Neues WRC-Reglement: Todt fordert rasches Umdenken

  • Ein 73 Jahre alter Mann sollte in Pension sein....


    Gilt das auch für Walter Röhrl? ;)


    Wenn Einer gut arbeitet und als führende Autorität den richtigen Sinn für das jeweils passende Programm hat, ist es mir egal, wie alt er ist und wie er heißt.


    Eigentlich ist (nicht "wäre"; IST! ;)) Jean Todt die ideale Besetzung für den Posten als FIA-Präsident. Er hat den Rallyesport (und nicht nur den) aus den verschiedensten Perspektiven in Theorie und Praxis kennengelernt. Er war Copilot von Größen wie Timo Mäkinen, Achim Warmbold, Hannu Mikkola oder Ove Andersson, und er hat an der Seite von Guy Frequelin um den Fahrer-Weltmeistertitel gekämpft. Hervorragende Qualitäten hat er natürlich vor Allem als Sportchef von Peugeot bewiesen, in der Glanzzeit der Gruppe B, und später als Ferrari-Formel 1-Teamchef. Ein blendender Stratege und Analytiker ist er mit Sicherheit, und das ist für seine aktuelle Position enorm wichtig. Und nicht zuletzt sollte Jemand, der in so unterschiedlichen Funktionen im Sport tätig war wie er, auch gut in der Lage sein, über einen bestimmten Tellerrand hinauszublicken.


    Das große Problem sehe ich eher in der Lobby derer, die nur auf den kurzfristigen großen Geldgewinn programmiert sind und dabei auf die natürlich gewachsene Kultur und Identität des Rallyesports (wie auch auf andere moralisch relevante Aspekte) denkbar wenig Rücksicht nehmen. Elektro und Hybrid ist momentan sehr in aller Munde, auch wenn bei näherer Betrachtung der ökologische Gewinn hier gar nicht so toll ausfällt. Da wollen natürlich einige „Finanzhaie“ auf diesen Zug aufspringen und damit schnell einen großen Profit schlagen. Und ich glaube dem Sergio, wenn er sagt: Die Werke bzw. deren Repräsentanten haben einen entscheidenden Einfluß auf die Reglementgestaltung (wenn nicht in der Praxis sogar noch stärker als die FIA selber).


    Es ist natürlich schwierig, sich als Institution, die die Regeln gestaltet, gegen solche Strömungen zu widersetzen. Eigentlich wären Konsumenten, die in ihrer Gesamtheit mündig sind und ihren Hausverstand bewußt einsetzen, das beste Heilmittel, um Fehlentscheidungen vorzubeugen, die durch Geldgier und damit verbundenes Tarnen und Täuschen motiviert sind. Weil wir wissen Alle, was mit einem Unternehmen passiert, das die Wünsche seiner Kunden nicht berücksichtigt…


    Darum wird es für uns Alle immer wichtiger, aufmerksam zu sein und den Kopf zu einzusetzen. Das kann durch nichts ersetzt werden.


  • Das ist eigentlich ganz einfach, seitdem ich eine gewisse Person mit den Initialen AL aus Ö auf meine Ignorierliste gesetzt habe (einziger User bisher!!!), kann ich das Forum wieder viel mehr genießen. Sollte ich mal Beiträge lesen müssen, weil ich mich nicht eingeloggt habe, oder jemand leider Gottes diese Person zitiert, fühle ich mich jedes Mal absolut bestätigt.

  • Manchmal verstehe ich die (gesamte) Community einfacht nicht.


    Es wurde sich Jahre lang eine Fahrzeugklasse ähnlich der Gruppe-B gewünscht. Jetzt wo sie seit zwei Jahren fahren, solls wieder seriennah sein? Hä? Wo wart ihr gedanklich die letzten beiden Jahre? Die WRC ist seit Ewigkeiten nicht mehr so spannend gewesen, es zieht wieder wesentlich mehr Leute an die Strecke und weitere asiatische Marken hegen auch wieder Interesse. Kann es nicht einmal so bleiben, wie es gerade ist?


    Es gibt ein altes Sprichwort: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und auch wenn manches Optische der derzeitigen World Rally Cars an die Gruppe B angelehnt wirkt und ich das Eine oder Andere davon durchaus goutiere: Vom Stil und von der Vielfalt können die bei Weitem nicht mit der Gruppe B mithalten. Vergleiche einmal ein jetziges WRC mit einem Lancia 037, einem Porsche 911 oder selbst einem einfachen Opel Manta 400: Das ist nie und nimmer das gleiche Flair, das da rüberkommt. Da haben für mich eher noch die erste WRC-Generation samt der F2-Kitcars und bestimmte Vertreter der Gruppe A Gene erkennen lassen, die auf die Gruppe B hindeuten. Von der technischen Vielfalt der Gruppe B gar nicht zu reden. Da hat es keine zwei Autos verschiedener Marken gegeben, die zu mehr als 70 Prozent technisch identisch waren. Wenn du heute die WRC’s beliebiger Marken miteinander vergleichst, sind die allesamt zu mindestens 95 Prozent identisch. Und nur die unterschiedlichen Embleme auf der Kühlerhaube: Das ist mir zu wenig.


