VMRS (Gleichmäßigkeit mit Modernen) und die Aufwertung der DRM

  • Michael Stoschek hat in einem Interview mit dem Rallye-Magazin mal gesagt, dass in Deutschland die Anfahrt zur WP häufig fahrerisch anspruchsvoller als die WP selbst sei. Walter Röhrl hat seine Karriere auf oberpfälzer Landstraßen "begonnen". Stefan Bogner schreibt in seinen "Curves"-Magazinen gerne vom Flow. Es treiben sich Horden von hochkarätigen Sportwagen in den Alpen herum, nicht zuletzt auf der Suche nach diesem Flow. So mancher dieser Sportwagenfahrer gibt auch sehr viel Geld für die Teilnahme an Trackdays aus. Sportwagenhersteller wie Porsche oder Alpine bzw. deren Handelsorganisationen organisieren gemeinsame Ausfahren bzw. unterhalten eigene "Sportfahrerschulen".

    Spätestens seit der Olympia-Rallye 1972 oder den früheren Pneumant-Rallyes kennen wir viele kurvenreiche Strecken in Deutschland. Leider findet auf den wenigsten dieser Straßen ein Lauf zur deutschen Rallyemeisterschaft statt. Weiterhin sehen sich Veranstalter von DRM Läufen mit einer geringen Teilnehmerzahl und hohen Auflagen konfrontiert, die zu einem beträchtlichen finanziellen Risiko führen. Der Rallyesport mit international homologierten Fahrzeugen dürfe auf absehbare Zeit auch nicht günstiger werden.


    Die französische Asphaltmeisterschaft kämpft bei ihren Prestigeveranstaltungen auch mit einem Teilnehmerschwund, aber da geht es um einen Rückgang von 250 auf 150 Teilnehmer, offenbar genug, um eine neue Kategorie der Gleichmäßigkeitsveranstaltung einzuführen, nämlich die im "Anhängerthread" bereits erwähnte VMRS: Véhicule Modèrne Régularité Sportive. Diese fahren im Anschluss an die regulären Teilnehmer auf den abgesperrten Strecken und einige Alpine-Center unterstützen diese Veranstaltungen, z.B. beim Vogesenlauf.


    Ich glaube, durch die Umkehrung des französischen Konzepts könnte die DRM aufgewertet werden: Man organisiert beispielsweise auf den bekannten Asphaltprüfungen im Thüringer Wald und im hessischem Bergland eine Gleichmäßigkeitsprüfung nach "französischem" bzw. internationalem Reglement auf abgesperrten Strecken in der Hoffnung, dass so um die 100 Teilnehmer zusammenkommen. Ich denke, dass man das durch entsprechende Werbemaßnahmen seitens Hersteller/Handelsorganisationen hinbekommt - lass z.B. Walter mal so etwas in der Porsche Community erwähnen. Eine günstige Veranstaltung würde das nicht, die Nenngelder lägen bestimmt bei 1000 Euro. Damit wäre die finanzielle Basis gelegt. Zusätzlich veranstaltet man einen DRM Lauf mit ca. 50 Teilnehmern, damit hätte man den Aufwand für die Absperrung und Sicherheitsmaßnahmen gerechtfertigt.

    Man bekommt den Jungen aus dem Dorf, aber nicht das Dorf aus dem Jungen...

  • Wer sich das mal live anschauen (und am besten gleich selbst mitmachen) will, dem empfehle ich die Rallye Mont Blanc Anfang September.

    Das liegt fast genau 450km südlich von Karlsruhe.


    Und auch dieses "Gerät" sahen wir 2022 dort. (siehe Foto)


    Aber warten wir es ab. Mit etwas Glück tut sich ja auch in Deutschland etwas bei ausgesucht kurvenreichen Rallyes..

  • Hier das VMRS Feld bei der diesjährigen Lyon-Charbo:

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    Das geht mit einem Clio genauso gut:


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    Man bekommt den Jungen aus dem Dorf, aber nicht das Dorf aus dem Jungen...

  • Ich bin leider jetzt nicht so der Fan davon, auf abgesperrten Strecken mit

    normalen Straßenautos rumzuheizen. Ohne auch nur die einfachsten Sicherheitseinrichtungen

    kann es halt ganz schnell nach hinten losgehen. Selbst bei Gleichmäßigkeit wird es immer

    Einen geben, der rumheizt. Nö, bin ich nicht so für... sorry.

    SKODA-KÖNIG RALPH-MARIO I.

  • Ich vermute, bei so einer Veranstaltung gibt es weniger Verletzte, als bei einer "regulären" Rallye, oder Freitags auf der A4 zwischen Chemnitz und Görlitz ;)

  • Ich vermute, bei so einer Veranstaltung gibt es weniger Verletzte, als bei einer "regulären" Rallye, oder Freitags auf der A4 zwischen Chemnitz und Görlitz ;)

    Das vermute ich auch.


    Überhaupt kommen die Autos ins Ziel, was ja in Deutschland sehr oft nicht klappt.


    Und @ Ralph-Mario :

    Ich stelle hier morgen mal die VMRS- Schnitt-Tabelle rein. Du kannst Dir einen hohen - mittleren - langsamen Schnitt aussuchen. Ganz wie gewünscht.


    Auf nun über 500WP-Km habe ich keinen Verbremser, Dreher oder Stillstand gehabt, obwohl wir uns immer den höchsten Schnitt ausgesucht haben - trotz wenig PS.


    Probier es mal aus und du hast keinen Bock mehr, etwas anderes zu machen.

