Neue World Rally Cars: Todt will Hybrid - Hersteller zögern

  • Ich frage mich was man für ein Medikament man nehmen muss, damit einem so ein Mist aus dem Kopf kommt. Gerade ein Todt der aus der Ansauggeräusch-Ära kommt, der bei Peugeot die Gruppe B gemacht hat, der LeMans Einsätze mit Zehnzylindersaugmotor mitgemacht hat und mit Schumi jahrelang die Formel 1 erlebt hat - ich kann es nicht glauben. Wer unbedingt Elektroautos gucken und vor allem Hören will, soll ab 2020 zu WRX gehen, ich auf jeden Fall nicht. ER hat doch gewollt das zum Jahr 2017 die Autos spektakulärer, lauter und brutaler in der Optik werden, und jetzt vollkommener Abdreher vom T-Bone Steak zum Tofuwürstchen. Gruss Jörg

  • Ich denke doch mal er meint damit, dass der E-Antrieb erstmal nur auf den Verbindungsetappen zum Eeinsatz kommen wird.
    Die Idee finde ich nicht schlecht, wird aber wahrscheinlich auch nicht umzusetzen sein, wenn man bedenkt, dass die Fahrer auf Korsika zwei Stunden zur Prüfung fahren mussten...
    Elektrische Wertungsprüfungen, das brauche ich allerdings auch nicht :D

  • Der Sinn von Hybrid ist eher, den elektrischen Antrieb bei Bedarf dazu zu nehmen. Und ihn z.B. beim Bremsen wieder etwas zu laden, und immer dann, wenn gerade die Motorleistung nicht ganz gebraucht wird.


    In der Wp wird sicher beides genutzt. Auf Verbindungsetappen läuft der Motor und lädt den Akku.


    Alles andere wäre höchst “befremdlich“...


    Gruss Jo

  • Zunächst einmal ist es interessant, daß Jean Todt den Motorsport nicht nur als reine Show, sondern als Labor sieht. Nur: In den letzten Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, hat sich in diese Richtung - objektiv betrachtet - nicht wirklich viel getan. Jetzt soll dafür offensichtlich richtig die Post abgehen - eben mit dem Hybridantrieb. Revolution pur.


    Wenn ich dann aber wieder lese, daß da nur ein standardisierter Zusatzantrieb in Betracht kommen soll, der für alle Teilnehmer gleich ist, dann wird die Geschichte mit dem Labor gleich wieder ad absurdum geführt. Aber Hauptsache, man suggeriert die totale Fortschrittlichkeit (siehe Formel 1).


    So oder so stellt sich zumindest für mich die Frage, ob wir mit diesem Technologie-Konzept nicht sehr viele von den Problemen bekommen, wie wir sie auch beim reinen Elektroantrieb haben (und in der letzten Zeit schon oftmals diskutiert haben).


    Das Einzige, was ich wirklich toll finde am Hybridantrieb, ist, daß die Radbremsen durch den Einsatz der Energie-Rückgewinnung entlastet werden und damit der Verschleiß der selbigen reduziert wird. Und daß man eben den Energiegewinn auch verbrauchs-senkend einsetzen kann. Allerdings frage ich mich, ob man diese Art der Bremse so einstellen kann, daß sie so einsetzt, wie es beim Rallyefahrer erwünscht ist. Und ob sich eventuell auch eine unterschiedliche Bremskraftverteilung vorne/hinten so exakt festlegen läßt, wie es beim herkömmlichen System möglich ist.


    Wenn überhaupt, dann sollte man den Hybridantrieb im Rallyewagen optional einsetzen dürfen. Aber nicht MÜSSEN.


    Es gibt jedoch noch viel mehr Möglichkeiten, umweltschonende Technik im Rallyesport zu erproben. Bin gespannt, ob man die auch irgendwann einmal aufgreifen wird - und das in einer nicht allzu fernen Zukunft...

