Clubrallyes in den 70er und 80ern, Info's, Ideen

  • Hallo zusammen,
    ich bin auf der Suche nach dem Reglement der sog. Clubrallyes wie sie in den 70ern und 90ern des letzten Jahrhunderts ausgetragen wurden. Wenn jemand ein solches noch irgendwo im Keller oder am Dachboden liegen hat (am liebsten ab 1980 aufwärts) würde es mich freuen wenn ich da mal reinschauen könnte. Gerne als Scan per Mail.
    Vielen Dank
    Matthias

  • Ich muss Alfred Gorny dabei recht geben, dass eine Rallye 70 nicht mehr als Nachwuchsveranstaltung angesehen werden kann. Und auch wenn der Unterschied zu den Rallye 35-Veranstaltungen jetzt ist, dass dort die Rallye 2-Fahrzeuge nicht startberechtigt sind, so können diese auch nicht mehr als Nachwuchsveranstaltungen gesehen werden.


    Auch aus Veranstaltersicht kann man von Basis-Veranstaltungen nicht mehr reden. Ich war im Jahr 1984 verantwortlich für die Organisation einer der ersten Rallye 200 und bin aktuell im Orga-Team der letzten Rallye 35 in unserer Region. Vom personellen und finanziellen Aufwand ein Riesenunterschied zu damals und das in einer Zeit, in der ehrenamtliches Engagement immer mehr aus der Mode gerät.


    Wäre es da nicht an der Zeit, über ein Format unterhalb der Rallye 35/70 nachzudenken? Denn die beliebten Clubrallyes hatte die damalige ONS ohne Not kaputt gemacht. War es noch nachvollziehbar, dass die damals in vielen Regionen so beliebten Orientierungsetappen in einer gesetzlichen Grauzone nicht mehr tragbar waren, so werden sich die damals noch Aktiven sicher noch daran erinnern, dass die Veranstaltungen mit 6x 800m-WPs auch große Teilnehmerzahlen hatten.


    Versuchen wir doch mal zu rekapitulieren, was sich in den letzten 35 Jahren geändert hat. Die Anzahl der Veranstaltungen hat gegenüber damals dramatisch abgenommen. Genehmigungen für geeignete WPs sind immer schwieriger geworden. Die Schwelle in den Rallyesport für einen jungen motorsportlichen ambitionierten Fahrer immer höher geworden, weil der erforderliche finanzielle Aufwand wesentlich größer geworden ist.


    Ein Wiederauflebenlassen der Clubrallyes würde es den Veranstaltern, die mangels Genehmigungen und mangels Personal aufgegeben haben, wieder ermöglichen, eine Rallye (z.B. mit WPs auf Privatgelände) mit überschaubarem Aufwand auf die Beine zu stellen.


    Und wenn man die Einstiegsschwelle niedriger macht, gewinnt man Leute für den Sport, die bei nötigem Talent auch bereit sein werden, aufzusteigen. Und einen Aspekt sollte man auch nicht außer Acht lassen. Je niedriger die Schwelle ist, desto eher holt man die, die sich heute im Straßenverkehr austoben, in den regulierten Motorsport, auch wenn mir bewusst ist, dass man damit dieses Übel nicht komplett ausrotten wird.

  • [MENTION=1340]le moulinon[/MENTION]
    Meine Rede seit einigen Jahren, kann ich Dir zu 100% zustimmen. Leider ist es mir aber auch schon so gegangen daß ich mit genau der von Dir geschilderten Meinung ausgelacht wurde. Mittlerweile sehen es so einige Veranstalter / Vereine als Herablassung an sich für das alte und bewährte Konzept der Clubrallye stark zu machen. Fragt man nach den Gründen bekommt man keine Antwort. Von den Verbänden die den Clubsport tragen kommt noch weniger, da hört man dann das es kein Reglement dafür gibt...auf die Idee eines ins Leben zu rufen kommt da keiner, das wäre ja Arbeit und man müsste aus dem Schlaf des Gerechten aufwachen.

  • [MENTION=1340]le moulinon[/MENTION]
    Meine Rede seit einigen Jahren, kann ich Dir zu 100% zustimmen. Leider ist es mir aber auch schon so gegangen daß ich mit genau der von Dir geschilderten Meinung ausgelacht wurde. Mittlerweile sehen es so einige Veranstalter / Vereine als Herablassung an sich für das alte und bewährte Konzept der Clubrallye stark zu machen. Fragt man nach den Gründen bekommt man keine Antwort. Von den Verbänden die den Clubsport tragen kommt noch weniger, da hört man dann das es kein Reglement dafür gibt...auf die Idee eines ins Leben zu rufen kommt da keiner, das wäre ja Arbeit und man müsste aus dem Schlaf des Gerechten aufwachen.