  • Ich bin leider jetzt nicht so der Fan davon, auf abgesperrten Strecken mit

    normalen Straßenautos rumzuheizen. Ohne auch nur die einfachsten Sicherheitseinrichtungen

    kann es halt ganz schnell nach hinten losgehen. Selbst bei Gleichmäßigkeit wird es immer

    Einen geben, der rumheizt. Nö, bin ich nicht so für... sorry.

    Die "modernen" Autos sind nicht ohne Grund so schwer, die sind serienmäßig schon relativ sicher. Brainfade gibt es immer mal wieder und "heizen" ist auch relativ.


    Viele möchten auch wieder „ auf Achse“ nach Hause kommen und ihr Schmuckstück ganz lassen.

    Man bekommt den Jungen aus dem Dorf, aber nicht das Dorf aus dem Jungen...

    Einmal editiert, zuletzt von vevesse ()

  • Zum anfangen und leute die auch einfach Motorsport machen wollen. Würde mich reizen. Und bestimmt auch meinen begrenzten Können entsprechen. Ich glaube zu DDR Zeiten gab es ähnliches. Breitensport eben.

  • Wie hoch ist denn eigentlich das Startgeld für so eine Veranstaltung?

    Rallye des Vosges-Grand Est 750,- Euro für ca. 150 Km „WP“.

    Man bekommt den Jungen aus dem Dorf, aber nicht das Dorf aus dem Jungen...

  • Ich habe noch nicht bei den „normalen“ Nenngeldern für die französische Meisterschaft geschaut…

    Billigst bezog sich wohl auf das eingesetzte Fahrzeug, aber Rallye ist in Frankreich i.d.R. bzgl. der Nenngelder teurer als Deutschland.

    Man bekommt den Jungen aus dem Dorf, aber nicht das Dorf aus dem Jungen...

  • THEMA Nenngeld:

    Wir sind ja bisher nur Antibes und Mont Blanc gefahren. Mit dem e-Auto waren das Knapp unter 500,- bei ca. 110km Wp an 2 Tagen.


    Mit den BMW (Verbrenner) war es 2023 ähnlich. Nur dieses Jahr waren es plötzlich 650,- . Aber davon 65 ,- für die GPS Zeitnahme+Notruf.


    Die übrigen Kosten waren sehr gering auch weil unsere gemieteten "Häuschen" sehr günstig waren. Und der Strom + Diesel-Verbrauch war ein Witz zu dem, was sonst durchgefeuert wird...


    Ach ja. Das Auto braucht nicht angemeldet sein. Die Auto-Versicherung ist ja auch im Nenngeld enthalten.



    Kommt einfach gern mal mit und seht euch das an. Fahrt einfach die 2 Tage Training mit uns mit.

    Einmal editiert, zuletzt von MATTE ()

  • Und nun - wie versprochen - ein Blatt der Schnitt-Tabelle.


    Unter anderem ist die recht bekannte Wp "Col de Bleine - Aiglun" (siehe Foto)abgebildet. Das ist die WP mit der enorm engen Fahrt entlang einer überhängenden Felswand.


    Die Liste ist von 2022 als wir mit einem 83PS e-Auto (Seat mii) erstmals in der ENRS mitfuhren. 2024 dann in der VMRS, der Gruppe der Verbrenner ab 1/1997. Natürlich gehen auch alte Autos bis 12/1996. Das nennt sich dann VHRS.


    2024 waren die Schnitte in der VMRS übrigens deutlich höher und wenn man die schnellste Einstufung nahm, dann war das schon recht anspruchsvoll aber gefahrlos möglich.


    Aber man kann sich ja einen von 3 Schnittgruppen aussuchen. Und bei Regen reduziert sich der Schnitt nochmals

    um 3 / 5Km/h.


    Ihr seht auch die Stellen, an denen es zu einem Schnittwechsel kommt. Der Co hat schon mehr zu tun, als im Ziel 1x auf 1/100 sec genau durchs Ziel zu lotsen. Und wenn er einen Aufschrieb fertigt und benutzt lernt er für's Leben.


    Das Nenngeld lag entsprechend zu den Autos der frz. Meisterschaft, die etwa die doppelte Strecke fahren, etwa bei der Hälfte. Also zwischen 450,- und 650,- Euro inkl. 65,- GPS-Zeitnahme-Modul. Ähnlich wie in der DRM oder WRC hast du eine direkte Verbindung zur Fahrtleitung.


    Gern könnt ihr (auch ohne eigenen Start) mitkommen und gern auch mit richtigem Urlaub verbinden.

  • Befürchte in D wird das nichts, oder könnt ihr euch vorstellen, dass der DMSB sowas zulässt ohne alle Sicherheitsmaßnahmen? Ist ja noch nicht mal (mehr) bei den Retro-Rallyes der Fall.

    Trackdays sind nicht verboten, der DMSB ist m.W. in die Gleichmäßigkeitsveranstaltungen des Porsche Sports Cup eingebunden, da ist auch kein Bügel o.ä. vorgeschrieben. Slalom geht m.W. auch bis zu einem gewissen Grad ohne Käfig, warum also nicht?


    Es gab mal ein Interview mit einem Weissach Ingenieur in der Sport-Auto, dass die Karosserie eines Porsche (ab Baureihe 991) auch ohne Käfig bereits sämtliche FIA Sicherheitsanforderungen erfüllen würde…

    Man bekommt den Jungen aus dem Dorf, aber nicht das Dorf aus dem Jungen...

  • Alles was mehr Starter bei Rallyes bringt ist aus meiner Sicht richtig und gut. Der DMSB hat da zum Beispiel die Retro Rallye im Reglement. Sollte eigentlich jeder Veranstalter mit ausschreiben. Und wenn es noch andere Wertungen wie in Frankreich gibt könnten die auch noch eine Ergänzung sein.

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