  • Bisher basieren die WRC's und die R5 ja ausschließlich auf Kleinwagen. Welcher Hersteller hat denn, außer Toyota einen Kleinwagen mit Hybrid-Antrieb im Programm? Die meisten Hybrid-Autos bewegen sich im Segment obere Mittelklasse oder SUV. Will Todt damit zukünftig Rallyes fahren lassen? Ich glaube der Kerl ist mitlerweile ein aufgrund seines Alters ein wenig senil!

  • Du glaubst aber nicht im Ernst, dass Hybridtechnik an der Größe der aktuellen Autos scheitert? Die Kisten sind hohl, da passt noch einiges rein. Rallye fährt man zu Zweit mit wenig Gepäck ;)


    Gruss Jo

  • Du glaubst aber nicht im Ernst, dass Hybridtechnik an der Größe der aktuellen Autos scheitert? Die Kisten sind hohl, da passt noch einiges rein. Rallye fährt man zu Zweit mit wenig Gepäck ;)


    Gruss Jo


    Ja, aber auch wenig Gewicht und ein doppeltes Antriebssystem benötigt auch viel Gewicht, was wiederum schizo ist für Motorsport.
    Und dann demnächst werden vielleicht die Stadtrundkurse elektrisch gefahren und die richtigen WPs mit Verbrenner und Sound...?! haha


    Gedanken über Thema E- und Hybrid auch hier:



    https://www.motorsport-magazin…sla-hybrid-keine-loesung/

  • Walter bekommt nen Schreikrampf...:D
    So sehr er polarisieren mag, ich schätze an ihm seine Ehrlichkeit. Selbst wenn er damit bewussterweise auch wichtigen Leuten auf die Füße tritt. Für mich ist das, was er in diesem Interview sagt schon nachvollziehbar!

  • Allein aufgrund der Länge der Wertungsprüfungen (Mammutrallyes, war da nicht was, Herr Todt? :rolleyes:) dürfte eine Elektrifizierung, sei es auch nur in Form eines Hybrids, kaum praktikabel sein. Wie schon geschrieben, wäre es zu teuer, zu ineffektiv, zu umweltunfreundlich oder schlicht zu schwer. Dafür ist die aktuelle Batterietechnologie noch nicht weit genug fortgeschritten. Und selbst wenn fest vorgeschriebene WRC kämen, würde vermutlich ein am Limit bewegter R3 dem schon recht nahe kommen - was für manch einen vielleicht einen Reiz haben könnte [MENTION=1164]Andi Lugauer[/MENTION]


    Thema Sound: Wo kommt z.B. beim Audi SQ7 TDI der fette V8-Sound her? :rolleyes: Stichwort Active Sound ;)


    Aber warum führt man nicht einfach eine alternative Klasse ein, im Rahmen einer AWRC beispielsweise? Mindestgewicht, Leistungsgrenze, ansonsten frei. Antriebskonzept, Brennstoff, eben eine reine Experimentierklasse eben. Eventuell auch öffnen für kleinere Tuningschmieden mit eventuell größerer Erfahrung auf diesem Gebiet. Nur so kommt man technologisch weiter und kann dies auch dementsprechend außerhalb des Motorsports vermarkten. Elektromobilität im heutigen Sinne mit LiIonen-Akkus kann mMn nur eine Übergangstechnologie sein. Es gibt so viele andere tolle Konzepte, die es verdient hätten, weiterentwickelt zu werden und denen man eine Bühne einräumen müsste. Wie Walter schon sagt: Brennstoffzelle, synthetische Kraftstoffe. Was ist mit der Flusszellentechnologie (z.B. Quantino)? Das wird ja momentan alles ausgeblendet.
    Und wenn eine dieser Technologien Erfolg haben sollte, dann wäre ich auch bereit, auf fette Ansauggeräusche zu verzichten. Weil ich will auch in zwanzig, dreißig oder fünfzig Jahren noch spektakulären Sport sehen.

