Beiträge von J.-M.

    Wirklich unglaublich, dieser Tage habe ich in der Tageszeitung gelesen das Ford durch die Einstellung des S-Max´s ein dicker Nachfolgeauftrag der Polizei denen durch die Lappen geht, die Fahrzeuge sind jetzt 3-4 Jahre im Dienst und werden ausgewechselt. Die Polizei stellt vermutlich dann auf Mercedes um oder andere, der S-Max hatte z.B. den Vorteil das man damit in ein Parkhaus fahren konnte was mit dem Vito wohl nicht geht. Ich glaube das die Manager bei den meisten Automobilfirmen so langsam durchgeknallt sind. Was ist mit den ganzen Zulieferfirmen, z.B. Abgasanlagen etc, die dann alle den Bach runtergehen. Ich arbeite selber in einer freien KFZ Werkstatt und wenn ich sehe wie auch in den letzten 2 Jahren die Ersatzteilpreise explodiert sind, von der Lieferfähigkeit mancher Hersteller ganz zu schweigen. Wir warten z.B. auf ein Heckklappenschloß einer deutschen Premiummarke seit August auf die Lieferung, Pollenfilter für normale Autos liegen teilweise bei 40-50 Euro, Ölfilter die früher zwischen 8 und 10 Euro gekostet haben liegen jetzt bei 15-20 Euro, oder sogar darüber, und, und, und. Mit Gewalt wird jetzt deren Philosophie durchgesetzt und versucht umzusetzen. Einzig spannend zu sehen, wie es sich in Zukunft entwickeln wird, und wenn in ein paar Jahren der Elektrowahn am Ende ist weil es nicht funktioniert hat, und man dann doch wieder auf E-Fuels oder anderes umsteigt, gibt es keine renommierten Zulieferer mehr die ihr Handwerk verstehen. Mein einziger Glaube liegt noch an Firmen, wie z.B. einer Forschungsfirma in Aachen die am Wasserstoffantrieb und an Wasserstoffdirekteinspritzung forscht und die bei der nächsten Dakar einen Buggy mit deren Antrieb mitfahren läßt. Die Hoffnung stirbt zuletzt, Gruss Jörg

    Am nächsten Wochenende (25.-27.11.) findet in und um Ypern wieder die Ypreshisotricregularity statt. Wir werden wieder, dann zum dritten Mal, mit unserem Fiesta 1300 dabeisein. Ich freu mich sehr auf die Veranstaltung, vor allem weil sich der Veranstalter wieder was neues hat einfallen lassen. Start ist wieder am Freitagabend um 18:00 in Ypern, es geht dann durch die Dunkelheit bis ca. 23:00. Der Samstag beginnt früh und geht bis zum späten Nachmittag, der Sonntag ab 7:00 bis Mittags. Geboten werden ca. 250 km Prüfungen, davon 5 sog. Closed Road Stages, also auf abgeschlossenen Strecken, jede ca. 10 Kilometer lang mit einem Schnitt von 60 - 65 KM/h, dann gibt es (jetzt dieses Jahr neu) geheime Prüfungen, da bekommt man erst an der Ampel am Start den Streckenplan ausgehändigt wonach man dann navigieren muss. Ferner gibt´s Schlammprüfungen (?) in Braine le Comte und zum Wachwerden am Sonntagmorgen die Prüfung "Early Bird" mit einer Länge von 28 Kilometern. Insgesamt gibt es 30 Prüfungen, die Gesamtlänge wird wieder so ca 750 Kilometer sein. Insgesamt sind 70 Teams eingeschrieben, 2 deutsche Crews sind dabei, wir und unser Freund Hanns mit seiner Frau auf einem Ford Mustang. Ich werde weiter berichten, wenn wir zurück sind - bis dahin. Gruss Jörg

    Mäkinen , ich muss Dir voll und ganz zustimmen. Meistens waren die Vorberichte gut, hinterher als die Veranstaltung gelaufen war kam nichts. Ich hab bis jetzt außer in der Motor-Klassik und der Oldtimer Markt keinen einzigen Bericht "nachher" gesehen. Manchmal befällt mich der Verdacht, dass das so gewollt ist, man kann ja nicht schreiben, das da "hunderte" Zuschauer in Bayern oder sonstwo an der Strecke all die schönen Autos bejubelt haben. UmGotteswillen - bloß kein Motorsport, der auch noch Spaß macht. Und das beste - das Printmagazin "Walter" - kein Wort über das Geschehen hinterher, wobei ja der Namensgeber des Magazins 7 Tage im Vollstress war. Man könnte zu mindestens die Gesamtsieger in einem Beitrag würdigen, vielleicht mit Bild, das wäre schön gewesen. Aber es kam ja auch nichts über den WM Lauf in Ypern und den EM Lauf der Barum. Stellt euch mal vor, es kommt nur ein Vorbericht über die Fussballweltmeisterschaft, aber wer nachher Weltmeister geworden ist, oder wie die Ergebnisse waren, keine Ahnung. In der Lokalpresse war es teilweise ja ähnlich, meine Cousine wohnt in Kiel, war zum Start da, hat Fotos von uns gemacht und hat mir einen Tag später einen Bericht der "Kieler Nachrichten" im original zugeschickt. Ich hab den Bericht zuerst gar nicht gefunden, dann noch in der "Überschrift" ein Grammatikfehler?? , ich war sprachlos. Da ist es wieder, das Geschmäckle.

