Beiträge von J.-M.

    Hallo, ja wie versprochen folgt der Bericht von der diesjährigen Ausgabe der Ypreshistoricregularity 2021. Wie ich schon berichtet habe, kam ja vom Veranstalter die Ankündigung mit der "Light Version" ohne Sonntag. Ich kann es vorweg nehmen, es hat der Veranstaltung überhaupt keinen Abbruch zugefügt, im Gegenteil, der Kampf wird natürlich vor allem für die Spitzenleute härter, weil weniger Prüfungen. Ich persönlich hatte mir im Vorfeld folgendes gewünscht: mal richtig Rallyewetter mit Regen, Schlamm, Dreck, vielleicht Eis und Schnee, eben alles was eine gute Rallye ausmacht....bei Sonne und trocken kann jeder. Da ich die Veranstaltung ja schonmal als Teilnehmer erlebt habe, war ich diesmal etwas entspannter, weil ich ja jetzt wusste was so ablaufmäßig in punkto Doku Abnahme usw. auf mich zukommt. Wir hatten bei uns zu Hause das Wochenende vorher Testfahrten gemacht, wo wir den Tripcomputer genau geeicht haben und die Verständigung zwischen Fahrer und Beifahrer verbessert haben, was wir dann auch gut umsetzen konnten. Freitag also 11:12 punktgenau Dokumentenabnahme danach technische Abnahme, Tripstrecke abfahren, 2mal Shakedown fahren, Tanken, Auto spätestens 16:00 Uhr im Startpark, 16:30 Briefing im HQ diesmal in Englisch, da hab ich wenigstens die hälfte mitbekommen, nicht so wie letztes mal in flämisch gar nichts mitbekommen, 17:00 ist Startzeitenliste raus, wann geht es los? Um 18:55 war unsere Startzeit, d.h. es gibt das Roadbook dann punktgenau um 18:25 Uhr 3o Minuten vorher. Dann müssen noch die Schnitte eingetragen werden für alle 9 Stages am Freitag und dann los zu Auto. 10 Minuten vor Startzeit darf man ans Auto. Als ich aus dem RallyeHQ rauskam wurde mein erster Wunsch erfüllt, ordentlicher Regen. Im Auto, Motor an, Scheiben von innen wischen, 18:55 auf Startpodium (auf dem schönen Marktplatz in Ypern meiner Rallyelieblingsstadt) und los. Erste Prüfung die SS1 war eine Closed Road Stage, wo volle Lotte auf Bestzeit gefahren wird ohne Chinesen, nur auf Skizze im Roadbook und auf Sicht, war nicht so lang (schade) knapp 2 Kilometer, aber wir waren dort schonmal 32 zigster von 76 mit einem 1300er Auto. Die nächsten Prüfungen brachten die erste Ernüchterung - Licht ist zu schwach. Bei den Testfahrten in Dunkelheit aber ohne Regen und mit Fremdbeleuchtung durch Straßenlaternen war das Licht mit 4 Zusatzscheinwerfern super, was sich aber jetzt schlagartig änderte auf Feldwegen im Acker ohne jegliche fremden Lichtquellen und jetzt aufkommenden Starkregen (Gut). Aber egal, man muss das beste draus machen und immer weiter. In SS3 waren wir 69zigster von 76 und vor unserem zweiten deutschen Team die auch noch in unserer Hubraumklasse mitfuhren. Das hob meine Stimmung weil es ja gut klappte, die hohen Schnitte teilweise 50 km/h, waren bei diesen Bedingungen für uns gar nicht zu erreichen, macht aber Spass weil