal schauen was so nen MIC kostet.
    Und sorry. Zuschauer in Sperrbereichen wirst du damit auch nicht verhindern. Und die sind das Größte Sicherheitsrisiko!


    Es hat bei mir über 1 Stunde gedauert bis ich aus meinem Fahrzeug befreit war. Also quatsch nicht als wärst du dabei gewesen. Aber ich mache niemand einem Vorwurf. War lange genug bei der Feuerwehr. Und eben die vielen neuen zusätzlichen streben sind bei Unfällen eben nicht nur von Vorteil (aber das ist nen anderes Thema).



    Es steht nirgends etwas von zusätzlichen Notärzten. Es steht nur geschrieben dass der Arzt "Notfallerfahrung" (also bestenfalls Notarzt) haben muss. Es steht wie bisher auch ein RTW + "Not"Arzt an der WP


    Gruß Goofer

  • Sepp loob: naja nen 215er reifen ist für nen 3.2er M3 zu wenig Reifen. Aber ich verstehe was du meinst. Das wäre ganz einfach zu regeln. KEINE SEMIS. Gibt ja die Tolle Sportreifen-Liste vom ADAC. Dann wäre alles geritzt. Wäre voll dafür. Wenn alle UHP´s fahren wird's eh fährer. Ich hab starter bei mir in der klasse, die die guten Michelin fahren. Da sind meine dunlops Mist dagegen!
    Da sind wir (ausnahmsweise) mal wirklich einer Meinung!

  • eigentlich ist das ja keine schlechte Sache, denn so nährt sich der "grosse" Verband endlich ein ganz klein wenig dem internationalen FIA Reglement an.
    War mir eh immer ein Rätsel, warum es ein solches Regelwerk gibt, wenn doch jedes Land und Verband sein eigenes Süppchen kochen darf und kann.
    Aber es drängt sich hier wieder mal eher der Gedanke auf, dass nur wieder von anderen Sachen abgelengt werden soll.
    Das hat ja der Verein bereits mehrfach schon unter Beweis gestellt in den letzten Jahren.

    fährste Quer....dann haste mehr......:p
    Spass ist, wenn man nach der Rallye die Fliegen von der Seitenscheibe kratzt:rolleyes:

  • Ich konnte bei der Deutschland solch ein "MIC" Fahrzeug mal in Aktion erleben.


    War bei der Dhrontal ein Touareg mit Hamburger Kennzeichen. Jedenfalls sollte bei Rallyes solch ein Fahrzeug wirklich nicht fehlen um schnell vor Ort zu sein. Super Ausgestattet mit allen möglichen Sachen, die schnell bei Unfällen benötigt werden.


    Gutes Beispiel für solch einen Einsatz wäre z.B. letztes Jahr bei der Sulinger Land gewesen. Dort ist ja der Evo X von Van Der Heuvel leider verunglückt.. Dann ist vom Start aus kommend ein Feuerwehrfahrzeug losgefahren, ein wirklicher Oldtimer Unimog. Man wäre mit einem Fahrrad schneller vor Ort gewesen als dieser Unimog..


    Und manchmal zählt halt wirklich jede Sekunde, dann sind solche Oldtimer wirklich das allerletzte was man gebrauchen kann..

  • ups! wer lesen kann ist klar im Vorteil. Sorry!

    Einmal editiert, zuletzt von MartinGSI ()

  • [



    Weitere wesentlichen Neuerungen nur für Veranstaltungen mit dem
    Status international bzw. National A ab 2016:
    • Am Start jeder WP muss ein geeignetes Fahrzeug mit der
    Bezeichnung „MIC“ (Medical Intervention Car) vorhanden sein. Die
    technische und medizinische Ausrüstung dieser Fahrzeuge ist
    vorgeschrieben, ebenso deren Besatzung.
    • Ein lizenzierter MED-EL (Medizinischer Einsatzleiter) ist zu
    benennen.


    Derzeit bieten bundesweit mindestens zwei verschiedene private
    Anbieter den Einsatz von „MIC“ Fahrzeugen mit geeignetem
    Personal an. Engpässe für die derzeitigen Veranstalter von nat. ARallyes
    sind nicht zu erwarten. In Ausnahmefällen könnte auch auf
    Fahrzeuge und Equipment der DMSB-Staffel zurückgegriffen
    werden.


    Seitens der DMSB Academy wird demnächst ein Lehrgang zur
    Unterweisung von „MIC Drivern“ angeboten. Dadurch soll erreicht
    werden, dass für Veranstalter bundesweit etwa gleiche Kosten für
    den Einsatz von „MIC“ Fahrzeugen entstehen, wenn ein Teil des
    Personals aus der jeweiligen Region rekrutiert werden kann.
    Der DMSB wird private Initiativen beim Aufbau von „MIC“
    Fahrzeugen unterstützen.[/QUOTE]


    Nochmal: richtig lesen! Nicht bei Rallye 35/70

  • Liebe Forenmitglieder,


    nachdem ich eure teils sehr interessanten Argumentationen hier gelesen habe, musst ich mich zwangsweise hier anmelden um mich ebenfalls mal in die Diskussion einzuklinken. Als Mitglied in einem Verein, welcher selbst S-Wagen bzw. MIC's bei Rallyes stellt, ist mir dieses Thema leider auch nicht vom Leib geblieben.


    MIC an jeder WP. Das sind kosten die der Veranstalter tragen muss. Du musst mal schauen was so nen MIC kostet.
    Und sorry. Zuschauer in Sperrbereichen wirst du damit auch nicht verhindern. Und die sind das Größte Sicherheitsrisiko!