    5 aus 12 ist nur dann 5 aus 88 überlegen, wenn es etwas zu gewinnen gibt

    Einmal editiert, zuletzt von Litermonti ()

  • ;) Elektrofischen und Ti-Tänak ist cool...


    Ehrlich gesagt, ich hab keine Ahnung was dann mit den Insassen und eventuell dazu schwimmenden Helfern passiert. Stelle es mir nicht ganz so dramatisch vor, aber ich weiß es einfach nicht.


    Der Ansicht, sowas sollte in einer freien Klasse, vielleicht mit Leistungsgewichtsbegrenzung oder sonst einer sinnvollen Grenze gegen Ausuferung einfach als Spielwiese erlaubt werden, schließe ich mich an. Zu enges Reglement steht jeder kreativen Entwicklung entgegen.


    Auch bei unserem Golf hab ich schon ernsthaft nachgedacht, ob man so eine dämliche passive Lima braucht, und ob nicht ein Elektro-Zusatzmotor hie und da ein paar PS beisteuern könnte, die er beim Bremsen und auf der Verbindungsetappe wieder brav zurück in die Batterie speist. Das Zusatzgewicht würde man sicher durch die Mehrleistung überkompensieren können.


    Aber das ist natürlich eher eine technische Spielwiese, dadurch würde Rallye weder mehr noch weniger Spaß machen... Da stecke ich die Kohle dann doch lieber in neue Stoßdämpfer und Reifen... Aber für innovative Tuningschmieden etc. könnte das doch ne sinnvolle Betätigung sein.


    Gruss Jo


    PS, es gibt mittlerweile viele verstreute Threads im Forum, die sich mit dem Thema Elektro im Motorsport befassen. Ob es Sinn macht, mal einen großen Sammelthread etwa im Technik-Teil aufzumachen?

    Einmal editiert, zuletzt von Joachim S ()

  • Mince alors! Welchen Tobak hat sich Jean Todt in die Pfeife gestopft? Im Schnitt (!) soll der Yaris Hybrid 54 % aller Kilometer elektrisch zurücklegen – na toll, und dafür schleppt man soviel Zusatzgewicht herum, nur um auf den Verbindungsetappen umweltfreundlich erscheinen zu wollen?


    Dann die Sache mit der Gefahr. Kann mir jemand erklären was ein „permanent erregter Synchronmotor“ bedeuten soll? Ist das Toyota-Neudeutsch für „Gleichstrom“? Gleichstrom fließt die ganze Zeit in die gleiche Richtung und lässt sich nur schwer vom Spannungsteil lösen. Für den Rallyesport bedeutet das: Solange sich ein Auto überschlägt und die Verkabelung oder anderes Spannungsteil die Karosserie berührt aber das Auto auf den Reifen landet, dann ist alles OK (keine Funken). Wenn jedoch jemand die unter Spannung stehende Karosserie berührt und der menschliche Körper gute Erdverbindung hat = TSCHÜSS! Ob ein menschlicher Körper mit der Erde gut verbunden ist, hängt sehr von den Bedingungen ab (trocken/nass/Kleidung/Schuhe). Die Spannung muss nicht hoch sein, bevor sie dem menschlichen Körper ernsthafte Verletzungen zufügen kann. Falls ich „falsch gepolt“ sein sollte, bitte korrigieren.


    Zitat von Thomas Weber, Daimler-Entwicklungschef, der im Jahre 2011 gesagt hat: „Bei großen Autos macht die Hybridisierung Sinn, bei kleineren Autos ist das noch nicht ganz sicher.“ Diese Aussage gilt meines Erachtens auch noch heute.


    Peace.

    I'M NOT DRIVING FAST, I'M ONLY FLYING LOW!

