Beiträge von Österreicher

    Schön, aber in Österreich sind die Nenngelder schon wesentlich höher als in Deutschland, so 1/3 bis 1/4. Viele Teams maulen schon und deshalb waren in Weiz ja auch so wenige Teams abgesehen von den RC2 und RC4 am Start (genau 34 "Moderne", 2021 waren's noch 56). Es war ein simpler Protest-Streik, der auch bis auf einen sämtliche Historic-ÖM-Teilnehmer inkludiert hat, trotz Historic-Europameisterschaft. Die Veranstalter sagen, sie haben einfach zu wenig Geld und müssen deshalb die Nenngelder immer weiter raufschrauben. Die Fahrer reagieren, indem sie immer weniger fahren oder insbesondere im südlichen Ausland fahren. Und unter diesen Umständen soll sich Österreich an einem WM-Lauf finanziell beteiligen? Der ÖAMTC unterstützt jetzt schon den Motorsport gerade noch mit dem Mindestmaß über die AMF. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass er plötzlich eine Riesensumme aus der Tasche zieht, um ein paar SP eines Rallye-WM-Laufs nach Österreich zu holen. Mit Sponsorgeld allein ist das hierzulande meiner Meinung nach nicht zu stemmen. Da geht's um andere Summen als beispielsweise früher für eine Jännerrallye in der EM oder jetzt bei der Rallye Weiz.

    Ich wüsste ohnehin nicht, was daran strafbar sein sollte, einen von einer Seite verwendeten und im Prinzip allgemein akzeptierten Standard auch selbst zu übernehmen. Das würde in der Wirtschaftswelt zu kuriosen Situation führen. Man stelle sich vor, die Briten würden plötzlich den Schuco-Stecker einführen und mitteleuropäische Länder würden zu Gericht laufen und das mit dem Argument anfechten, dass das ein illegales Kopieren eines Industrie-Standards wäre. Ist weit hergeholt, ich weiß, aber ähnlich wäre das ja auch bei Verkehrsregeln in einzelnen Ländern, wenn ein Land ein bestimmtes Regulativ eines anderen einfach 1:1 übernehmen wollte, mit exakt demselben Wortlaut im Gesetzestext. Dagegen wegen Urheberrecht zu klagen, wäre genauso lächerlich wie die Klage des DMSB.

    Die Drei Städte fährt sicher wieder im nordwestlichen Mühlviertel, weil die Organisation durch die lokalen Clubs dort so gut funktioniert und die lokale Bevölkerung so begeistert ist. Nur zur ÖM zählt sie halt nicht mehr, weil sie zeitlich nicht in den Kalender reinpasst und man auch keine neun Läufe will. Administrativ war die Veranstaltung auch nicht unbedingt auf der Höhe der anderen ÖM-Läufe, aber da will ich mich nicht näher drüber in aller Öffentlichkeit auslassen.

    Ich denke eher das die ÖRM froh ist einen Ersatzlauf gefunden zu haben bei den vielen Absagen damit die Meisterschaft irgendwie gewertet werden kann.

    Drei Läufe hätten für eine ÖM auch gereicht, lt. Entscheidung der AMF vom Sommer 2020 für die ganze Corona-Zeit. Aber vier sind natürlich besser. Die Historischen fahren ihren zusätzlichen ÖM-Lauf übrigens eine Woche später bei der Herbst-Rallye im Waldviertel, wo wieder einen Tag auf alten Semperit-Rallye-SP gefahren wird.

    der Testeinsatz von Dinkel hat mir da schon Angst gemacht.... der Abstand zu Wagner!!!! und der Wagner ist auch kein Superstar...

    Sehe ich nicht so. Das war ein Testeinsatz, wo ständig mit verschiedenen Einstellungen und Reifenkombinationen herumprobiert wurde. Dominik hat auch vor Ort erklärt, dass das Saarland für ihn im Mittelpunkt gestanden ist und kein letztendlich sinnloses fränkisch-österreichisches Prestige-Duell. Die Drei-Städte ist in meinen Augen völlig offen.

    Ich hab mich in Hartberg ein bisserl näher damit beschäftigen können, was wirklich los war. Man muss nur die Ohren offen haben und zur richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein, um jemandem, der Bescheid weiß, bei einer privaten Unterhaltung mit einem ehemaligen Staatsmeister zuzuhören (nicht versteckt, ich bin daneben gestanden). Die Sache ist ein wenig anders als manche glauben und dass BRR/Kreisel aus der Affäre natürlich ein wenig Propaganda in ihrem Sinne machen ist klar (und verständlich). Zumal sich die Gegenseite (also die AMF) in Österreich ja prinzipiell zu Kontroversen und Beschuldigungen nicht äußert und auch Berufungsverhandlungen und den genauen Berufungstext möglichst geheim zu halten versucht.