    Wieso soll es da kein Reglement geben ??
    http://www.clubsport-motorsport.de/automobilsport.html

  • Wieso soll es da kein Reglement geben ??
    http://www.clubsport-motorsport.de/automobilsport.html


    Entweder hast Du den Beitrag von le moulinon gar nicht oder nicht richtig gelesen oder auch nicht verstanden da Du diese Zeiten der sog. Clubrallyes nicht kennst. In den 70er und 80ern des letzten Jahrhunderts gab es als Basis kleine Rallyes mit max. 6 WP und max. 800m Streckenlänge je WP. Hat mit dem was man heute unter Clubsport versteht nichts zu tun. Es sollte, und war auch, die Basis des Rallyesports.

  • [MENTION=1340]le moulinon[/MENTION]
    Meine Rede seit einigen Jahren, kann ich Dir zu 100% zustimmen. Leider ist es mir aber auch schon so gegangen daß ich mit genau der von Dir geschilderten Meinung ausgelacht wurde. Mittlerweile sehen es so einige Veranstalter / Vereine als Herablassung an sich für das alte und bewährte Konzept der Clubrallye stark zu machen. Fragt man nach den Gründen bekommt man keine Antwort. Von den Verbänden die den Clubsport tragen kommt noch weniger, da hört man dann das es kein Reglement dafür gibt...auf die Idee eines ins Leben zu rufen kommt da keiner, das wäre ja Arbeit und man müsste aus dem Schlaf des Gerechten aufwachen.


    Ging mir ganz genauso.
    Als damals vom ADAC die Clubslaloms mit maximal 800m Länge wieder eingeführt wurden, kam von mir auf einer Sportleitertagung die Frage auf ob damit auch wieder die 800m Rallyes möglich wären.


    Tja ausser Gelächter kam da leider keine Antwort.


    Frag mich immer noch ob es nicht möglich wäre so etwas wieder aufleben zu lassen, evtl. zunächst als mehrere 800m Slalom deklariert.

  • Entweder hast Du den Beitrag von le moulinon gar nicht oder nicht richtig gelesen oder auch nicht verstanden da Du diese Zeiten der sog. Clubrallyes nicht kennst. In den 70er und 80ern des letzten Jahrhunderts gab es als Basis kleine Rallyes mit max. 6 WP und max. 800m Streckenlänge je WP. Hat mit dem was man heute unter Clubsport versteht nichts zu tun. Es sollte, und war auch, die Basis des Rallyesports.


    Im Clubsportreglement wird nirgends gesagt das es keine 800 m Strecken geben darf , liegt ja am Veranstalter .


    Mir als Teilnehmer wäre es zu wenig , einen ganzen Tag zu Opfern um dann 3 Minuten Fahrzeit zu haben .Geht mir bei den Rallyesprints schon so und bei weniger Anspruchsvollen 35 ern .
    Vom Kosten Nutzen Rechnen sind da große Rallye günstiger (WP Kilometer /Nenngeld, Anfahrt...Vorbereitung..)

  • Im Clubsportreglement wird nirgends gesagt das es keine 800 m Strecken geben darf , liegt ja am Veranstalter .


    Mir als Teilnehmer wäre es zu wenig , einen ganzen Tag zu Opfern um dann 3 Minuten Fahrzeit zu haben .Geht mir bei den Rallyesprints schon so und bei weniger Anspruchsvollen 35 ern .
    Vom Kosten Nutzen Rechnen sind da große Rallye günstiger (WP Kilometer /Nenngeld, Anfahrt...Vorbereitung..)


    Ich möchte Dir da grundsätzlich nicht widersprechen, ich denke Du kennst diese "alten" Zeiten nicht mehr. Nenngeld, Aufwand (v. a. vom technischen Reglement her) usw. usw. sind mit den heutigen R35 usw. nicht vergleichbar. Man müsste einfach mal das von früher auf die heutige Zeit anpassen. Nur dann kann man entsprechend urteilen ob einem das zu aufwändig ist.
    Ich finde einerseits Deine Einwände gut, andererseits wird dadurch aber auch eine Sache in Frage gestellt...wie wäre es künftig erstmal zu fragen wie das war oder auch sein soll.