    Gruss Jörg

    Auch wir als Teilnehmer können uns dem Odenwälder Bub nur anschließen. Ich betrachte das Olympia Rallye Revival von 2 Seiten: einmal die sportliche Seite und die emotionale Seite. Sportlich gesehen nach dem Ergebnis war es eine sehr schwierige Herausforderung für uns. Da die Aufgabenstellung über fast alle Tage sehr Ori-und Sollzeit lastig war, fällt es für Leuten wie uns schwer mit den ganzen Cracks die das teilweise schon Jahrzehnte machen da mitzuhalten. Für mich persönlich war der beste Tag der Donnerstag, weil uns da die Aufgabenstellung (viel Schnittfahren mit Kartenaufgaben) sehr gelegen hat. Das hat damit zu tun das mein Fahrer und ich bis jetzt nur GLP, also Gleichmäßigkeit gefahren sind. Diese Aufgaben wie z.B. auf einem Verkehrsübungsgelände da mehr oder minder alle 10 bis 20 Meter Richtungswechsel zu erledigen (also diese ganz kurzen Distanzen) liegen uns scheinbar überhaupt nicht. In Hockenheim war es schon besser weil das Gelände viel größer war, aber da hatten wir ein Kommunikationsproblem im Auto. Also ganz klar für uns, lieber wie der Donnerstag Waldleiningen über 50 Kilometer mit Baustellen drin auf Schnittfahren als MickeyMaus. Die Prüfung einen Tag vorher wo der Part mit dem ex- Sauerland- Bergpreis mit drin war liegt uns vielmehr. Meinem Fahrer Helmut Hess der zig Jahre Rundstrecke gefahren ist, dem macht das natürlich mehr Spass da zügig hoch zufahren, als auf einem Parkplatz 40 Meter in 5 Sekunden zu erledigen. Dazu kommt noch das wir gerne lange Distanzen fahren und auch lange im Auto sitzen wollen oder müssen, d.h. es muss körperlich anstrengend sein. Das war es am Freitag besonders, da unser Fiesta überhaupt keinen Dämm- und Hitzeschutz besitzt. Da waren die Mineralwasserflaschen die hinten im Beifahrerfußraum lagen so heiß wie das Wasser im Kühler. Ganz klar: Von 3 Aufgabenzielen haben wir eines nicht erreicht. Wir wollten ankommen: erreicht, dann in Wertung: erreicht, und wenn geht Top 100: ganz klar nicht erreicht - aber wir waren mit dabei. Und so komme ich zu der emotionalen Seite der Veranstaltung. Erstmal wieder viele tolle Leute kennengelernt, für mich immer wieder faszinierend das ein gemeinsames Hobby jegliche gesellschaftliche Schranken vergessen läßt, alle duzen sich und es geht nur um eines, Autos und Rallye. Vor dem Veranstalter kann ich nur den Hut ziehen, ich glaube wir können nicht erahnen wieviel Arbeit und Schweiß da rein geflossen sind. Ja klar, da hat es auch immer wieder kleinere Pannen gegeben die der Veranstalter aber nicht schuld ist, z. B. Essensverzögerungen in den Mittagspausen, weil sich einige Caterer wohl völlig vergaloppiert haben. Abends höre ich, da haben sich einige beschwert es gab nur Brat- oder Currywurst z.B. in Einbeck, ja was stellen die Leute sich denn vor, die können an einem Foodtruck kein 3 Gänge Menue herzaubern für 400 Mann. Schlimmer ist wenn man gar nichts zu Essen bekommt, weil die Zeit nicht reicht, aber dafür haben wir immer irgendwelche Müsliriegel im Auto, die schmecken zwar Schei.... wenn die 40 Grad warm sind, aber dafür bin ich nicht dabei. Ich fand toll das z.B. ein Hotel, wo wir schliefen, in Speyer extra für die Rallyeteilnehmer um 4:30 !! Frühstück machte, das ging in einem Hotel in Köln z.B. gar nicht. Emotional die High-Lights für mich waren, das fahren über Land in Kolonne, für mich als absoluter Ford Fan hintern Röhrl auf dem Capri mit unserem Fiesta durch Lübeck zu fahren, ich hab nette Mädels auf einem wunderschönen Escort RS 2000 kennengelernt die richtig gut sind (Hut ab), dann Ehra-Lessien riesiges Gelände wo man mal richtig schnell fahren kann, dann Plattling wo unser Fiesta zur Höchstform aufgelaufen ist (da kommt es wieder, Frontantrieb, Ganzjahresreifen und wenig Gewicht), dasselbe in Landshut nochmal Speedwaybahn und die Verbindungen durch Bayern. Es ist ja interessant wie sich die jeweiligen Bundesländer so unterscheiden, z.B. im Strassenbelag, die besten Strassen haben ganz klar die Bayern. die Landstrassen da sind eine Wucht und die Akzeptanz der Leute an der Strasse, da lag Niedersachsen klar hinten, wir sind durch Dörfer gefahren da war kein Mensch zu sehen und wenn, sind wir an einer Ampel beschimpft wurden. Dann sollen die doch im Wohnzimmer fernsehen und sich nicht auf die Strasse stellen und Leute blöd anmachen. Wenn mich was nicht interessiert schau ich es mir nicht an und halt die klappe. Leid getan hat mir auch der Walter, als wir z.B. in Neckarsulm bei Audi waren, unglaublich wie der da alles durchgestanden hat. Die Ankunft in der Motorworld z.B. in Köln und München war auch sehr emotional. In Köln, weil Freunde von mir extra dahingekommen sind und ich natürlich in der Heimatstadt meiner Marke war, wobei ich enttäuscht darüber bin, das ein toller Capri Club da die Fahnen für das blaue Oval hochhalten muss, ich glaube von Ford selber war keiner da, es fällt mir schwer das zu sagen aber da sollten die mal nach WOB oder Neckarsulm sich das anschauen wie man sich als Marke präsentiert. Im München war es emotional weil es halt zu Ende war mit eine tolle Abendveranstaltung. Sie war zwar gut, aber bis zur Siegerehrung zog es sich ewig hin. Ob der Veranstalter mal darüber nachgedacht hat, das man da gut 16 Stunden auf den Beinen war. Für mich ist es normalerweise ein NoGo vor der Siegerehrung die Veranstaltung zu verlassen, denn die gebührt den Siegern. Aber die Tatsache das wir alle kaputt waren und einige schon drohten mit dem Kopf auf die Tischplatte zu knallen, machten wir uns auf dem Weg zum Hotel. Und dann der Hammer, Tatort: Großstadt München, wir haben sage und schreibe gut 40 Minuten !!! auf ein Taxi gewartet, unglaublich, Der Taxifahrer der uns fuhr, sagte, es ist im Augenblick wenig los, ich sage da ist eine Großveranstaltung mit jetzt noch 300 Leute zu Gange, warum stehen das keine 10 Taxen vor der Tür. Wie, da ist eine Veranstaltung, da wissen wir nichts davon - und das in unserer jetzt so hochgelobten medialen Welt. Ich sage danke an meinen Fahrer und Chef Helmut das ich dieses tolle Event mit ihm zusammen erleben durfte, an alle unseren Teammitglieder, vor allem an den Hanns der die Mitglieder des Greder Teams zusammen geführt hat und wieder zum Schluß meiner lieben Frau die wieder sagte: Mach das!! Gruss Jörg