    Es würde mich nicht überraschen, wenn es so enden würde, dass überhaupt keine Punkte vergeben werden, ohne Wertung der SP/WP 7 oder 8 (dann wäre nämlich die Minimal-SP-Länge deutlich unterschritten), wie immer man sie jetzt tatsächlich bezeichnen will oder wird. Das Ergebnis ist jetzt jedenfalls einmal nicht mehr offiziell, weil es nie einen Aushang eines "vorläufigen Endergebnisses" gab. An einem inoffiziellen Ergebnis wird gearbeitet und nach dessen Veröffentlichung (geplant ist noch diese Woche) kann jeder, der sich noch immer ungerecht behandelt fühlt, noch 48 Stunden lang einen Protest oder eine Berufung lancieren. Je nachdem worum es sich handelt.

    hat es vor 25 Jahren schon gegeben habe es selber durch 👍

    Es ist ausdrücklich verboten, bei der Bergung eines Fahrzeuges ein Seil oder eine Stange oder so was zu verwenden. Nur reine Muskelkraft ist erlaubt. Alles andere führt lt. internationalem Reglement zum Ausschluss. Ob's dann tatsächlich gemacht wird ist eine andere Sache.

    Dinkel überrascht mich richtig, richtig positiv! Seinen Sieg in Ungarn konnte ich nicht einordnen, das gestern und heute hilft da definitiv besser.

    Leider kann ich auch Griebels Leistung noch nicht einordnen, nachdem er letzte Saison mit dem C3 ja nicht richtig warm wurde.

    Dinkel hat in Slowenien bei großteils Sauwetter gewonnen, nicht in Ungarn.

    Wenn's keine Ausgangsbeschränkungen mehr gibt, erschließt sich mir nicht, wie man jemanden daran hindern könnte, einfach zuschauen zu gehen. Das ist nächstes Wochenende in Ö. dasselbe bei der Red Stag-Extreme-Rallye, ehemals Schneebergland (offiziell ohne Zuschauer, in der Praxis werden schon genug dort sein). Den ganzen Vormittag wird auf einer Landesstraße mit viel Wald links und rechts hin und her gefahren, zweimal in die eine, zweimal in die andere Richtung, halb Schotter, halb Asphalt. Geht maximal am Nachmittag, wenn auf dem Privatgrund des Veranstalters gefahren wird. Und selbst dort kommt man hinein, wenn man schon mal dort war und sich ein wenig auskennt. Ist ja nicht durchgehend abgezäunt, weil viel zu groß (und weil es in Ö. illegal ist, Wälder mit einem Zaun abzusperren, außer temporär bei Schlägerungsarbeiten und Neuanpflanzungen).

    Überrascht mich leider nicht im geringsten. Ich habe mich in den letzten beiden Wochen höchstens gewundert, dass das nicht schon längst passiert ist. Und ganz ehrlich: Ich sehe auch für Juni schwarz. Die Politiker sind viel zu ängstlich, um sich darauf einzulassen. Leider, leider....

    Ich hab Werks-Wartburgs leider nur einmal live erleben können, bei einer Akropolis-Rallye Mitte der 80er-Jahre. Egon ist damals auch gefahren, kann ich mich erinnern. Was mir im Kopf geblieben ist, als ich vor einer SP durch's Service gegangen bin, hab ich mit dem einsamen Wartburg-Mechaniker reden können, der dort irgendwo in Zentral-Griechenland gewartet hat. Er hat sich erst einmal in alle Richtungen umgeschaut, ehe er was gesagt hat. Versteh ich auch. Er hatte offenbar Angst, dass irgendein Stasi-Informant einen falschen Eindruck gewinnen könnte, wenn er mit einem Deutschsprachigen redet - und sei es ein Österreicher. Es war nur seltsam, dass die Tschechoslowaken und sogar die Sowjets nie so ängstlich waren, wenn man was Sportbezogenes gefragt hat (und über Politik wollte ich sowieso nicht reden). Ich kann mich an eine Pressekonferenz vor einer Tatry-Rallye erinnern, wo ich der einzige West-Journalist war. Der Chef des sowjetischen Nationalteams hat mir freundlich die Hand geschüttelt und in gutem Deutsch gesagt, dass ich jederzeit Fragen an die Fahrer und über das Team stellen könne. Auch Interviews jederzeit. Und wenn er mir helfen könne, solle ich mich einfach melden. Die Fahrer waren allerdings allesamt Esten, Letten und Litauer, keine Russen.

    Mich wundert eher, dass der Co als Flame überhaupt Französisch sprechen will. Ich kenne ein paar flämische Profi-Radfahrer, die reden selbst mit französischen Journalisten nur englisch, weil sie Französisch zwar können, aber es einfach nicht sprechen wollen. Und genug Flamen reagieren in ihrem Landesteil nicht mal, wenn man sie auf Französisch anredet. Aber die beiden könnten es ja auch auf Englisch versuchen. Finnen mit schwedischen Copiloten (schwedische Staatsbürger, Schweden aus Finnland wie Marcus Grönholm können ja finnisch) haben das immer auf Englisch gemacht. Hannu Mikkola mit Arne Hertz beispielsweise.