  • le moulinon
    : Wäre es da nicht an der Zeit, über ein Format unterhalb der Rallye 35/70 nachzudenken?


    Wo willst Du hin? Zurück in die Steinzeit?


    Wie tome in seinem Beitrag anmerkt, gibt es das LEIDER doch längst!
    Nennt sich Clubsport Rallye Sprint - federführend der ADAC Südbayern e.V. - Sportabteilung


    Die Folge: im ADAC Gau Südbayern war (vor Corona) für 2020 nur eine einzige 70iger angemeldet - dafür 13 Sprints!


    Das liegt großteils auch daran, dass der ADAC Südbayern den Sprintveranstaltern für einen geringen Aufwand buchstäblich den Arsch vergoldet, anstatt mit den eingesetzten finanziellen Mitteln Akzente für Rallies zu setzen!


    Da wird ständig darüber gejammert, dass unsere Cracks international durch den Raster fallen!
    Kein Wunder, wenn die Basisveranstaltungen jetzt schon "unter die Grasnarbe" liegen.
    Dazu wenig bis keine PR, wie sollen da Sponsoren in größerem Umfang anspringen?

  • Ging mir ganz genauso.
    Als damals vom ADAC die Clubslaloms mit maximal 800m Länge wieder eingeführt wurden, kam von mir auf einer Sportleitertagung die Frage auf ob damit auch wieder die 800m Rallyes möglich wären.


    Tja ausser Gelächter kam da leider keine Antwort.


    Frag mich immer noch ob es nicht möglich wäre so etwas wieder aufleben zu lassen, evtl. zunächst als mehrere 800m Slalom deklariert.


    Auch das gibt es seit ein paar Jahren wieder , wird unter Winter -,Cross-oder Schotterslalom durchgeführt.

  • Für mich - aus heutiger Sicht - einer der größten Fehler, den die ONS begangen hat. Die Clubsport-Rallyes hätten beibehalten werden müssen. Die Umstellung auf die damals neue Rallye 200 im Jahr 1984 hat unzählige Veranstaltungen gekostet und auch Starter.


    Sicherlich ginge das heute in der Form der 1970er Jahre nicht mehr (d.h. auf nicht abgesperrten Straßen), aber so ein gute alte OE (Orientierungs-Etappe) auf einem abgesperrten Areal, ich wäre da dabei.


    Sicherlich sind 10 km lange WP´s super, aber wenn sie nur 500, 1.000 m oder 2km haben, dazwischen ein, zwei oder drei OE´s mit jeweils 10, 20 oder 30 km Länge ist das auch ein riesen Spaß und für die Beifahrer eine große Herausforderung. Am Abend ist man da schnell mehr gefahren als bei einer Rallye 70.


    Für mich geht es im Breitensport doch auch um den Spaß und die Freude an der Sache, als immer nur im knallenharten (und gefährlichen) Wettbewerb. Gerade für Einsteiger in den Sport und ältere Piloten wäre das eine schöne Sache!

  • Für mich - aus heutiger Sicht - einer der größten Fehler, den die ONS begangen hat. Die Clubsport-Rallyes hätten beibehalten werden müssen. Die Umstellung auf die damals neue Rallye 200 im Jahr 1984 hat unzählige Veranstaltungen gekostet und auch Starter.Sicherlich sind 10 km lange WP´s super, aber wenn sie nur 500, 1.000 m oder 2km haben, dazwischen ein, zwei oder drei OE´s mit jeweils 10, 20 oder 30 km Länge ist das auch ein riesen Spaß und für die Beifahrer eine große Herausforderung. Am Abend ist man da schnell mehr gefahren als bei einer Rallye 70.


    Für mich geht es im Breitensport doch auch um den Spaß und die Freude an der Sache, als immer nur im knallenharten (und gefährlichen) Wettbewerb. Gerade für Einsteiger in den Sport und ältere Piloten wäre das eine schöne Sache!


    Sicherlich ginge das heute in der Form der 1970er Jahre nicht mehr (d.h. auf nicht abgesperrten Straßen), aber so ein gute alte OE (Orientierungs-Etappe) auf einem abgesperrten Areal, ich wäre da dabei.


    In der heutigen Zeit eine Orientierungsfahrt Anmelden geht doch auch nennt sich Bildersuchfahrt , dazu ein paar Cross Slaloms ?