    Alle die einen perfekten und gepflegten Drift mit einem Hammerauto sehen wollen sollten dahin fahren, ich hab den 2018 in Belgien in Couvin beim Escort Rally Special gesehen, Supergeil. Ich kann (leider) nicht hin, wir sind in Kiel und fahren die Olympia. Gruss Jörg

    Wie ist es gelaufen - Teil 2

    Freitagmorgen hieß es früh aufstehen, unsere Startzeit war 7:43 Uhr am Lac de Bourget in Aix les Bains. Beim Aufwachen galt mein erster Gedanke der Tatsache, das etliche Autos in der Tiefgarage des Hotels Tulip über Nacht geparkt waren (unserer auch) und ich malte mir das Chaos aus wenn alle losmüssen. 3 Mini-Croissants mit Marmelade und Kaffee mußten reichen, es mußte schnell gehen, runter ins Auto, Motor an und los. Den Abgasgeruch der ganzen Autos nach dem Kaltstart, den kennt man von den modernen Autos schon gar nicht mehr.

    Nach Chinesenzeichen gings dann zur Uferpromenade pünktlich zum Start, super geklappt. Dann die erste Tagesprüfung "Col de Granier" mit Schnee und Glatteis in den Kurven, endlich mal etwas schwieriger, mein Fahrer war voll konzentriert - Platz 28.

    Dann die nächste Prüfung "Pas de Croquet" - typische Monte Bedingungen mit Schnee, Eis und Nebel. Der Beginn der Messung nach dem Start wurde verlängert, nach Absprache mit meinem Fahrer vorher wurde vereinbart - das sind die Wetterbedingungen die wir haben wollen - wir versuchen jetzt das Beste rauszuholen. Nach 650 Metern waren wir trotz Sichtweiten von nur 10-15 Metern im Schnitt, ich sagte die Strecke aus dem Roadbook so gut es ging an und wir blieben bis zum Ende im Schnitt. Das wird ein gutes Ergebnis werden - hätte werden können. Abends erfuhren wir, das diese GLP neutralisiert wurde, das ärgerte mich.

    Dann Mittags in Sisteron - heiliges Land für jeden Rally Fan - und ich als Monte Fan seit Menschengedenken mittendrin. Supergeil - diesen Felsen an der Brücke mal live zu sehen. Dann schon die nächste Freude, "Col de la Saint Raphael" (Monte Prüfung) 7. von 66 Autos.

    Es wurde jetzt immer besser, vor allem hatten wir gemerkt das unsere LED Schnittüberwachung noch zu ungenau ist um auf "Null" zu fahren. Ich hab dann angefangen meinem Fahrer den Average Speed vom TerraTrip auf die Kommastelle genau vorzulesen. Das machte sich bezahlt - Tageswertungsergebnis vom Freitag: 21.Platz von 67 Autos noch im Wettbewerb.

    Und wieder Strafpunkte wegen Auslassens einer DK, aber das hatten wir schon.

    Highlight war noch die die GLP 27 "Col de Bleine" bei Nacht und Nebel, so muss Monte sein, man sah nicht wirklich viel, aber der Gedanke das hier schon die Weltspitze der Rallyewelt darübergefahren ist, wird für mich unvergesslich bleiben.

    In meinem normalen Umfeld zeigen die mir sowieso einen Vogel - da bezahlt man eine Schweinekohle um Nachts im dichten Nebel über einen Bergpaß zu fahren, deshalb erzähle ich das auch nur hier im Forum. die meisten wissen schon was ich meine.

    Ebenso die Schlucht von Aiglun, es herrschte dort kein Nebel, aber es war leider schon dunkel als wir dort ankamen, mir blieb bei halb geöffneten Fenster nur der tolle Sound unseres Fiestas knapp an der Felswand entlang.

    Dann Samstag, mein persönlicher Highlight-Tag. Schon die Prüfungsnamen machten mir eine Gänsehaut: GLP 29 "Col de la Madone, GLP 30 "Col de Castelion-Sospel", "Col de Langan, San Romolo usw.

