Österreicher erlauben wieder WRC

  • Nun ja, mir persönlich kommt diese Diskussion mittlerweile etwas "aus dem Ruder" vor - ich wird´ mich dann verabschieden, denn es ist ja eh bereits das Meiste gesagt oder geschrieben...


    ...nur noch kurz zu Herrn Baumschlager:
    Bei BRR stehen mittlerweile 5 Stück Fabia R5. Diese werden dort aufgebaut, gewartet, GETESTET, eingesetzt, zerlegt...


    Wieviele Fahrzeuge dieses Typs stehen in den Werkshallen des Freddy Loix? Wieviele in jenen des Jan Kopecky? Oder des Pontus Tidemand? Des Esapekka Lappi?


    Eben.


    Also ich bin nach wie vor davon überzeugt, daß es keinen weiteren Piloten gibt, der perfekter auf einen Fabia R5 eingestimmt ist als Raimund Baumschlager. Und dies sei ihm auch vergönnt, er hat es sich verdient. Und die anderen Piloten mit gutem finanziellen Background haben sich die Öffnung des Reglements in Richtung WRC ebenfalls verdient. Und die Zuschauer noch viel mehr. Denn eines verdreht Ihr hier oder habt es nicht richtig erkannt: Es war der Druck der Zuschauer und deren Abwanderung, die schlußendlich zu diesem Schritt maßgeblich geführt haben. Und wir werden sehen, wohin es uns führt.

  • Zweifellos sind World Rally Cars eine Bereicherung für jede nationale Meisterschaft und werten diese erheblich auf. Für Zuschauer ist die Zulassung dieser Fahrzeuge ein gewaltiger Attraktivitätszuwachs und auch für die Teams mit den vorhandenen finanziellen Mitteln, ein World Rally Car einzusetzen, ist die Entwicklung positiv. Dennoch bin ich der Meinung, dass World Rally Cars in einer nationalen Meisterschaft eigentlich nichts verloren haben. Ihrem Namen entsprechend gehören sie in die WRC und nirgendwo anders hin. Die RC2-Fahrzeuge (also R5, S2000 etc.) sollten die Spitze bilden und ausreichen, um um den Titel zu kämpfen. Teurer sollte es nicht werden, eine nationale Meisterschaft zu gewinnen. Und in Anschaffung, Einsatz- und Revisions-Kosten wird ein aktuelles World Rally Car teurer sein als ein R5.
    Mir zumindest wäre eine breit aufgestellte Spitze mit vielen RC2-Fahrzeugen auch lieber als ein ungleicher Kampf zwischen RC1- und RC2-Fahrzeugen, zumal durch diesen ungleichen Kampf eine Aussage darüber schwerfällt, wer denn der beste Fahrer ist. Das Bild wird schlichtweg verfälscht.
    Aber warten wir mal ab, in welche Richtung sich die ÖRM entwickelt und ob es überhaupt zu dauerhaften WRC-Einsätzen kommen wird. Und wenn ja, ob die Dominanz Mundl Baumschlagers dadurch angefochten wird. Auf jeden Fall wünsche ich euch in Österreich, dass sich die Situation in der ÖRM nachhaltig verbessert.

  • Ich glaube schon, dass wegen spektakulärer Autos deutlich mehr Zuschauer kommen. Man müßte ja nur Zuschauerzahlen in der tschechischen Sprintmeisterschaft analysieren, wo seit heuer keine WRCs mehr starten dürfen (deshalb, weil die Sprintserie die tschechische Meisterschaft an Popularität übertroffen hat!). Und an die Herbst Rallye, bei der die Porsches starten durften, kann sich jeder, der dabei war, noch erinnern! Aber ob sich kurzfristig was in der Meisterschaft ändern wird, wage ich zu bezweifeln. Und Grössing und Neubauer sind zwar sehr schnelle Fahrer, aber aus meiner Sicht fehlt ihnen die Konstanz über eine volle Saison und das fahrerisch, auch wenn ihre Finanzen gesichert wären. Rein theoretisch sollten aber durch die WRCs mehr Zuschauer kommen und daher könnte das Interesse von potentiellen Sponsoren steigern, ob das aber im virtuellen Internet-Zeitalter noch so funktioniert, wage ich zu bezweifeln!

  • Also Ihr könnt mir hier ja viel erzählen, u.a. das BRR 5 Fabia R5 hat obwohl man nur 2 einsetzt, aber das sich eine Sportbehörde dem "Druck der Zuschauer" beugt dann wohl eher weniger ;).


    [MENTION=8415]karl59[/MENTION]: In Tschechien brauchst nix analysieren, in der Sprintmeisterschaft sind immer noch einige WRC unterwegs.