  • [MENTION=7735]flyinglow[/MENTION]


    Was genau jetzt "permanent erregt" bei Toyota bedeutet, kann ich dir nicht genau sagen.
    Bei Elektromotoren unterscheidet man grob in Gleichstrom-, Synchron- und Asynchronmaschinen.
    Bei jedem Synchronmotor liegt im Betrieb am Rotor, sprich der Ausgangswelle, ein permanentes Magnetfeld an. Dieses kann grundsätzlich über Dauermagneten oder mit Gleichstrom durchflossenen Spulen erzeugt werden. Die eigentliche Bewegung des Rotors wird jedoch durch ein sich drehendes Magnetfeld im Stator erzeugt. Hier kommt zumeist Dreiphasen-Wechselstrom zum Einsatz. Dementsprechend ließe sich die Gleichstromproblematik auf jeden Fall mit Dauermagneten im Rotor umgehen...


    Achso: Synchronmotor daher, weil sich Rotor und das Magnetfeld im Stator mit gleicher Geschwindigkeit drehen. Im Gegensatz dazu hinkt der Rotor beim Asynchronmotor der Drehzahl des Magnetfeldes hinterher, da das Magnetfeld des Rotors hier über Induktion erzeugt wird, sodass es eben zu einer Asynchronität der Drehzahlen kommt.


    Hier ein ganz gutes Erklärvideo:
    Hier


    Hoffe, ich konnte ein wenig aufklären. Exkurs Ende ;)

    5 aus 12 ist nur dann 5 aus 88 überlegen, wenn es etwas zu gewinnen gibt

    2 Mal editiert, zuletzt von Litermonti () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Am E-Auto kannst du dir nicht so einfach nen Schlag holen, weil der Gegenpol nicht zur Erde geht. Du kannst EINEN Pol der Batterie immer gefahrlos berühren. Erst wenn du zwischen beide Pole gerätst, wird es gefährlich.


    Zu Hause am Stromnetz ist das anders, weil der Nullleiter mit der Erde verbunden ist, kannst du dir am Phasenleiter einen wischen. Harmlos solange du in Pantoffeln auf dem Teppich stehst, gefährlich wenn du mit der anderen Hand etwa die Wasserleitung berührst...


    Gruss Jo

  • @ Litermonti,


    genauso ist es... Der Begriff "Permanenterregt" bedeutet exakt das was du vermutest, das Erregerfeld wird durch Permanentmagneten erzeugt, nicht durch Spulen.


    Man stelle sich also einen Permanentmagneten vor, der zwischen drei Spulen steht, und sich immer nach dem Magnetfeld der Spulen ausrichtet. Bestromt man die Spulen reihum, dreht sich der Motor. (Es gibt auch Bauformen, wo die Spulen innen sind, und der Läufer glockenförmig drumrum läuft. Die sind was für mehr Drehmoment bei weniger Drehzahl.)


    Leuchtet gleich ein, dass das hohen Wirkungsgrad verspricht, weil die Hälfte der stromdurchflossenen Spulen entfallen. In der Tat haben solche Motoren über praktisch den gesamten Drehzahlbereich sehr gute Werte, bessere als die Asynchronmotoren, die darüberhinaus größer und schwerer bauen.


    Der Nachteil, die Spulen müssen immer richtig bestromt werden, dazu muss man die jeweilige Stellung des Rotors kennen, sonst kommt das "aus dem Tritt". Da steckt dann eine aufwändigere Elektronik mit Rotorlagebstimmung dahinter, ohne die kommt der Motor schlicht nicht ans Laufen. Aber ohne Steuerelektronik geht eh nix vernünftiges, selbst ein oller Gabelstapler kommt längst nicht mehr ohne aus... Deshalb werden diese Motoren sich m.E. durchsetzen, auch wenn Tesla m.W. noch auf die leichter anzusteuernden Asynchronmotoren setzt.


    Gruss Jo

  • [MENTION=12028]Litermonti[/MENTION] [MENTION=1299]Joachim S[/MENTION]
    Super! (Küsschen 2x). Es ist sehr schwer, mit den echten technischen Fortschritten auf diesem Gebiet auf dem Laufenden zu bleiben, denn technische Neuentwicklungen sind nicht unbedingt technische Fortschritte.

    I'M NOT DRIVING FAST, I'M ONLY FLYING LOW!

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