    Nach den Ankündigungen von Seiten der Politik vom letzten Wochenende hat mich die Absage vom Rebenland und die (vorläufig noch) Verschiebung vom Lavanttal in keinster Weise überrascht. Alles andere hätte mich sogar gewundert. Kein vernünftiger Veranstalter lässt sich ohne Planungssicherheit auf etwas ein. Schließlich geht es um einen Haufen Kohle. Und (theoretisch) ohne Zuschauer braucht man gar nicht erst ernsthaft anfangen, weil Sponsoren (selbst die Kleinsten, die 500 Euro hergeben) logischerweise wollen, dass ihre Firmen-Logos gesehen werden, sonst werden sie vom Sponsor zum Mäzen und ich bin mir nicht sicher, ob Mäzenatentum im Sport von der Steuer abgeschrieben werden kann. Dazu kommen geschlossene Gastronomie und geschlossene Beherbergungsbetriebe. Wo sollen die Teams und Funktionäre (kommen ja nicht alle aus der Gegend) übernachten? Wie soll eine Rallyeleitung funktionieren, wenn man einander offiziell gar nicht treffen darf, ausgenommen Arbeitsplatz (und die Regierung sieht eine Rallyeleitung wohl kaum als Arbeitsplatz an)? Und ohne Zuschauer, die ja Geld in die Region bringen, hat auch die Region kaum Interesse irgendwie zu helfen, weil was soll ihr das bringen? Insofern befürchte ich, dass der Strohhalm, an den sich die Blaufränkischland-Veranstalter im Moment zu klammern versuchen, eine Chimäre ist. Ein Pilot hat mir vor ein paar Tagen am Telefon erklärt, dass er sich mit seinen Kumpeln in der Region bereits einig ist, sicher so lange keine Lizenz zu lösen, ehe nicht Planungssicherheit für die Aktiven herrscht. Und warum sollte jemand für die Blaufränkischland eine Nennung abgeben, wenn er nicht mal ein Zimmer buchen kann und selbst wenn er es könnte, nicht weiß, ob er nicht für jeden im Team ein Einzelzimmer braucht (= Kontaktverbot für Leute, die nicht aus dem gleichen Haushalt kommen)? Denn ob man das kann, wird wohl erst nach Nennschluss von der Politik bekannt gegeben werden. Mit der Tendenz wohl eher auf nein, mindestens bis Ostern. Aber bei unserem tragikomischen politischen Kasperltheater wohl auch noch den ganzen April.

    Also wenn Profiteams das Sportgesetz nicht kennen, ist ihnen leider nicht zu helfen. Dass ein "Gruppenprotest" nicht zulässig ist, das war schon vor 40 Jahren so und ist daher ein ganz alter Hut. Das mit dem Scheck kommt mir auch etwas komisch vor, denn meines Wissens sind Schecks in Europa überhaupt nicht mehr üblich und zweitens wird bei einem Protest - jedenfalls bei uns - nur Barzahlung akzeptiert. Ein Scheck kann ja auch nicht gedeckt sein, wie soll man das an einem Wochenende überprüfen können? Und wenn der Protest abgelehnt wird, der Scheck eingehalten und dann ist er nicht gedeckt, speziell bei einem Ausländer? Das würde Unmengen Bürokratie nach sich ziehen. Bei Berufungen gilt üblicherweise Cash oder Banküberweisung, wobei das Geld innerhalb von 48 Stunden auf dem Konto eingelangt sein muss. Generell handelt es sich um eine Sache, um die sich bei kleinen Rallyes nur Konkurrenten kümmern würden, die sich unbeliebt machen wollen, verboten hin oder her. Ich hab's erst im September in Slowenien erlebt, da hat einer seinem direkten Konkurrenten in der Klasse nach dem Ziel der letzten WP sein Ersatzrad geborgt, weil der (wegen zweier Platten und natürlich nur einem Ersatzrad) sonst die ziemlich schwierige Schlussetappe ins Ziel nicht geschafft hätte. Keinen hat's gekümmert. Und das war gut so. Zumindest hier gehen wir so miteinander um. Waren beides Österreicher, die einander bis dahin nicht einmal gekannt hatten, weil der generöse Helfer seine erste Rallye gefahren ist.

    Wäre mir da nicht so sicher. Einfachste Variante...Zuschauersperrzone entlang der gesamten WP`s auf einer Breite von sagen wir mal links und rechts 100m... entsprechend genehmigt, gekennzeichnet oder gar abgeflattert...und schon ist der Sportwart in dem Bereich weisungsbefugt!!


    Ganz ehrlich, kilometerlang Absperrbänder in einem Wald zu spannen ist unmöglich. Schon allein zeitmäßig. Vom Personal will ich mal gar nicht reden. Und ein Anrainer (= Bauer oder was auch immer) auf seinem Privatgrund kann im Prinzip sowieso stehen, wo er will. Aber kommen wir mal runter. Vermutlich werden eh nicht viele kommen. Nur dass speziell Anrainer und Einheimische irgendwo stehen werden, das ist so sicher wie das Amen im Gebet. Der Rundkurs-Start ist noch im Ortsgebiet mit Häusern daneben.