    Ich persönlich finde den Mittelweg nicht schlecht. WRC dürfen starten, sind in der Meisterschaft aber nicht punktberechtigt. Da haben alle was von. Die Zuschauer, die Sie gerne sehen wollen und die Fahrer die noch einen "rumstehen" haben, oder bei Ihrer Heimrallye mal glänzen wollen. Es gibt ja auch den umgekehrten Fall, bei uns in D beispielsweise sind die WRC ja mal verboten worden, nachdem für Matthias Kahle zw. 2001-2005 als einzigen (ernsthaften) WRC-Starter die Titel auch nur "Formsache" waren.

  • [MENTION=674]erni[/MENTION]: Meines Wissens nach sind seit heuer in Tschechien WRC in der Sprintmeisterschaft verboten, dürfen aber in der regulären Meisterschaft eingesetzt werden!

  • Werter erni, ich bin Dir nicht in der Beweispflicht. Auch hab´ ich mir die Informationen nicht aus den Fingern gesaugt. Diese stammen von Herrn KommR. Helmut Neverla, Cheftechniker der OSK. Und der sollte es wissen, denn der hat sie von Raimund Baumschlager höchstpersönlich.


    Auch stammt der Ausdruck "wir haben uns FÜR die WRCs entschieden, weil die Leut´ sowas sehen wollen" von dem oben genannten Cheftechniker der OSK. Und der sollte es doch wissen, WAS bei der OSK beschlossen wurde und warum.


    Aber wie gesagt - die Diskussion läuft in eine verkehrte und absolut unwichtige Richtung. Der Erfolg oder Misserfolg der WRCs in der ÖRM wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Und auch ob´s beim Publikum ankommt oder nicht.

  • Ich weiß gar nicht worüber geredet wird. Die Autos sind da, sie sollten auch bewegt werden - in Österreich und auch endlich hier!
    Gibts in Irland, Frankreich, Belgien und Holland auch diese Diskussionen?`

  • Ihr habt recht, einem Grössing und einem Neubauer fehlt die fahrerische Konstanz. Neubauer setzt sein Auto zu oft daneben, und auch der Fiesta macht lt. Berichten von Profis bei der Barum eher einen etwas hergenommenen Eindruck.


    Bauschlager wird denke ich aber so und so nicht zu schlagen sein, er ist der einzige, der über Jahre den Rallyesport zu einem Business gemacht hat und damit kräftig Geld verdient, die besten Sponsoren hat, und natürlich auch die meiste Erfahrung mittlerweile. Das hat sonst niemand, und die Bezeichnung "wie ein Werksteam" besteht wohl zu Recht, schließlich bestückt er auch WRC-Rallies und fährt sogar mit Skoda Auto Deutschland und Kreim echte Werkseinsätze.


    Für die Zuseher ist es natürlich gut so jetzt, viel wichtiger erachte ich aber die Historische Meisterschaft, die geben für die Zuseher mindestens genau so viel her wie die WRC´s, wenn nicht mehr.

  • Ich finde es immer spannend, die Kommentare zu verfolgen (...und das nicht nur anhand der Anzahl sondern auch inhaltlich) je länger ein „Fred“ wird. Letztlich beziehen sich Antworten immer nur auf das kurz vorher Geschriebene und selten auf das gesamte Thema.
    Vielleicht wäre es im Ansatz ganz gut, ein Thema von Beginn an zu lesen.
    Dann ergäben sich einige Antworten von selbst, und viele Fragen wären überflüssig.


    Aber gut:
    In letzter Konsequenz müssen wir Foristi uns nicht den Kopf darüber zerbrechen, welcher Pilot / Copilot ein ausreichendes finanzielles Polster hat um mit was für einem Fahrzeug auch immer an einer Meisterschaft teilnehmen zu können.
    Und noch viel weniger mache ich mir einen Kopf, ob irgendwer überhaupt in der Lage ist ein Fahrzeug adäquat bewegen zu können.
    Wer´s kann, der wird schon was werden in einer Meisterschaft, wer´s nicht kann – der hat eben (nur) seinen Spaß.
    Wir sollten uns freuen, wenn es überhaupt noch welche gibt, die ihre hart (oder eben auch leicht) verdienten Penunzen in irgend ein motorsportliches Projekt stecken um sich selbst und vielleicht auch dem einen oder anderen Zuschauer Spaß und Freude zu bereiten.
    Das Alter der Protagonisten spielt dabei doch eine eher untergeordnete Rolle. Aber es ist doch sicher für alle Beteiligten interessanter an einem Wettbewerb teilzunehmen, bei dem sowohl quantitativ als auch qualitativ etwas geboten wird.