    Versteht mich nicht falsch: Ich will keine Rückkehr der Extreme und des Wildwuchses, wie sie zur Gruppe B-Zeit geherrscht haben. Man kann (in punkto Sicherheit und Ausgeglichenheit) auch geordnete Verhältnisse schaffen, ohne daß man jegliche Kreativität und Vielfalt unterbindet. Es scheitert an der unausgewogenen Machtverteilung der beteiligten Lobbys. Und daran, daß generell viel zu oft auf die falschen Menschen gehört wird. Das merkt man schon hier im Forum, aber dazu will ich mich im Moment nicht äußern…

  • In den heute so gerne verklärten Gr. B Zeiten waren Minutenabstände die Norm, das muss doch abartig langweilig gewesen sein, wenn nach 5 Sonderprüfungen zwischen 1. und 3. 5 Minuten liegen und nur noch technische Defekte den Ausgang beeinflussen können . Ich möchte sowas nicht wieder haben. Das aktuelle Reglement ist perfekt, mit Hybrid befürchte ich allerdings Gr. B Zustände....

  • [MENTION=14854]driftwinkel[/MENTION]: Zumindest in den unteren Klassen sollen ja nach neuer FIA-Pyramide "Tuner" die Möglichkeit haben Fahrzeuge zu homologieren.

  • Vom Stil und von der Vielfalt können die bei Weitem nicht mit der Gruppe B mithalten. Vergleiche einmal ein jetziges WRC mit einem Lancia 037, einem Porsche 911 oder selbst einem einfachen Opel Manta 400: Das ist nie und nimmer das gleiche Flair, das da rüberkommt.


    Vergleiche mal ein heutiges Fußballspiel mit einem Spiel zur Gruppe B-Zeit. Das ist auch ein komplett anderes Flair. Damals war noch eine größere Vielfalt unter den Spielern, es wurde getrunken und geraucht, das hatte Stil. Trotzdem wird es heute nicht zu unrecht als Standfußball betitelt, die Spiele waren viel langsamer und wirken verglichen zu heute fast wie in Zeitlupe, vom sportlichen und technischen Aspekt mal garnicht zu sprechen.
    Ich hoffe du siehst selbst die Parallelen zum Rallysport.
    Heute ist eben alles viel schneller und professioneller, deswegen laufe ich den damaligen Zeiten doch nicht auf ewig nach. Auch wenn ich nicht alles neue gutheiße, die Welt verändert sich nunmal..


    Von der technischen Vielfalt der Gruppe B gar nicht zu reden. Da hat es keine zwei Autos verschiedener Marken gegeben, die zu mehr als 70 Prozent technisch identisch waren. Wenn du heute die WRC’s beliebiger Marken miteinander vergleichst, sind die allesamt zu mindestens 95 Prozent identisch. Und nur die unterschiedlichen Embleme auf der Kühlerhaube: Das ist mir zu wenig.


    Zu mindestens 95 Prozent identisch und nur unterschiedliche Emblebe? Wie bitte kommst du darauf? :confused:
    Mal unabhängig davon, dass ich aktuelle WRCs selbst im Dunkeln schon von hunderten Metern Entfernung voneinander unterscheiden kann (auch vom Klang), solltest du vielleicht auch mal darüber nachdenken dir die aktuellen Wagen mal live in Aktion anzuschauen, bevor du darüber urteilst.
    Natürlich sind die sich gezwungener Maßen durch das Reglement sehr ähnlich, dennoch unterscheiden sich die Achs- und Fahrwerksgeometrien, Aerodynamikphilosophien und Motoren nicht nur durch verschiedene Zulieferer, das ist nicht zu übersehen/hören.
    Abgesehen davon finde ich fast 400 PS Leistung aus so einem kleinen Motor (1,6l & 36mm Luftmengenbegrenzer), der mit Turbo und Krümmer usw. noch kein dreistelliges Gewicht auf die Waage bringt nicht so schlecht und altbacken. Da jetzt mit aller Gewalt ein Hybridsystem durchzuprügeln, dass womöglich noch aus Gleichteilen besteht (und somit quasi keine Entwicklung mit sich bringt) finde ich ziemlich unnötig.