    Wetter war jetzt frühlingshaft, gute Sicht, Wegfindung war gut, aber teilweise sehr schlechte Strassen in Italien, viele Schlaglöcher, auch in den Prüfungen und teilweise sehr eng.

    Wir verfeinerten weiter unsere Fahrweise mit dem Schnitt vorlesen und dann kam die vorletzte Prüfung, wir waren gut unterwegs, in einer Rechtskehre kam uns ein Einheimischer entgegen und schneidet so die Kurve, das uns kein Platz blieb und - Bumms - Ecke Fiesta links in Kotflügel BMW links. Ich nehme es vorweg, Fiesta: Halter vom Zusatzscheinwerfer links verbogen und Haubenschanier verzogen, BMW: Kotflügel platt.

    Nachdem sich nach 3 Minuten der Fahrer des BMW beruhigt hatte und mein Fahrer ihm erklärte, wer wo auf der Strasse fahren muß, war das Problem gelöst, aber die gute WP Platzierung die war natürlich im Eimer.

    Im Ristorante "Dall´Ava" in Romolo gabs auf den Schreck erstmal eine erstklassige Lasagne, danach folgte die letzte, die Abschlußprüfung GLP 33 nach Perinaldo.

    Dort waren wir 8. im Gesamt und wir fuhren anschließend zufrieden nach Monte-Carlo.

    Dort herrschte ein Verkehrschaos, bis wir endlich am Hafen ankamen.

    Es war geschafft, 1950 Kilometer lagen hinter uns, zum zweiten Mal war ich in Monte-Carlo mit unserem Fiesta der außer einem ausgeschlagenen Spurstangenkopf keine weiteren Wehwehchen hatte.

    Er hat auf der gesamten Tour kein Problem bereitet oder gemuckt, das einzige was wirklich nervt ist der kleine Tank, in Südfrankreich und auch in Italien kann das zu Problemen führen, deshalb haben wir immer zwei gefüllte Reservekanister dabei.

    Bei 35 Liter Tankinhalt und ca 12-13 Liter Verbrauch muß man die Distanzen zwischen den Tankstellen im Süden gut planen.

    Am späten Nachmittag waren wir dann zurück in Cannes in unserem Hotel.

    Am Abend zur Siegerehrung kam nochmal große Freude auf, als wir sahen, das wir den 21. Gesamtplatz vom Freitag trotz des Unfalls nicht verloren haben. Somit waren wir im ersten Drittel, es kamen 67 Autos ins Ziel und wir bekamen insgesamt 790 Strafpunkte. Gefreut hat uns auch noch, das wir in der Mannschaftswertung mit der RG Düren den dritten Platz erreicht hatten. Innerhalb der Mannschaft waren wir zweiter nach dem Holger im Alfasud.

    Die Histo-Monte 2022 war damit vorbei, es hat einen Riesenspaß gemacht, wieder tolle Leute kennengelernt und durch eine grandiose Landschaft gefahren.

    Bedanken muß ich mich als allererstes bei meinem Chef und Fahrer Helmut Hess, der mit seinen 71 Jahren immer noch Spaß an der Sache hat und ich mit ihm das alles erleben darf, meiner Frau Iris, die das alles wie immer unterstützt und mir bei der Vorbereitung hilft, Thomas und Andrea, die uns begleiteten, falls mal was passieren sollte und unseren Mannschaftkollegen Hanns und Resi im Opel Commodore und Stephan und Udo im Subaru Impreza.

    Die Vorbereitungen für die nächste Veranstaltung laufen schon, im August geht es im Rahmen des "Olympia Rallye Revival 2022" von Kiel rund 2300 Kilometer nach München, bis dahin Gruss Jörg

    Nach einer Woche wieder zu Hause finde ich endlich Zeit um von der diesjährigen Histo_Monte zu berichten...

    Nach unseren Erfahrungen aus der Ypres Historic Regularity 2021, wurde der Fiesta zur Histo-Monte 2022 nochmals etwas modifiziert. Das betraf in erster Linie Beleuchtung und Kühlung. Da wir in Ypern teilweise mehr schlecht als recht nachts bei starkem Regen durch die Gegend gefahren sind (zu schwaches Licht) wurden danach zwei ordentliche LED Zusatzscheinwerfer von Hella in klassischer Optik montiert.

    Der Serienkühler wurde bei einer Kühlerbaufirma in MG-Rheydt durch einen kompletten Neubau ersetzt. Der ist jetzt vollständig aus Metall mit größeren Wasserkästen (dadurch mehr Wasserinhalt) und mit einem Hochleistungsnetz versehen.

    Danach folgten noch einige Testfahrten, vor allem bei Dunkelheit. Nach einer abschließenden Inspektion wurde dann das Auto zur Abfahrt nach Rothenburg verladen.

    Dann kam der erste Schock, als uns der Veranstalter per EMail kurzfristig mitteilte, das alle Teilnehmer als erstes in Rothenburg einen Schnelltest machen müssen, weil man ohne diesen das Rathaus zur Dokumentenabnahme nicht betreten darf.

    Wir sind mit gemischten Gefühlen dann Montagmorgen aufgebrochen, immer im Hinterkopf, was passiert wenn einer von uns Positiv getestet wird. Nicht auszudenken. Dort Mittags angekommen, war das dann der erste Schritt - zum Testzentrum. Dieses war 3 Stunden ausschließlich für die Teilnehmer geöffnet, aber die Orga war trotzdem leicht chaotisch. Egal, ich mach es kurz, wir waren beide negativ getestet, Puuh, erstmal durchatmen, der Rest war dann relativ schnell erledigt.