    Außerdem lebt eine Meisterschaft von der Vielfalt der unterschiedlichen Fahrzeuge und natürlich auch von der Vielfalt der Teilnehmer.
    Darum würde ich niemals auf die Idee kommen, eine bestimmte Gruppe von Fahrzeugen von der Teilnahme auszuschließen. Allerdings – und das schrieb ich bereits eingangs dieses Threats – könnte man es den Teilnehmern mit R/GT, WRC, S2000 und ähnlichen ein wenig schwerer machen sich mal eben so ohne Weiteres nach der Hälfte einer Saison die Meisterkrone überzustülpen, indem man ein Punktesystem einsetzt, dass den Teilnehmern in den Divisionen / Klassen, in denen sich die meisten Teams um Punkte streiten, einen gewissen Vorteil verschafft.


    Bevor es ausartet... ein kleines Beispiel... gefällig:


    Beispielberechnung für Platz 1 in einer Division mit 20 Teilnehmern :


    Punkte aus Divisionswertung (((20 – 1)+0,5) / 20) x 10
    ((19 + 0,5) / 20) x 10
    (19,5 / 20) x 10
    0,975 x 10 Für den Gruppen-Sieger 9,75 Punkte


    Der letzte Teilnehmer der Gruppe in Wertung(!!) erhielte immerhin auch noch 2,75 Punkte


    Zusatzpunkte aus der Klassenwertung (gibt es nur bei min. 5 Startern in der Klasse):
    Platz 1 = 1 Pkt
    Platz 2 = 0,75 Pkt
    Platz 3 = 0,50 Pkt
    Wenn eine Division aus mehreren Klassen besteht und in jeder Klasse mindestens 5 Teams an den Start gehen, gibt es zu den Divisionspunkten noch Zusatzpunkte aus der Klassenwertung für Platz 1 – 3 in jeder Klasse innerhalb der Division. Voraussetzung für die Zuteilung der Klassen-Zusatzpunkte aber ist... dass wenigstens 3 Fahrzeuge einer jeden Klasse die erste Wertungsprüfung einer jeden Veranstaltung in Wertung beenden.


    Zusatzpunkte aus der Gesamtwertung:
    Platz 1 = 3 Pkt
    Platz 2 = 2 Pkt
    Platz 3 = 1 Pkt
    Platz 4 = 0,75 Pkt
    Platz 5 = 0,50 Pkt
    Platz 6 = 0,45 Pkt
    Platz 7 = 0,40 Pkt
    Platz 8 = 0,35 Pkt
    Platz 9 = 0,30 Pkt
    Platz10= 0,25 Pkt


    Zur Meisterschaft gewertet werden alle Teilnehmer, die mit Fahrzeugen starten, die in den zur Meisterschaft ausgeschriebenen Divisionen zugelassen sind, sowie alle Fahrer, die eine gültige Internationale Lizenz der Stufe C oder höher vorweisen können. In der Schlussabrechnung der Meisterschaft werden nur die Teilnehmer berücksichtigt, die an mindestens 5 Meisterschaftsläufen teilgenommen haben und bei der letzten Veranstaltung der Meisterschaft die erste Etappe in Wertung beenden.

  • Wieder einmal muß ich sagen: Es freut mich, daß in diesem Thread so viel Bewegung drinnen ist. Da sieht man, daß das Thema "WRC's in Österreich" und der damit hoffentlich einher gehende Aufschwung doch Viele bewegt. Ich würde es lediglich begrüßen, wenn sich mehr von meinen Landsleuten hier zu Wort melden würden.


    @ A Friend:


    Daß wir uns in so vielen Punkten einig sind, ist doch schön, nicht wahr? Aber Eines bitte ich Dich, für die Zukunft zu beachten: Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn man mir falsche Worte in den Mund legt. Sprich: Wenn man mich unrichtig zitiert. Eine gegenteilige Auffassung vertreten, anderer Meinung sein und diese äußern, gesagte Dinge hinterfragen - das geht alles in Ordnung. Aber jemandem das Wort umdrehen - ABSOLUTES NO-GO!!


    Aber gut, ich nehme es zur Kenntnis: Es gibt also offenbar noch ein paar nationale Star-Fahrer in Europa, die ähnliche Möglichkeiten haben wie Raimund Baumschlager in Österreich. Auch wenn ich nach wie vor bezweifle, daß man hier von absolut identischen Voraussetzungen ausgehen kann. In jedem Fall aber sind Belgien, Tschechien und Italien klassische Länder, wo eine Konkurrenzsituation herrscht, die es trotzdem spannend macht. AUCH deswegen, weil dort World Rally Cars zugelassen sind.


    @ Super 2000-Freak:


    Danke für die Erfolgswünsche...wir können jeden Erfolg gebrauchen.