    In den heute so gerne verklärten Gr. B Zeiten waren Minutenabstände die Norm, das muss doch abartig langweilig gewesen sein, wenn nach 5 Sonderprüfungen zwischen 1. und 3. 5 Minuten liegen und nur noch technische Defekte den Ausgang beeinflussen können . Ich möchte sowas nicht wieder haben. Das aktuelle Reglement ist perfekt, mit Hybrid befürchte ich allerdings Gr. B Zustände....


    Und genau das ist der springende Punkt!
    Da habe ich doch lieber ein eng geschnürtes Reglement, dass es vier verschiedenen Marken erlaubt um Sekundenbruchteile zu fighten, als vorhersehbare Langeweile durch konzeptbedingte Vor- und Nachteile. Und der Wunsch, die verschiedenen Konzepte durch Reglementierung auf ein gleiches Niveau zu bringen, bleibt leider Utopie - siehe die ständigen Diskussionen um die BOP.


    Also es gilt festzuhalten, dass die aktuellen Rallyewagen noch nie so schnell waren. Außerdem sind sie sehr ausgeglichen, was uns seit 2017 immer noch spannendere Saisons und Kämpfe beschert, dafür bin ich sehr dankbar. :)

    Buy the ticket, take the ride..

  • In den heute so gerne verklärten Gr. B Zeiten waren Minutenabstände die Norm, das muss doch abartig langweilig gewesen sein, wenn nach 5 Sonderprüfungen zwischen 1. und 3. 5 Minuten liegen und nur noch technische Defekte den Ausgang beeinflussen können .


    Fast wie in der ÖRM...;)


    Zu den Spannungs-Aspekten vgl. Gruppe B vs. WRC heute wollte ich mich schon separat äußern. Man will ja die Leser nicht überfordern, indem man zu viele Themen/Aspekte in einem Eintrag bearbeitet.


    Grundsätzlich gilt (und ich hoffe, ich muß das nicht noch Zig-mal wiederholen): Mir hat auch nicht Alles an der Gruppe B gefallen. Mir sind durchaus auch massive Negativ-Elemente in Erinnerung. Ich bin nicht Albert Einstein, aber mein Langzeitgedächtnis schlägt nicht so schnell Einer. ;) So viel zum Thema "Rosarote Brille" und "Verklärung". Man kann von der Gruppe B-Ära halten, was man will, aber in Sachen sportlicher Spannung war das absolut keine tolle Zeit.


    Aber das war, wie manches andere Negative (Gefahren, Risiken,...) auch, hauptsächlich das Resultat der extremen PS-Werte und -Unterschiede. Und die hätte man mit ein paar Tricks sicher auf einen erträglichen Wert reduzieren können. Wenn mir gar nichts Anderes einfällt, kann ich immer noch Motoraufladungen verbieten und eine Hubraumgrenze festlegen. Heute gäbe und gibt es um Einiges elegantere Methoden, bis hin zu einem maximalen Treibstoffmengen-Durchlaß. Damit bleibt wieder mehr Möglichkeit, konstruktive Freiräume zu schaffen und trotzdem der BOP angemessen Rechnung zu tragen.


    [MENTION=14643]Kave[/MENTION]:


    Erst einmal vielen Dank, daß Du Dich wenigstens bemühst, Sachaspekte in die Diskussion einzubringen. Auch das verdient Respekt. :)


    Vergleiche mal ein heutiges Fußballspiel mit einem Spiel zur Gruppe B-Zeit. Das ist auch ein komplett anderes Flair. Damals war noch eine größere Vielfalt unter den Spielern, es wurde getrunken und geraucht, das hatte Stil. Trotzdem wird es heute nicht zu unrecht als Standfußball betitelt, die Spiele waren viel langsamer und wirken verglichen zu heute fast wie in Zeitlupe, vom sportlichen und technischen Aspekt mal garnicht zu sprechen.
    Ich hoffe du siehst selbst die Parallelen zum Rallysport.
    Heute ist eben alles viel schneller und professioneller, deswegen laufe ich den damaligen Zeiten doch nicht auf ewig nach. Auch wenn ich nicht alles neue gutheiße, die Welt verändert sich nunmal..


    Was Fußball mit Rallyesport zu tun hat, weiß ich nicht. Ich laufe prinzipiell keinen früheren Zeiten nach (siehe Oben). Aber es muß trotzdem erlaubt sein, zu hinterfragen, ob jede Veränderung, die auf einem bestimmten Gebiet stattgefunden hat, sinnvoll und vernünftig ist, oder ob man nicht doch die eine oder andere "Neuerung" im Interesse des Erfolges und des Vermeidens von Problemen (so sich ein konkreter Anlaß dazu ergibt) rückgängig machen sollte. Alles Andere ist Dogmatismus pur.