    Doku-Abnahme, danach zum TÜV-Süd, Startnummern aufkleben, GPS Tracker wird eingebaut und technische Abnahme auf der Prüfbahn. Beim warten auf den TÜV habe ich mir schonmal die beiden Roadbooks (120 und 200 Seiten stark) angesehen.

    Aus der Erfahrung unserer letzten Histo-Monte vor 3 Jahren, war mein Ansinnen, das ich alle Strecken im Hotel bis Dienstagnachmittag markiere, womit ich dann direkt Montagabend am Hotelschreibtisch angefangen habe. Dienstag stand dann noch die Eichstrecke und das Fahrerbriefing mit Lehrgang auf dem Programm. Es war jetzt halb vier, ich hab mich noch ne halbe Stunde auf Bett gelegt, Roadbook 2 war noch nicht fertig, ich hatte das abgebrochen, weil ich nach 4 Stunden vormittags Strecken markieren nur noch Landkarten vor Augen hatte.

    Dann endlich, die Anspannung steigt, es geht auf 17 Uhr zu und zum Prolog, ca. 105 Kilometer lang mit 3 GLP´s.

    Alles lief gut, Licht hervorragend, Trip funktionierte super, Wegfindung bei Dunkelheit auch (ich hatte die drei GLP Prüfungen in Chinesen umgeschrieben).

    In der letzten GLP sind wir trotzdem einmal kurz in einer Rechtskurve in ein Gehöft abgebogen, da waren wir nicht alleine, das ist einigen auch passiert, was ich an den Bremsspuren vor der Kurve gesehen habe.

    Aber sonst war alles für uns okay. Zurück nach Rothenburg, sofort ins Hotel und weiter Roadbook fertig machen. Dann spät kamen Online die Ergebnisse vom Prolog. Platz 25 von 67 Autos, da waren wir zufrieden und ich erleichtert, das sich meine ganze Vorbereitung soweit ausgezahlt hat.

    Die Nacht war kurz, ich hatte schlecht geschlafen, denn ich war schon voll im Rallye-Modus. Dieses Phänomen hatte ich schon in Ypern, ich ging mit Rallye im Kopf abends ins Bett und wachte morgens sofort mit Rallye im Kopf wieder auf. Während der Fahrer noch pennt, denke ich schon daran: Frühstück-wie lange?, Aus- Checken aus Hotel, Klamotten ins Auto, dann dem Hausmeister des Hotels bescheid sagen das er um sieben Uhr den Stellplatz am Hotel aufschließt, denn unsere Startzeit war 8:02 Uhr.

    Also, Fahrer wecken, aufstehen, Frühstück, zum Auto, alles verstauen, Startpilot, Motor starten, und los zum Marktplatz um die Aufstellung nach Startnummern zu nehmen.

    So ging unser Abenteuer los, nach ca. 280 Kilometern kamen wir zum Mittagessen und Regrouping in Freudenstadt an. Die Autos parkten dort auf dem größten Marktplatz Deutschlands eng beieinander, tolles Wetter, viele Leute die sich interessierten und es gab gutes Essen gegenüber vom Marktplatz.

    Nach dem Restart dann für mich das erste Highlight des Tages. Die Ortsdurchfahrt mit Halt in Haslach im Kinzigtal und die beiden noch verbleibenden Prüfungen des Tages - Berg Kandel und Schauinsland.

    In Haslach war ein 20minütiger Halt eingeplant, und ich hab mich sehr gefreut das der Andreas, den ich hier aus dem Rallye-Mag Forum kenne, jetzt persönlich getroffen habe, Der hatte sich sich aus seinem Wohnort aus auf die Socken gemacht um das Starterfeld in Haslach zu sehen und um uns zu treffen.

    Der kurze Halt war dann vorbei und es ging zum Berg Kandel. Ich hatte so richtig Bock auf Schnee und Eis, aber die Strecke war frei und nur nass. Freundlicherweise hatte mir das der Andreas schon in Haslach erzählt. Die darauffolgende Prüfung "Schauinsland" ging auch ohne Schnee über die Bühne. Dort waren wir 24. von 67 und so beendeten wir den Tag als 32. im Gesamt.

    Am nächsten Morgen in Freiburg, der erste Blick auf die Startzeiten und das Klassement, wieder Strafpunkte kassiert weil wir geheime DK´s nicht angefahren sind, ich bin ehrlich, ich und mein Fahrer wir haben auch keine gesehen. Das ist ein Problem das wir unbedingt angehen müssen. Ich möchte weiter nach vorne kommen!

    Donnerstagmorgen ging es dann für uns um 7:30 Uhr los, erstmal eine Tankstelle anfahren, bevor es zur 14. GLP ging. Dort waren wir 16. von 67 und danach ging nach Rheinfelden zur Schweizer Grenze. Dort durften die Rallyeautos, wie schon vor drei Jahren, über die historische Brücke fahren, viele Zuschauer waren da, das Wetter war gut. Durch die Schweiz fährt man ohne Prüfungen nur durch, bis auf eine DK in St. Ursanne. Dort gabs einen leckeren Espresso und danach weiter Richtung Frankreich.

    Dann kam die Situation, wo Freude und Ärger nahe beieinander liegen. Erstmal Freude: GLP 17 "Col de la Republique" 9. im Gesamt. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht als wir zum Mittag am LeLac in Malbuisson ankamen. Mit Blick auf die Uhr hatte ich es schon befürchtet das wir dort zu spät waren. Wir sind immer zügig im Rahmen der Geschwindigkeitsbeschränkungen unterwegs gewesen, haben nicht getrödelt, aber wir haben nochmals tanken müssen und haben ca 14 - 15 Minuten in einer Stadt vor Malbuisson im Stau gestanden. Die Jungs an der ZK im Hotel LeLac sagten mir, das etliche Autos dort zu spät waren und ich dachte, okay, vielleicht geben sie bei so vielen Autos zu spät noch Zeit drauf, eben weil wir nicht die einzigsten waren.