immer volles Rohr. Vernünftigerweise haben wir uns darauf geeinigt, dass Auto und uns heil und in Wertung (wichtig) ins Ziel zu bringen. Dann kam noch ein erwähnenswerter Streckenteil am Freitagnacht bei Starkregen (siehe YT Video Highlights Friday) . Der Chinese zeigt einen "Links Spitzabzweig vor Brücke eng" an, wir sind zügig auf einem Wirtschaftsweg mit Betonplatten etwa 2 wagenbreit unterwegs, vor dem Linksabzweig seh ich dass das Bankett rechts neben der Betonfahrbahn so ca 10 Zentimeter ausgefahren ist. Wir mussten aber weit ausholen, da wir durch die Lenkeinschlagbegrenzer einen etwas größeren Wendekreis haben. Als wir in der Anbremszone mit dem rechten Vorderrad auf das Bankett kommen, setzten wir voll mit dem Unterfahrschutz (Gott sei ihm Dank) auf, und sind so ein- zwei Wagenlängen schön auf der Betonkante geschliddert, was für jede Ölwanne den sicheren- und für den Motor den sofortigen Tod bedeutet hätte (das Auto hat auch noch einen Motortieferlegungssatz) eingebaut. Auf dieser Stage waren wir 67 zigster von 73 uns alles noch heil !! Ich war zufrieden und hatte Spaß, weil Regen .... usw. In der letzten Freitagnacht Stage der SS9 dann wieder sofortige Depri-Phase, auf der Verbindung zum Start haben wir uns in völliger Dunkelheit verfahren und man glaubt es kaum, den Start nicht gefunden, ich war über mich selber stinkig, aber was will man machen, wir haben gewendet, wieder zurück (super, jetzt stimmt die Kilometrierung nicht mehr), die Anfahrt nochmal nach Chinesen abgefahren, aber bei Kilometer "soundso" kam nicht der gesuchte Abzweig zu Start, anhalten, Fenster runter - Mist man muss doch irgendwo Motorgeräusche hören und Scheinwerferkegel sehen , nichts dergleichen - ich dreh durch, ich sag, egal fahr mal einfach irgendwie weiter. Auf einmal kommt von links aus einem Feldweg ein 911er vor uns in unsere Fahrbahn und beschleunigt stark, das wir kaum folgen können. Da sind wir doch tatsächlich ohne es zu merken in die Prüfung reingefahren und auch durchs Ziel der Prüfung gefahren, aber ohne den Start zu absolvieren - was der Veranstalter gar nicht gerne sieht und es Strafpunkte hagelt. Okay, Leg 1 ist gelaufen, ich vermute mal das wir uns viel früher schon in der Anfahrt verhaspelt haben, aber wir waren nicht die langsamsten und das Auto blieb heil. Aber ich weiß jetzt auch warum auch bei einer RegularityRallye meistens PS- starke Autos vorne sind. Als wir hinter dem Porsche her sind, hab ich gesehen, nach einer engen Kurve z.B. braucht der nur mal kurz so 50-70 Meter Vollgas geben, und sofort wieder im Schnittfenster. Mit einem schwächeren Wagen jagst du wie ein Irrer immer hinter der Schnittzeit her, auf Geraden oder weiten Kurven ist das kein Problem, aber wenn es eng und kurvig wird, fällt der Schnitt rapide ab und du bekommste es kaum noch aufgeholt. So, es ist spät, morgen geht es weiter, wie es Samstag gelaufen ist.