    Zu mindestens 95 Prozent identisch und nur unterschiedliche Emblebe? Wie bitte kommst du darauf? :confused:
    Mal unabhängig davon, dass ich aktuelle WRCs selbst im Dunkeln schon von hunderten Metern Entfernung voneinander unterscheiden kann (auch vom Klang), solltest du vielleicht auch mal darüber nachdenken dir die aktuellen Wagen mal live in Aktion anzuschauen, bevor du darüber urteilst.
    Natürlich sind die sich gezwungener Maßen durch das Reglement sehr ähnlich, dennoch unterscheiden sich die Achs- und Fahrwerksgeometrien, Aerodynamikphilosophien und Motoren nicht nur durch verschiedene Zulieferer, das ist nicht zu übersehen/hören.
    Abgesehen davon finde ich fast 400 PS Leistung aus so einem kleinen Motor (1,6l & 36mm Luftmengenbegrenzer), der mit Turbo und Krümmer usw. noch kein dreistelliges Gewicht auf die Waage bringt nicht so schlecht und altbacken. Da jetzt mit aller Gewalt ein Hybridsystem durchzuprügeln, dass womöglich noch aus Gleichteilen besteht (und somit quasi keine Entwicklung mit sich bringt) finde ich ziemlich unnötig.


    Dem letzten Satz hier stimme ich zu hundert Prozent zu! :)


    Das Andere...na ja.


    Gewiß sind Leistungen von um die 380 PS aus 1,6 Liter Hubraum ein respektabler Wert. Aber daß das mit einem bestimmten Aufwand (den man wohl auch nicht außer Acht lassen darf) standardmäßig möglich ist, zeigt ja, daß das eigentlich keine technologische Sensation im eigentlichen Sinn ist. Mag sein, daß sich die Motoren, Antriebe und Fahrgestelle im Detail voneinander unterscheiden (man muß ja auch ein bißchen Marken-Identität suggerieren). Es ist trotzdem nicht das, was ich mir unter wirklicher Ingenieurskunst bzw. konstruktiver Eigenständigkeit vorstelle.


    Okay - je mehr unterschiedliche Konzepte, und je mehr unterschiedliche Performance der Wagen, umso ungleicher für die Fahrer. Aber es ist ja nicht so, daß es überhaupt keine Vielfalt mehr geben kann. Ich habe genügend Rallyes gesehen, wo Gruppe N-Autos World Rally Cars das Tempo vorgegeben haben. Und derlei Ähnliches. Und das ist noch gar nicht Alles so lange her...


    Und mit anspruchsvolleren Strecken lassen sich fahrzeugmäßige Unterschiede auch sehr stark relativieren. Ja, ich wiederhole mich. Was bleibt mir denn Anderes übrig?


    Jedenfalls: SOOO eine extreme Utopie sind ausgeglichene sportliche Verhältnisse bei gleichzeitiger Wagenvielfalt nicht. Und mit ein paar kleinen Tricks könnten bei ein paar Rallyes auch GT-Wagen um den Sieg mitfahren. Aber wenn man will, kann man immer tausend Gründe finden, die gegen etwas sprechen. Bis hin zu "Wir wollen keine WP, wo es eine Kurve gibt, weil da könnte man ja hinausrutschen...". Jaja.

    Einmal editiert, zuletzt von Andi Lugauer () aus folgendem Grund: Formale Korrekturen

  • Vergleiche mal ein heutiges Fußballspiel mit einem Spiel zur Gruppe B-Zeit. Das ist auch ein komplett anderes Flair. Damals war noch eine größere Vielfalt unter den Spielern, es wurde getrunken und geraucht, das hatte Stil. Trotzdem wird es heute nicht zu unrecht als Standfußball betitelt, die Spiele waren viel langsamer und wirken verglichen zu heute fast wie in Zeitlupe, vom sportlichen und technischen Aspekt mal garnicht zu sprechen.
    Ich hoffe du siehst selbst die Parallelen zum Rallysport.


    OK, dann versuchen wir es doch mal anders herum.
    -Eine Fußballmanschaft darf nur noch mit 9 Mann auflaufen und der Kader wird auf max. 18 Mann beschränkt...spart kosten.


    -Das Spielfeld wird verkleinert, anstatt der Auslinie wird eine Bande installiert und die Tore werden um X% vergrößert...das macht das Spiel noch schneller und es fallen mehr Tore.


    -Um ein Wettrüsten der Schuhhersteller zu unterbinden, gibts ab sofort nur noch Einheitslatschen.