    Ja, Pustekuchen, am nächsten Morgen dann die Ernüchterung, über 10 Autos haben wegen zu spät kommen an der ZK Strafpunkte kassiert. Wieder was gelernt - beim nächsten Mal mach ich einen schriftlichen Einspruch zur Überprüfung. Jetzt war es dafür zu spät. Es kann nicht sein, das man auf den Verbindungsetappen ordentlich Gas geben muss um das Zeitfenster zu schaffen. Ohne den Stau wären wir und sicherlich andere auch pünktlich gewesen. Egal, abgehakt, den Donnerstag beendeten wir als 28. von 67 Fahrzeugen.

    So ich mach jetzt Schluss, ist spät - morgen dann der zweite Teil "Wie ist es gelaufen?"

    Ich hab noch nie so gerne die französische Nationalhymne geliebt wie heute und 2017 "Ogier, neuer Fiesta und Monte", was für ein schöner Tag für einen Ford-Fan wie mich, Anfang der Woche hab ich noch auf meiner Arbeit gesagt - einer wird auf alle Fälle auf dem Treppchen stehn, und das wird Ogier sein - das war für mich ganz klar - und dann wäre es schön, wenn die zwei anderen Plätze von M-Sport Fahrern besetzt wären, -dass das heute eintritt hab ich ehrlicherweise nicht mit damit gerechnet. Ganz toll auch die Isabelle Galmiche, die hat einen super Job gemacht und die hat sich auch riesig gefreut, genauso wie der Malcolm Wilson, beim Interview merkt man, das ist ein leidenschaftlicher Racer, stellt 4 Autos auf die Räder und gewinnt das Ding, bitte Malcolm - überrede doch den Loeb, die ganze Saison zu fahren - ich denke die Chancen auf noch einen Titel stehen nicht schlecht.

    Gruss Jörg

    Ja, heute haben wir das Auto auf der Hebebühne von unten inspiziert, sah soweit ganz gut aus.

    Radlager hinten rechts hat Spiel und macht Geräusche, der Unterfahrschutz hat ne Beule, der Abschlepphaken (ist am Motorträger angeschweißt) ist stark verbogen, (wir haben ja gefühlt 120mal aufgesetzt) und einen Wassereimer voll mit Grasbüscheln, Lehm, Sand, Kieselsteine aus dem Motorraum und dem Unterfahrschutz geholt, da war langes Gras um die Achswelle gewickelt, morgen Nachmittag ist dann Großreinemachen angesagt.