    Eben um 19:55 Uhr kam eine Email vom Veranstalter aus Belgien, die Veranstaltung wird eingekürzt, der Sonntag entfällt komplett, das Ganze endet am Samstag-Abend. Die belg. und franz. Behörden erlauben nur eine maximale Länge von 48 Stunden zwischen Papierabnahme und Ende der Rallye. Schade Gruss Jörg

    Seit heute Mittag ist das Notice-Board auf der Website des Veranstalters online für die Teilnehmer, Zeitplan ist erstellt, Startnummern sind zugeteilt und die Zeiten für den Admin.-Checkin und die technische Abnahme sind ebenfalls angegeben, ja dann geht es am Donnerstag los, Freitag ist nach der techn.Abnahme noch ein sog. Shakedown, da kann man noch mal alles üben und testen und die Strecke für die Eichung des Trip Computers, und dann ist ab 18:00 der Start in Ypern auf dem großen Marktplatz.

    Gruss Jörg

    Heute bekam ich vom Organisator "Super Stages" aus Belgien so eine Art "Appetitmacher" auf die kommende Veranstaltung. Er schreibt - ich zitiere: " Die Herausforderung wird noch größer, die Organisation hat viele Veränderungen realisiert. Die Herausforderung für die Teilnehmer wird noch größer, da die Anzahl der RT´s erhöht wird. Der vorläufige Zeitplan sieht nicht weniger als 40 Reg. Stages vor. Von Freitagabend bis Sonntagmittag führt die Rallye in bisher noch nicht besuchte Regionen in denen schöne Etappen abgesteckt sind. Jeder Rallyetag beinhaltet eine Prüfung auf abgesperrten Strassen , kein einfacher Slalom, sondern drei volle "geschlossene Strassenetappen" in Reihe. Aufgrund der Absage in vergangenen Jahr stehen bereits 70 Teams die sich zu diesem Zeitpunkt angemeldet hatten auf der diesjährigen Nennliste." - Ich finde das hört sich sehr gut an. Meinem Fahrer muss ich noch einbläuen, halte dich von den tiefen Gräben auf den Wirtschaftswegen fern, das Auto muss heilbleiben, denn wir haben noch für Histo-Monte und Olympia Revival nächstes Jahr genannt. Gruss Jörg

    Heute hat es endlich nach vielen Versuchen auch mit der "One Event Licence" für diesen Veranstaltung geklappt, die man beim RACB beantragen muss, jeweils für Fahrer und Co. Dokumentenseitig ist jetzt alles in Butter, also abwarten. Mitte November wird nochmal an einigen Abenden bei Dunkelheit "getestet" damit wir nach der langen Pause wieder in Form kommen.

    Gruss Jörg

    Das wäre eine super Sache, wenn sie dann so käme. Ein Mann mit "der" Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen, vor allem da mit den neuen Autos in gewisser Weise alle bei "null" anfangen. Loeb hat die 2 Liter WRC Ära geprägt wie kein anderer und ist bei allen Rallyes auf allen Kontinenten dabei gewesen. Ich würde mich für Wilson, M-Sport und Ford freuen, er und Breen würden wieder etwas Spirit ins Team bringen, das kann nur positiv sein. Für mich als Ford-Msport Fan sowieso.

    Gruss Jörg

    Nachdem leider im vergangenen Jahr diese tolle Veranstaltung Corona-bedingt nicht stattfand, hoffen wir das es dieses Jahr klappt. Momentan ist der Veranstalter weder telefonisch noch per Email erreichbar, aber wir sind zuversichtlich hinsichtlich einer Teilnahme. Auf der provisorischen " Entry List" sind wir auf jeden Fall gelistet, Nenngeld ist auch bezahlt, also abwarten. Unsere Teilnahme 2019 bei dieser Veranstaltung hat uns so infiziert, das wir gerne wieder dabei sein wollen. Anders als bei der Histo-Monte, die wir 2019 auch mitgefahren sind, kommt bei der Ypern Veranstaltung für mich als Co so richtiges RallyeFeeling auf, man muss sehr konzentriert sein, nach "Chinesen" nachts zu fahren auf unbekanntem Terrain ist stressig. Bei der Histo Monte konnte ich mir am Vorabend relativ in Ruhe die Strecke im Road-Book markieren und durchgehen, in Ypern bekommt man erst 30 Minuten vor seiner Startzeit das Roadbook ausgehändigt, dann schnell überfliegen, die Fallstricke finden die der Veranstalter da so einbaut und eventuell noch Korrekturen vornehmen wegen geänderter Streckenführung. Doch, wenn der Motor dann läuft, man drinsitzt und über die Startrampe fährt, das ist geil. Gruss Jörg