    -Da ja angeblich die Aufmersamkeitsspanne der Zuschauer immer weiter sinkt, wird die Spielzeit auf 2x30min verkürzt.


    -Um dem Umweltschutz gerecht zu werden, finden alle Spiele nur noch bei Tageslicht statt (spart Energie) und an den Fressbuden gibts nur noch Tofuwürstchen im Biovollkornbrötchen, dazu reicht man mediterranes Wasser aus der Region.


    Schlage das mal einem eingefleischten Hardcore-Fußballfan vor, der seiner Mannschaft ständig hinterher reist...ich hoffe da kommst mit nem blauen Auge davon ;)


    Was ich aber damit sagen will...Sicher ändern sich die Zeiten, aber muss ich den jeden scheiß mitmachen, nur weil es "angeblich" besser wäre?
    Klar darf man den Umweltaspekt nicht aus den Augen verlieren, aber deswegen muss man doch nicht mit der Brechstange an das Thema gehen und z.B. die Hybridtechnologie quasi einfordern und am besten noch gleich mit nem fixen Datum winken...was es bringt sieht man ja an der WRX.


    Es gibt genug umweltgerechte Ansätze, die deutlich einfacher umzusetzen wären...
    Mittlerweile gibt es ein Hanffasergewebe, welches man als Ersatz für Kohle- oder Glasfaser nehmen könnte...sicherlich noch nicht geeignet für hochbelastete und Sichheitsrelevante Teile. Aber Kotflügel, Seitenwände, Flaps etc. sind damit problemlos herzustellen, man brauch nicht mal neue Formen oder Technologien entwickeln.

  • In den heute so gerne verklärten Gr. B Zeiten waren Minutenabstände die Norm, das muss doch abartig langweilig gewesen sein, wenn nach 5 Sonderprüfungen zwischen 1. und 3. 5 Minuten liegen und nur noch technische Defekte den Ausgang beeinflussen können . Ich möchte sowas nicht wieder haben. Das aktuelle Reglement ist perfekt, mit Hybrid befürchte ich allerdings Gr. B Zustände....


    Wäre auch spannend wenn man die Zeiten an die Fahrer nur am Tagesende und nicht nach jeder Prüfung raus geben würde...
    Denk Mal dran wie es sich schon positiv ausgewirkt hat als verboten wurde die Zwischenzeiten an die Fahrer zu geben...

  • Hört sich gut an, in der Praxis allerdings schwer durchführbar....


    So schwer wäre es gar nicht...
    Im Cockpit ist die Kommunikation ja nahezu überwachbar...
    Und zum Service kann man die Fahrer auch in einen sperrbereich bringen...dort bekommen sie einen Reifen Zettel auf dem sie Kreuze für den Wunsch der nächsten Runde haben wollen. Gleichzeitig bekommen sie Hinweise der Team zugestellt die nix mit den Zeiten sondern nur mit Setup und was weiß ich zu tun haben dürfen...ggf. Wetter...
    Noch besser alle bekommen das gleiche wetter...
    Wenn man das zu ende spinnen würde...
    Aber keine Angst...war nur so ein hirnpfurz von mir

  • …..ich will die S 1600 zurück - wegen der geringeren Umweltbelastung : weniger Metall - weniger Co2 - weniger Feinstaub - kleinere Batterie - gailerer Sound.


    Frank... jetzt sei ein wenig bescheiden... ein Geburtstagswunsch ist Dir doch schon erfüllt worden... jedoch - wo Du recht hast, hast Du recht...

  • Hier schwärmen immer alle von den Sekundenabständen ,die nur dank der neuen Generation der WRC Fahrzeuge zu Stande kommen !
    1. Sitz imner noch ein Fahrer im Auto der Gas gibt und auf die Bremse tritt.
    2 Bin ich der Meinung ,das all die Fahrer die in einem WRC sitzen ,auch in einem R5 Fahrzeug Sekunden auseinander wären .
    3. Würde die Meisterschaft nur mit R5 Fahrzeugen ausgefahren , wäre die Hersteller Vielfalt größer und die Kosten würden um ein vielfaches sinken . Hersteller könnten dann durchaus 4 Fahrzeuge einsetzten ( würden dann immer noch nicht an die Kosten kommen für den Einsatz der jetzigen WRC Fahrzeuge )
    4.Würden die Kosten auf diese Art sinken , bräuchte man sich auch nicht so große Gedanken über die Anzahl der Veranstaltungen machen .
    5. Und für die Zuschauer denen R5 Fahrzeuge nich laut genug sind ...da lässt sich bestimmt für kleines Geld auch etwas machen !