    Gruss Jörg

    Teil 2 - der Samstag: 7:00 Uhr geht der Wecker, ich hatte schlecht geschlafen, Online die Startzeit gecheckt, die war 9:10 für uns, Waschen, Anziehen, Frühstück, dann wie gehabt 8:40 Uhr zum HQ, Roadbook holen, Schnitte eintragen und um 9:00 zum Auto, es hatte nicht gefroren, war aber nasskalt mit Fisselregen. Der Motor wieder nur mit Startpilot zum Laufen gebracht, innen alles klamm im Auto mit beschlagenen Scheiben. Es ging dann über das Podium aus Ypern raus auf die Autobahn Richtung Region Hennegau - ja und dann auf einmal mein gewünschtes Wetter, Schneefall. Die erste Prüfung, draußen alles weiß, Schnitt ab Start gefordert 50 km/h, geht gar nicht, aber los. Das Auto ausgerüstet mit Vredestein Winterreifen , Straßenlage einmalig, Traktion sehr gut, Feldwege schön mit Schneepratsch und Schlamm belegt, teilweise brutales Kopfsteinpflaster, lange tiefe Pfützen mit unsichtbaren Schlaglöcher drin wo es ordentliche Schläge gibt das ich immer Angst um die Querlenker, Achswellen und Reifen habe. Aber der Fiesta steckte alles klaglos weg. In engen Linkskurven verschluckt er sich manchmal, aber sonst alles gut. Der Vormittag dann im Schnelldurchlauf: durch die nächste Stage fährt vor uns ein Bauer mit Traktor in die Prüfung rein, wir so ca. 2 Kilometer mit 30 km/h hinterher, Schnitt ist 50, also Prüfung abhaken, nächste Stage, hat in einer engen Rechtskurve ein 914er Porsche die Strecke in Richtung Bäume verlassen, keiner steht am Auto draußen, kein O.K. Schild, wir halten an und fragen ob Hilfe nötig ist, nein, alles okay, toll -schnitt und Prüfung im Eimer. Übernächste Prüfung, wieder Rechtskurve, ein Alfa vor uns im Graben, Platz wäre für uns genug da gewesen wenn da nicht der Servicewagen von denen auf der Strecke rangiert hätte um ihn zu bergen, Lang-Chassis Ducato keine Chance vorbeizukommen, also warten bis die fertig sind, ich bin jetzt langsam genervt und werde sauer, die SS 18 danach gecancelled warum auch immer, ich freu mich jetzt gegen 14:30 auf das Mittagessen und die 1 Stunde, 30 Minuten Regrouping. Essen war super lecker, alles Fingerfood und dann in Belgien der Nachtisch mit einer Tasse Kaffee und schon bin ich wieder motiviert. Draußen dann wieder Timecontrol mit Abfahrzeit und los. Ich hatte ja gedacht, dass wegen des schlechten Wetters die "Exceptional Conditions" Average Speeds ( da sind die Schnitte niedriger) zur Anwendung kommen, aber weit gefehlt, der Veranstalter hat alles mit "Normal Conditions" weiterlaufen lassen, ja toll für mich, mein Fahrer muss weiterhin richtig Stoff geben, aber der hat 5o Jahre Rundstrecke auf dem Buckel, der kann das - es fühlt sich halt an wie bei einer richtigen Rallye. Dann der Höhepunkt: "Closed Road Stage" Mydibel-Lavano SS22, ein Rundkurs auf einem großen Gelände einer Recycling Firma, es ist mittlerweile dunkel, aber es gibt Flutlichtbeleuchtung. Aufgabe: 3 1/2 Runden um ein Gebäude herum zwischen Recyclingbergen mit Material Slalom fahren, ein Schotterstück steil bergab mit großen Wasserpfützen, aber kein klares Regenwasser, nein weiss/graue Dreckbrühe, was will ich mehr. Nach der dritten vollen Runde muss man das Gelände auf der gegenüberliegenden Seite verlassen, fliegend durchs Ziel und -- wir sind 24 zigster von 67, das hat richtig Laune gemacht. Danach gab es noch 4 Schnittprüfungen und dann auf der letzten, der SS 26, kam noch der Faktor Chaos mit dazu. Wir fahren, alles lief gut, Schnittanzeige im grünen Bereich, der Chinese zeigt eine weite Rechtskurve an, in der Kurve außen eine Scheune und links abbiegen. Aber wo? erstmal 3 Autos daran vorbei, bis unten zur Hauptstraße, "Ende Strasse" gibts aber lt. RoadBook nicht, also wenden und wieder zurück - jetzt mit Gegenverkehr, ich glaube keiner hat den Abzweig gesehen. Als wir jetzt in Gegenrichtung an die besagte Stelle kommen, sah man warum - da ging ein ganz schmaler Weg zwischen 2 Scheunen hindurch und das wäre Richtig gewesen , ja gewesen. Die Scheunen waren so versetzt angeordnet, das man in der Dunkelheit die hintere perspektivisch von vorne gar nicht gesehen hat. Ich weiß nicht wie viele da vorbei geknallt sind. Es war jetzt auch egal, wir waren happy die Veranstaltung in Wertung und heil beendet zu haben, das Endergebnis spiegelt das hohe und anspruchsvolle Niveau wieder, es sind viele ausgefallen, die Favoriten der letzten 2 Jahre waren diesmal nur im Mittelfeld - aber es hat richtig Bock gemacht und ich freu mich jetzt auf die Histo-Monte im Februar und die Olympia72 Revival im August. Wieder zurück in Ypern wurde es für mich nochmal emotional, der Podiumssprecher kündigt uns an: " Da komme de duitse Jongens mit der prachtige Fiesta". Es waren Zuschauer da die winkten uns Deutschen zu, und das in Ypern, wo vor über 100 Jahren die Deutschen keine Heldentaten vollbracht haben, -was da passiert ist, das darf man nie vergessen. Vergessen darf ich auch nicht meinem Chef und Driver Helmut Hess zu danken, das er sowas macht und daran Spaß hat und ich das erleben darf und meiner Frau zu danken, die mich immer in allem was ich mache unterstützt und sagt "Mach das"