    Aber ,wer zieht sich den Schuh an wenn auf der" Ori " ein paar meinen sie müssen Rasen oder sich ein Rennen liefern ? Die Gesetze wurden erst wieder verschärft ..der Veranstalter und die Teilnehmer dürften dann heutzutage mit Gefängnis rechnen .
    Und bei einer WP auf Bestzeit habe ich immer den gleichen Aufwand (bis auf ein paar Streckenposten mehr ). Feuerwehr /RTW ,Zeitnahme... egal ob 500 m oder 10 km.


    Veranstaltet doch einfach solche Wettbewerbe wieder , es gibt kein Reglement das sowas explizit verbietet.


  • Es geht doch nicht um eine Orientierungsfahrt, sondern um eine Orientierungsetappe "OE". Das ist nicht dasselbe. Darf ich fragen wie alt du bist?
    Vielleicht hast du diese Zeit (endete 1983) nicht mehr miterlebt, daher weißt du vermutlich nicht genau, wovon ich und andere (z. B. escortmk1) hier reden.
    Der sportliche Anspruch einer Bildersuchfahrt ist ja eher nicht das, was früher eine OE ausgemacht hat.


    Eine OE ist auch nicht das, was heute "Ori" heißt.
    Es geht nicht um "Rasen" im öffentlichen Verkehr - so war es vielleicht früher mal - sondern um ein abgesperrtes Areal, auf dem eine OE stattfindet. Anders kann ich es mir adhoc auch nicht vorstellen.



    Hast du schon mal eine WP organisiert?
    Ob eine Prüfung 500 Meter oder 10 km lang ist macht sicher 100 Mann Personal unterschied, dazu Umleitungen, die entfallen können und und und
    Es geht um die Kombination von kurzen WP´s und langen OE´s, so wie früher bei den Clubrallyes.



    Also ich kennen kein Reglement, dass i. M. OE´s erlaubt, aber vielleicht liegt es mir nur nicht vor...

  • Hallo Matthias,
    Du sprichst mir aus der Seele ;-) Es gibt im Clubsport-Reglement diese Möglichkeiten schon. Es ist eine Sache von Design, Layout u Gestaltung. Das Problem ist, dass die Designer u Gestalter fast ausgestorben sind bzw in den s.g. Regionalclubs fehlen. Schau mal was HERO, HRAC in England und auch Alex Romani in Spanien o.a. Portugal auf die Beine stellen, dann ist das schon ein funktionierender Unterbau in dem auch Nachwuchs generiert werden kann. BG/ Erwin

  • Hallo Matthias,
    Du sprichst mir aus der Seele ;-) Es gibt im Clubsport-Reglement diese Möglichkeiten schon. Es ist eine Sache von Design, Layout u Gestaltung. Das Problem ist, dass die Designer u Gestalter fast ausgestorben sind bzw in den s.g. Regionalclubs fehlen. Schau mal was HERO, HRAC in England und auch Alex Romani in Spanien o.a. Portugal auf die Beine stellen, dann ist das schon ein funktionierender Unterbau in dem auch Nachwuchs generiert werden kann. BG/ Erwin


    Oh ja. Das ist wirklich etwas, was bei uns komplett fehlt, wie so vieles andere auch!


    Ich würde diese OE´s aber nicht nur in den Historischen Bereich begrenzen, sondern offen für alle Fahrzeuge machen - ach, das wäre ein Traum!


  • Nein ich hab die Zeit nicht mehr miterlebt.
    le moulinon und escortmk1 haben doch bereits selbst gesagt das OE so nicht mehr durchzuführen sind , le moulinon sprach von 6 x 800 m WPs
    Ja diese sind möglich.


    Ja ich hab schon WPs Organisiert , der Aufwand mit Gemeinden ,Anwohnern ,Feuerwehren usw . ist enorm , Personal für eine WP und deren Aufbau zu finden wird immer schwieriger ,ist aber leichter als der Rest drumherum . Ob ich nun 20 Leute für 800 m oder 60 Leute für 7 km brauche ist nur etwas mehr Aufwand . Man muss natürlich mit Gegenleistungen Arbeiten.


    Du darfst mir gerne erklären wie du dir ein OE vorstellst in der heutigen Zeit .


    Aber wenn ich heute als Veranstalter eine "Motorsportveranstaltung" durchführe muss es nach den Sicherheitsbestimmungen erfolgen - da ja irgendjemand Haftbar gemacht werden muss.


    Und wenn ich heute ein "Privat" Areal habe mit 30 km dann mach ich eine vernünftige Veranstaltung.

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