  • Erst einmal vielen Dank, daß Du Dich wenigstens bemühst, Sachaspekte in die Diskussion einzubringen. Auch das verdient Respekt.


    Was Fußball mit Rallyesport zu tun hat, weiß ich nicht. Ich laufe prinzipiell keinen früheren Zeiten nach (siehe Oben). Aber es muß trotzdem erlaubt sein, zu hinterfragen, ob jede Veränderung, die auf einem bestimmten Gebiet stattgefunden hat, sinnvoll und vernünftig ist, oder ob man nicht doch die eine oder andere "Neuerung" im Interesse des Erfolges und des Vermeidens von Problemen (so sich ein konkreter Anlaß dazu ergibt) rückgängig machen sollte. Alles Andere ist Dogmatismus pur.


    Ich versuche nur, dass du und andere hier im Forum sich vielleicht etwas näher kommen können.


    Fußball hat nix mit Rallyesport zu tun, es gibt aber wie von mir angesprochen Parallenen in der Entwicklung: Flair, Stil, Geschwindigkeit, Professionalität, Kommerzialisierung..
    Sicherlich ist es erlaubt - und von mir auch gerne gesehen - alles zu hinterfragen. Die eigene kritische Betrachtung und Einschätzung aber als Fakten darzustellen, ist eine andere Sache, weshalb wohl auch einige hier von dir genervt sein dürften. Denn deine Wahrnehmung und Meinung entspricht nunmal (leider?) nicht dem Gros der Bevölkerung.

    Gewiß sind Leistungen von um die 380 PS aus 1,6 Liter Hubraum ein respektabler Wert. Aber daß das mit einem bestimmten Aufwand (den man wohl auch nicht außer Acht lassen darf) standardmäßig möglich ist, zeigt ja, daß das eigentlich keine technologische Sensation im eigentlichen Sinn ist. Mag sein, daß sich die Motoren, Antriebe und Fahrgestelle im Detail voneinander unterscheiden (man muß ja auch ein bißchen Marken-Identität suggerieren). Es ist trotzdem nicht das, was ich mir unter wirklicher Ingenieurskunst bzw. konstruktiver Eigenständigkeit vorstelle.


    Verstehe, aber zu mindestens 95% identisch hört sich das jetzt auch nicht mehr an. Ich jedenfalls finde die aktuellen Wagen trotzdem richtig gut.
    Und wo lag denn die letzte technologische Sensation (im Motorsport)?

    Okay - je mehr unterschiedliche Konzepte, und je mehr unterschiedliche Performance der Wagen, umso ungleicher für die Fahrer. Aber es ist ja nicht so, daß es überhaupt keine Vielfalt mehr geben kann. Ich habe genügend Rallyes gesehen, wo Gruppe N-Autos World Rally Cars das Tempo vorgegeben haben. Und derlei Ähnliches. Und das ist noch gar nicht Alles so lange her...


    Das gibt es tatsächlich, aber wenn nicht schwierige Wetterverhältnisse dafür verantwortlich sind kommt das meistens bei Hobby-Rallyes vor und das meine ich nicht herabwürdigend. In der WM und gerade dort an der Spitze sind die Fahrer aber auf einem so hohen und gleichen Niveau, dass sich eine schlechtere Performance des Autos nur mehr sehr schwer ausgleichen lässt und deshalb direkt aufs Ergebnis auswirkt. Alleine deshalb würde fast niemand dieses Risiko eingehen.

    Jedenfalls: SOOO eine extreme Utopie sind ausgeglichene sportliche Verhältnisse bei gleichzeitiger Wagenvielfalt nicht.


    Wo gibt es sowas denn? In (so gut wie) allen FIA-Rennserien sind vorgeschriebene Fahrzeugmaße gang und gäbe, genau wie Motorenkonzepte, Reifen- und Bremsendimension usw. (Siehe F1, Rallyecross, GT etc.) Und auch andere Rennserien bieten durch ein striktes Reglement hervorragenden Motorsport (MotoGP, NASCAR, DTM..)
    Und ich weiß, dass du Rallye (wieder) als einen Vorreiter sehen willst, aber es liegt scheinbar nicht (mehr) im Interesse der Teams, Werke, Sponsoren (und Fans?) ein für unterschiedliche Konzepte offenes Reglement zu haben.
    Und selbst wenn das Reglement es hergibt, wie in der WEC, setzen sich doch meist die bekannten und bewährten Konzepte durch bzw. werden andere Konzepte mangels Erfolg eingestellt (z.B. Nissan GT-R LM Nismo oder experimentelle Wagen wie der DeltaWing/Nissan ZEOD RC). Diese Millionengräber will doch kein CEO.