    Gruss Jörg

    Hallo, ja wie versprochen folgt der Bericht von der diesjährigen Ausgabe der Ypreshistoricregularity 2021. Wie ich schon berichtet habe, kam ja vom Veranstalter die Ankündigung mit der "Light Version" ohne Sonntag. Ich kann es vorweg nehmen, es hat der Veranstaltung überhaupt keinen Abbruch zugefügt, im Gegenteil, der Kampf wird natürlich vor allem für die Spitzenleute härter, weil weniger Prüfungen. Ich persönlich hatte mir im Vorfeld folgendes gewünscht: mal richtig Rallyewetter mit Regen, Schlamm, Dreck, vielleicht Eis und Schnee, eben alles was eine gute Rallye ausmacht....bei Sonne und trocken kann jeder. Da ich die Veranstaltung ja schonmal als Teilnehmer erlebt habe, war ich diesmal etwas entspannter, weil ich ja jetzt wusste was so ablaufmäßig in punkto Doku Abnahme usw. auf mich zukommt. Wir hatten bei uns zu Hause das Wochenende vorher Testfahrten gemacht, wo wir den Tripcomputer genau geeicht haben und die Verständigung zwischen Fahrer und Beifahrer verbessert haben, was wir dann auch gut umsetzen konnten. Freitag also 11:12 punktgenau Dokumentenabnahme danach technische Abnahme, Tripstrecke abfahren, 2mal Shakedown fahren, Tanken, Auto spätestens 16:00 Uhr im Startpark, 16:30 Briefing im HQ diesmal in Englisch, da hab ich wenigstens die hälfte mitbekommen, nicht so wie letztes mal in flämisch gar nichts mitbekommen, 17:00 ist Startzeitenliste raus, wann geht es los? Um 18:55 war unsere Startzeit, d.h. es gibt das Roadbook dann punktgenau um 18:25 Uhr 3o Minuten vorher. Dann müssen noch die Schnitte eingetragen werden für alle 9 Stages am Freitag und dann los zu Auto. 10 Minuten vor Startzeit darf man ans Auto. Als ich aus dem RallyeHQ rauskam wurde mein erster Wunsch erfüllt, ordentlicher Regen. Im Auto, Motor an, Scheiben von innen wischen, 18:55 auf Startpodium (auf dem schönen Marktplatz in Ypern meiner Rallyelieblingsstadt) und los. Erste Prüfung die SS1 war eine Closed Road Stage, wo volle Lotte auf Bestzeit gefahren wird ohne Chinesen, nur auf Skizze im Roadbook und auf Sicht, war nicht so lang (schade) knapp 2 Kilometer, aber wir waren dort schonmal 32 zigster von 76 mit einem 1300er Auto. Die nächsten Prüfungen brachten die erste Ernüchterung - Licht ist zu schwach. Bei den Testfahrten in Dunkelheit aber ohne Regen und mit Fremdbeleuchtung durch Straßenlaternen war das Licht mit 4 Zusatzscheinwerfern super, was sich aber jetzt schlagartig änderte auf Feldwegen im Acker ohne jegliche fremden Lichtquellen und jetzt aufkommenden Starkregen (Gut). Aber egal, man muss das beste draus machen und immer weiter. In SS3 waren wir 69zigster von 76 und vor unserem zweiten deutschen Team die auch noch in unserer Hubraumklasse mitfuhren. Das hob meine Stimmung weil es ja gut klappte, die hohen Schnitte teilweise 50 km/h, waren bei diesen Bedingungen für uns gar nicht zu erreichen, macht aber Spass weil immer volles Rohr. Vernünftigerweise haben wir uns darauf geeinigt, dass Auto und uns heil und in Wertung (wichtig) ins Ziel zu bringen. Dann kam noch ein erwähnenswerter Streckenteil am Freitagnacht bei Starkregen (siehe YT Video Highlights Friday) . Der Chinese zeigt einen "Links Spitzabzweig vor Brücke eng" an, wir sind zügig auf einem Wirtschaftsweg mit Betonplatten etwa 2 wagenbreit unterwegs, vor dem Linksabzweig seh ich dass das Bankett rechts neben der Betonfahrbahn so ca 10 Zentimeter ausgefahren ist. Wir mussten aber weit ausholen, da wir durch die Lenkeinschlagbegrenzer einen etwas größeren Wendekreis haben. Als wir in der Anbremszone mit dem rechten Vorderrad auf das Bankett kommen, setzten wir voll mit dem Unterfahrschutz (Gott sei ihm Dank) auf, und sind so ein- zwei Wagenlängen schön auf der Betonkante geschliddert, was für jede Ölwanne den sicheren- und für den Motor den sofortigen Tod bedeutet hätte (das Auto hat auch noch einen Motortieferlegungssatz) eingebaut. Auf dieser Stage waren wir 67 zigster von 73 uns alles noch heil !! Ich war zufrieden und hatte Spaß, weil Regen .... usw. In der letzten Freitagnacht Stage der SS9 dann wieder sofortige Depri-Phase, auf der Verbindung zum Start haben wir uns in völliger Dunkelheit verfahren und man glaubt es kaum, den Start nicht gefunden, ich war über mich selber stinkig, aber was will man machen, wir haben gewendet, wieder zurück (super, jetzt stimmt die Kilometrierung nicht mehr), die Anfahrt nochmal nach Chinesen abgefahren, aber bei Kilometer "soundso" kam nicht der gesuchte Abzweig zu Start, anhalten, Fenster runter - Mist man muss doch irgendwo Motorgeräusche hören und Scheinwerferkegel sehen , nichts dergleichen - ich dreh durch, ich sag, egal fahr mal einfach irgendwie weiter. Auf einmal kommt von links aus einem Feldweg ein 911er vor uns in unsere Fahrbahn und beschleunigt stark, das wir kaum folgen können. Da sind wir doch tatsächlich ohne es zu merken in die Prüfung reingefahren und auch durchs Ziel der Prüfung gefahren, aber ohne den Start zu absolvieren - was der Veranstalter gar nicht gerne sieht und es Strafpunkte hagelt. Okay, Leg 1 ist gelaufen, ich vermute mal das wir uns viel früher schon in der Anfahrt verhaspelt haben, aber wir waren nicht die langsamsten und das Auto blieb heil. Aber ich weiß jetzt auch warum auch bei einer RegularityRallye meistens PS- starke Autos vorne sind. Als wir hinter dem Porsche her sind, hab ich gesehen, nach einer engen Kurve z.B. braucht der nur mal kurz so 50-70 Meter Vollgas geben, und sofort wieder im Schnittfenster. Mit einem schwächeren Wagen jagst du wie ein Irrer immer hinter der Schnittzeit her, auf Geraden oder weiten Kurven ist das kein Problem, aber wenn es eng und kurvig wird, fällt der Schnitt rapide ab und du bekommste es kaum noch aufgeholt. So, es ist spät, morgen geht es weiter, wie es Samstag gelaufen ist.

    Eben um 19:55 Uhr kam eine Email vom Veranstalter aus Belgien, die Veranstaltung wird eingekürzt, der Sonntag entfällt komplett, das Ganze endet am Samstag-Abend. Die belg. und franz. Behörden erlauben nur eine maximale Länge von 48 Stunden zwischen Papierabnahme und Ende der Rallye. Schade Gruss Jörg

    Seit heute Mittag ist das Notice-Board auf der Website des Veranstalters online für die Teilnehmer, Zeitplan ist erstellt, Startnummern sind zugeteilt und die Zeiten für den Admin.-Checkin und die technische Abnahme sind ebenfalls angegeben, ja dann geht es am Donnerstag los, Freitag ist nach der techn.Abnahme noch ein sog. Shakedown, da kann man noch mal alles üben und testen und die Strecke für die Eichung des Trip Computers, und dann ist ab 18:00 der Start in Ypern auf dem großen Marktplatz.

    Gruss Jörg