    Ihrem Namen entsprechend, müßten die WRC's weltweit überall eingesetzt werden dürfen. Denn WRC steht ja für World Rally Car. Und nicht für World Championship Rally Car. Aber abgesehen davon: Mag sein, daß in der Theorie Vieles gegen eine Einführung der WRC's auf unserer nationalen Ebene spricht. Aber ist nicht im wirklichen Leben immer die Praxis entscheidend? Und was zeigt uns die Praxis...? Sie zeigt uns ganz konkret nichts Anderes, als daß Länder, in denen WRC's zugelassen sind, wie Belgien oder Tschechien, eine total florierende Meisterschaft haben. Während in Österreich, wo diese Wagen bislang verboten sind, die totale Flaute herrscht, der nun ein Anticlimax gefolgt ist, der sich gewaschen hat. Warum soll man es dann nicht so machen wie Länder, in denen die Rallye-Meisterschaft in voller Blüte steht...?


    Mir wäre auch eine breit aufgestellte Spitze mit RC2-Wagen das Liebste. Aber vielleicht bringt gerade die Zulassung von RC1-Wagen die Initialzündung für den Einsatz von mehr RC2-Wagen (und generell für mehr Aufschwung in der ÖRM-Szene). Denn einerseits steigt durch das Auftauchen von World Rally Cars das Publikums-, das Medien- und damit das Sponsoren-Interesse am (nationalen) Rallyesport. Das bringt schon sehr viel. Andererseits, wenn die WRC-Recken dem Baumschlager auch mit diesen Wagen hinterherfahren, kann man einem Sponsor auch gute Argumente liefern, daß man auch mit einem RC2-Auto gewinnen und Staatsmeister werden kann. Vielleicht kommen wir auf diese Weise zu der gewünschten breit aufgestellten Spitze mit RC2-Wagen, und die eventuell wettbewerbsverzerrenden WRC's verschwinden von alleine. Dann hätten wir das, was wir wollen.


    Ich lasse durchaus mit mir reden, wenn es um die Option geht, die WRC's (speziell die Neuen) zwar starten, aber nicht punkten zu lassen. Das wäre gerade in Anbetracht der bevorstehenden Aufrüstung der WRC's anzudenken.


    @ karl59:


    Im Wesentlichen volle Zustimmung. Was aber das Internet-Zeitalter damit zu tun haben soll, daß ein steigendes Interesse bei Sponsoren durch gesteigerte Attraktivität nicht funktionieren soll, das bedarf jedoch einer hintergründigeren Erklärung.


    @ Stoffe:


    Auch wenn die Diskussion hier bisweilen "etwas aus dem Ruder läuft": Das ist in meinen Augen immer noch besser, als wenn tote Hose herrschen würde. Solange es einigermaßen gesittet abgeht...(und das tut es).


    Und wenn der erni meint, daß sich die OSK wohl kaum dem Druck der Zuschauer gebeugt haben kann, dann hat er ein wenig recht. Denn ich habe nicht den Eindruck, daß sich von dieser Seite allzu viele Personen exponieren würden. Wie auch immer: Sie (die OSK) hat nun endlich einen großen Schritt in die richtige Richtung getan. Hoffentlich nicht zu spät...


    Auf jeden Fall vielen Dank für Deine wertvollen Inputs!


    @ Stefan Blank:


    Das von Dir vorgeschlagene System ist ein gut gemeinter Gedanke, und für eine Hobbyfahrer-Liga wie die Austrian Rallye Challenge (auch wenn auch dort mächtig "angegast" wird; oftmals mehr als in der ÖRM) sicher sehr gut geeignet. Aber in der Top-Liga sehe ich hier einige Probleme. Vor allen Dingen: Wo liegt der Anreiz, ein Top-Rallyefahrzeug (RC1 oder RC2, sage ich jetzt einmal) einzusetzen und dafür ein zig-faches an Budget aufzuwenden, wenn einer mit einem Suzuki Swift Gruppe N auch Staatsmeister werden kann? Eine Top-Liga, auch wenn es die nationale eines kleinen Landes wie Österreich ist, lebt aber auch und vor allem davon, daß auch Top-Fahrzeuge eingesetzt werden. Und zwar möglichst viele. Dieses Ziel würde aber durch ein solches System ad absurdum geführt werden. Selbst der Einsatz eines RC3-Fahrzeuges wäre dann wohl eher fraglich.


    Natürlich - und da gebe ich auch dem Karli1140k recht - sollte man sich nicht nur um eine attraktive Spitze kümmern, sondern auch darum, daß die Rahmenbedingungen für das Breitensport-Segment möglichst optimal sind (Historische u.Ä.). Wichtig ist eben der GESAMTE Rallyesport. Und nicht bloß ein Teilkapitel davon.

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