    Lange Rede, garkein Sinn. ;)
    Jedenfalls sind wir uns ja alle einig, dass es keinen Sinn macht, aus politischen Gründen ein (Einheits)Hybridsystem durchzuprügeln. Warten wir ab wie letzendlich das neue Reglement aussehen wird, es soll ja dieses Jahr noch verabschiedet werden..

    Buy the ticket, take the ride..

  • Ich hoffe das Jean Todt abwartet.
    Den großen Elektroumschwung werden wir ab dem nächsten Jahr merken. Und es wird drei Jahre dauern bis jeder Hersteller seine zivilen Stromer verkaufen kann.
    Erst wenn das passiert ist kommt die Technik in Kleinwagen wie sie in der WRC eingesetzt werden.
    Und auf diesem Weg liegen meiner Meinung nach noch viele unangenehme Erfahrungen die die Welt mit E-Autos macht.


    Das würde ich abwarten.


    Und auf der Anderen Seite hat Toyota ja schon bei LeMans einen Hybrid gezeigt. Ich glaube nicht das dadurch der Hybrid-Umsatz durch die Decke gegangen ist. Man verpasst also auch kaum was.
    Im Gegenteil. Ein interessantes E-Auto ist z.B. der Hyundai ionic. Und der gefällt mir nicht weil Hyundai Rallye fährt, sondern weil das Auto praktisch ist und es ordentlich gemacht zu sein scheint.


  • Gut gebrüllt, Löwe!

  • Gut gebrüllt, Löwe!


    "Gut gedacht, Eule!" würde ich für passender halten. Brüllen ist keine Kunst. Sinnvoll denken schon viel mehr.


    In (so gut wie) allen FIA-Rennserien sind vorgeschriebene Fahrzeugmaße gang und gäbe, genau wie Motorenkonzepte, Reifen- und Bremsendimension usw. (Siehe F1, Rallyecross, GT etc.) Und auch andere Rennserien bieten durch ein striktes Reglement hervorragenden Motorsport (MotoGP, NASCAR, DTM..)
    Und ich weiß, dass du Rallye (wieder) als einen Vorreiter sehen willst, aber es liegt scheinbar nicht (mehr) im Interesse der Teams, Werke, Sponsoren (und Fans?) ein für unterschiedliche Konzepte offenes Reglement zu haben.
    Und selbst wenn das Reglement es hergibt, wie in der WEC, setzen sich doch meist die bekannten und bewährten Konzepte durch bzw. werden andere Konzepte mangels Erfolg eingestellt (z.B. Nissan GT-R LM Nismo oder experimentelle Wagen wie der DeltaWing/Nissan ZEOD RC). Diese Millionengräber will doch kein CEO.


    Ich weiß, daß viele Rennserien auf Einheitsbrei programmiert sind. Beim Aussehen der Wagen wie bei der Motor- und Antriebstechnik. Aber was für F1, Nascar, Moto-GP et Cetera gut ist (was man auch hinterfragen kann), muß nicht auch für den Rallyesport gut sein. Es war immer üblich, daß bei Rallyes modifizierte Vertreter der unterschiedlichsten Straßenautos mitgefahren wird: Vom klassischen Brot- und Butter-Auto über unterschiedlichste Mittelklasse-Wagen bis hin zum fast reinrassigen Sportwagen des Zuschnitts Porsche 911 oder Ferrari GTB (Ältere unter uns werden auch das noch wissen...). Und es hat in früheren Zeiten trotz der Unterschiede zwischen den Wagen und den Längen der Rallyes (oder gerade deswegen?) öfter Führungswechsel gegeben (die Gruppe B-Zeit von 1984 bis '86 einmal ausgeklammert). Das hat, wie auch andere vom herkömmlichen Motorsport abweichende System-Elemente, immer den charakteristischen Reiz des Rallyesports ausgemacht. Für mich unverständlich, daß man das um jeden Preis killen muß.


    Und man könnte auch in der Formel 1 Manches mehr an Vielfalt einbringen, zumindest im technischen Bereich (wie es bei den Sportwagen teilweise üblich ist). Warum müssen die Motoren alle bis auf die Zylinder- und Ventilzahl gleich sein? Warum sollen die Motoren nicht unterschiedlich gestaltet sein und die Ingenieure dabei ihr jeweiliges Know-how einsetzen dürfen? Motorsport ist auch ein Wettbewerb der Konstrukteure, und es ist nicht zuletzt für die Akzeptanz des Motorsports wichtig, daß er auch als Experimentierfeld für Konstruktionen der Zukunft dient. Im Sinne der Ökologie (vordringlich), im Sinne der Bedienerfreundlichkeit (wobei da heute ohnehin kaum noch Verbesserungen möglich sind) - was auch immer. Ein maximaler Treibstoff-Durchlaß, sonst alle Freiheiten - fertig.