    Hier kann man sagen: So hoch sind die Kosten gar nicht. Die Technical Rescue Unit Germany (http://www.tru-germany.de) nimmt beispielsweise zwischen 250€ und 300€ für ein solches Medical Intervention Car. Die Besatzung ist dabei aber speziell auf Rennfahrzeuge geschult, kennt sich mit Sicherheitsbestimmungen und Rettungsmaßnahmen aus. Wenn man hier jetzt meint die Kosten sind zu hoch, frage ich mich im Vergleich zu den Genehmigungskosten zum Beispiel, ob das Geld nicht vielleicht doch sinnvoll investiert ist.



    In meiner Zeit als "MIC Driver", wie es jetzt heißt, habe ich da auch schon manches miterlebt. Dieses Jahr erst waren wir mit unserem MIC an einer Strecke (insgesamt 3 WP darauf) und trafen dort auch die örtliche Feuerwehr an. Fahrzeug mittleren alters, also geht man wie es bei uns so ist hin und stellt sich vor. Man lernt sich sozusagen "kennen", um im Einsatzfall euch, den Fahrern, ideal helfen zu können.


    Da kam ich nun an das besagte Fahrzeug und fand die Besatzung vor. 3 Kisten Bier auf der Rücksitzbank, ne riesen Worscht-Platte und alle schon recht angeheitert. Der Kommandant, an diesem Tag auch Führer des Fahrzeuges, entgegnete mir nach einem kurzen Gespräch nur "Unser Auto fahr ich euch hin, das Material ist drauf. Arbeiten musste aber selbst damit.". Ob der Grund für diese Argumentation war, dass er einfach nur voll war oder weil die Feuerwehr im Jahr 3 Einsätze fährt, davon 2 Absicherungen von Martinsumzügen oder ähnlichem, lass ich mal dahingestellt.


    Jetzt frag ich euch: Was passiert ohne ein MIC an der Strecke, wenn du solch eine Feuerwehr hast?



    Alles unter dem Killerargument der absolut nicht diskutierbaren "Sicherheit".


    Sicherheit ist ein wichtiges Thema - und ja, es ist in Deutschland durchaus ein Killerargument. Aber wenn ich bedenke, wie viel Fahrern wir mit unserem Team in den letzten Jahren geholfen haben und wie die Sicherheitsbestimmungen sind, bin ich froh das es sie gibt. Ich kann mich dumpf an eine Rallye vor 2 Jahren im Ausland erinnern mit einem schlimmen Crash - die Fahrer verstarben beide in Sichtweite, weil niemand wirklich helfen konnte. Mit einem MIC hätte hier vielleicht geholfen werden können. Und deshalb als einer der wenigen vermutlich bin ich auch froh, dass die Sicherheitsbestimmungen weiter verschärft werden.


    Wie auch schon beschrieben: Es gibt diese MIC's mittlerweile an vielen Strecken schon. Für viele Veranstalter ändert sich in vielerlei Hinsicht also nicht viel, sondern lediglich für uns vom MIC: Wir bekommen genauer vorgeschrieben, was wir mindestens dabei haben müssen. Wir bekommen genauer vorgeschrieben, was wir mindestens für eine Ausbildung haben müssen. Damit eben nicht jeder auf dem Fahrzeug sitzt, sondern qualifiziertes Personal.


    Zum Abschluss meiner Darlegung: Ich möchte an dieser Stelle noch erwähnen, dass ich in diesem besagten Verein "Technical Rescue Unit Germany" bin und ich dort kein Geld (!) für meine Arbeit auf dem MIC erhalte. Ich mache das also ehrenamtlich und aus Spaß am dem Motorsport. Wenn also jetzt wieder jemand kommt wie ich es in realen Gesprächen erlebt habe mit "Du argumentierst so, weil du damit doch auch was verdienst durch deine Arbeit auf dem MIC.", so kann er/sie den Satz bitte gleich wieder schlucken. Ich mach das aus Spaß am Motorsport und damit andere auch sicher Spaß daran haben können.


    Gruß, Patrick

    Einmal editiert, zuletzt von PatrickR ()


  • Ich meine bei der Deutschland habe ich auch einen Fahrzeug von euch gesehen. :cool:


    Ich vermute, es war die FRW (fahren meist Mitsubishi) oder die CER (könnten die mit Hamburger Kennzeichen sein)...
    Wir selbst als Technical Rescue Unit Germany waren (leider/zum Glück - wie mans nimmt) nicht bei der Deutschland vertreten. :-)

  • [MENTION=13641]PatrickR[/MENTION]
    bei den aktuellen Preisen für ein MIC bedeutet das für Rallye-Veranstalter Nat. A, sie müssen trotz der aktuell immer weiter schrumpfender Nennungseingänge je gefahrener WP einen unabhängige Starter mehr generieren (keine Cupfahrer in Blocknennung), um die Mehrkosten abzudecken.
    Das kann für einige schon rote Zahlen oder das Aus bedeuten.


    Und noch was persönliches:
    -----------------------------------------
    Deine Bemerkungen zu den Jungs von der Feuerwehr, egal ob sie so inhaltlich zutreffen oder nicht, finde ich komplett daneben.
    Sie haben hier nichts verloren.
    Wenn dir an den Leuten was nicht passt, klär das mit denen.
    Oder mit dem Veranstalter, für den diese Leute oft die einzige Möglichkeit zur Absicherung der WP's darstellen, ohne sich finanziell blank zu machen oder die Veranstaltung ganz absagen zu müssen.
    Als pauschale Stimmungsmache in eigener Sache in einem öffentlichen Forum hat das nichts zu suchen.
    Meine Meinung!

    Es ist erschreckend, wie viele Leute immer alles ganz genau wissen, es am Ende aber dann doch anders ist!

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