    Die Killer-Argumente, die gegen solche Regelungen angeführt werden, lauten immer: Zu hohe Kosten, zu wenig Gleichwertigkeit. Überlegen wir: Jetzt sind die Kosten auch extrem, und es wird auch enorm viel investiert, um die wenigen Spielräume des Reglements auszunützen und möglichst die Nummer Eins zu sein. Und es gewinnt auch so gut wie immer Mercedes oder Ferrari. Was hat die Gleichmacherei dann wirklich an Vorteilen gebracht? Oder gibt es nicht doch bloß Nachteile?


    Verstehe, aber zu mindestens 95% identisch hört sich das jetzt auch nicht mehr an. Ich jedenfalls finde die aktuellen Wagen trotzdem richtig gut.
    Und wo lag denn die letzte technologische Sensation (im Motorsport)?


    Ich will jetzt nicht darüber streiten, ob die jetzigen World Rally Cars zu 95, zu 90 oder zu 85 Prozent identisch sind. Und ob sich die Fahrwerksteile in der Form ein wenig unterscheiden, oder ob die Motoren im Bohrung/Hub-Verhältnis ein wenig anders sind: Für mich sind die Wagen viel zu eintönig. Mögen Andere sie trotzdem toll finden - ich habe kein Problem damit. Ich sage nur: Es wäre gerade bei den heutigen technischen Möglichkeiten leicht möglich, etwas mehr Abwechslung hineinzubringen, ohne daß man für die Messung der Zeitunterschiede statt einer Stoppuhr einen Kalender brauchen würde. Und das wäre für Alle besser und schöner. Ich habe noch nie einen Rallye-Anhänger gesehen, der nicht begeistert ist, wenn statt der üblichen Kleinkisten oder Mitsubishis ein Porsche mit sechs Zylindern oder ein anderer Exote vorbeizieht. Schon mit einer Gestaltung des WRC-Reglements, ähnlich wie es ab 1997 gegolten hat, wären wir sehr viel weiter.


    Betreffend der letzten technischen Sensation im Motorsport: Es ist schwer, festzulegen, was man als solche definieren kann. Für mich waren die besonders sparsamen und dabei leistungsfähigen Honda-Turbomotoren in den Achtziger Jahren der Formel 1 besonders bewundernswert. Oder auch, welch eine Leistung BMW aus einem einfachen Vierzylinder herausgeholt hat - ein fast schon ordinärer Block von einem Straßenauto! Natürlich hat mir auch der Sieg von einem Wankelmotor in Le Mans sehr gefallen. Oder der erste Platz einer Wankel-Norton auf der Isle of Man 1992. Überhaupt ist es für mich interessant, was sich Techniker im Lauf der Zeit Alles einfallen haben lassen, um ihre Fahrzeuge schneller, leistungsfähiger und effizienter zu machen. Leider ist es im Lauf der Zeit immer schwieriger geworden, hier markante Zeichen zu setzen. Eben wegen der extremen Reglementierung.


    Ich möchte an dieser Stelle vorerst abbrechen und erst später fortsetzen, da ich noch Einiges zu sagen habe. Aber ich will dem Umstand Rechnung tragen, daß die Leser mit einer bestimmten Textmenge oftmals überfordert sind.


    Ich komm wieder. Keine Frage! :D

  • Ein Umstand der sowohl in der F1 wie auch in der WRC schade ist, ist das die Revolutionen nicht mehr vom normalen Publikum verstanden werden können.
    Da erzählt einer, das er in der zweiten Schleife 15 Sekunden schneller fahren kann, dass er das Mapping optimiert hat.
    Der Ingenieur der das entdeckt hat hat genau so gute Arbeit geleistet wie einer der von Alu auf Carbon umgestellt hat.
    Nur außerhalb des Teams versteht das keiner.


    Ich kann nur jedem empfehlen, die Videos von JP Performance zu schauen (man muss ihn ja nicht abonieren :) ) mit dem Besuch bei M-Sport.
    Da wird jedem Klar das auch die aktuellen WRCs ein Meisterwerk der Ingenieurskunst sind. Das sind zurecht die schnellsten WRCs die es je gab...

  • Diese M-Sport Videos sind absolut sehenswert!
    Die muss man echt mal gesehen haben, vor allem auch weil JP bis zu diesem Zeitpunkt quasi planlos in Sachen Rallye war und deshalb auch mit einer gewissen Naivität gefragt und hinterfragt wird. Ein hoch interessanter Blickwinkel entsteht dadurch.

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