    In der Ausgabe Heft 06/2021 der Zeitschrift "Sp... A...", das sind die, die immer den Super Test auf der Nordschleife machen, steht ein sehr guter Bericht zu dem Thema "Loeb-Trennung Elena" drin, die haben recherchiert, das - Zitat:" Prodrive die Entscheidung nicht alleine getroffen hätte, ProDrive hätte nicht einmal darüber nachgedacht, wenn Loeb nicht dahintergestanden hätte" - Zitatende, und das steht auch in dem Bericht, dass der frühe Rückstand durch Überbeanspruchung der Reifen und zu schnelles Fahren in einer Ortschaft (mit Strafe) gekommen wäre und nicht durch einen Nav. Fehler von Elena. Ich glaube schon dass das Fahren in der Wüste einen Copiloten ganz anders fordert als in der WRC. Trotzdem hätte ich an seiner Stelle zu meinem Co gehalten - aber ich glaube der ist Pissy weil er in der Wüste nicht mehr die "Nummer eins" ist und ein Sündenbock her muss, er sollte sich mal lieber bei den "alten Hasen" wie z.B. Peterhansel was abgucken, die sind nämlich so erfolgreich weil die "Dakar" schon zig Jahre machen und nicht weil der Beifahrer sich mal geirrt hat. Gruss Jörg

    Das haut mich aber jetzt um, gerade noch Artic auf WRC plus geguckt, und lese jetzt diese traurige Nachricht. Mikkola war einer meiner großen Idole vor allem in der Vor-Audi Zeit. Zuletzt hab ich ihn in Daun gesehen als auch sein World Rallye Escort dort ausgestellt war. Mach´s gut Mister Escort. Jörg

    Super spannende Monte, so muss es sein, alles leider ohne Zuschauer, sieht sehr befremdlich aus, ich hoffe das Neuville den Rovanperä noch knackt und Dritter wird, auf der letzten Prüfung war er ja gigantisch, auf einem Stück Landstrasse 191 kmh das fand sogar Ostberg unglaublich, übrigens macht der bei WRC plus einen super Job. Gruss Jörg

    Herzlichen Dank an Christian Geistdörfer und Walter Röhrl, ihr habt mir einen schönen Sonntagmorgen beschert mit eurem "Interview" um die Geschichten der 1980er Saison. Da man ja in diesen Zeiten viel zu Hause ist und ich noch fast alle Motorsport Zeitungen aus diesen Zeiten habe ist es schön noch einmal darin zu lesen, aber das gesprochene Wort macht es natürlich nochmal viel lebendiger. Vieles ist ja bekannt, aber trotzdem gibt es ja die kleinen Begebenheiten die mir diesmal wieder ein Grinsen ins Gesicht gezaubert haben, wie z.B. die vertauschten Tabletten des Teamarztes bei der San Remo, oder die Motorleistungsdiagramme von Pianta der wusste das es auf Drehmoment und Fahrbarkeit ankommt und nicht auf die Spitzenleistung. Ich hoffe ihr beiden wiederholt das, wenn wieder "runde" Jubiläen anstehen. Gruß Jörg

    Das ist sehr schade, aber von uns schon fast erwartet worden. Jetzt ist unser Fiesta mit dem wir 2019 mitgefahren sind aber dann technische Probleme hatten, der ist jetzt fit (Motor überarbeitet mit etwas mehr Dampf und vor allem mehr Drehmoment) und einsatzbereit. Die Nennung zur YpernHistoricRegularity haben wir auch zurückgezogen, da Belgien jetzt zum Risikogebiet erklärt worden ist. Momemtan ist alles schei......, aber was will man machen. Gruss Jörg

    Ich finde es toll das der Walter mit seinem Christian nach genau 40 Jahren das noch einmal in Angriff nimmt, er liebt ja die Monte. Supertoll wäre es gewesen wenn er einen 131 Abarth zu fahren gehabt hätte, dann wäre die Sache zum Jubiläum perfekt gewesen. Natürlich muss man so ein Auto ja auch erstmal haben. Trotzdem viel Glück den beiden. Gruss Jörg

    Auch von mir mein herzlichstes Beileid den Hinterbliebenen. Hab das eben gelesen und bin tief berührt. Wenn man jahrelang die belg. Meisterschaft verfolgt vor Ort, prägen sich viele Gesichter und Personen ein und man kennt natürlich die Leute vom sehen her. Eine Meisterschaft wird ja auch von genau solchen Persönlichkeiten getragen (als Fahrer), vom Sponsoring ganz zu schweigen. Gruss Jörg

    Mir als Beifahrer und auch meinem Fahrer hat jetzt die Regualrity in Ypern sehr gut gefallen, das lag vor allem an den hohen geforderten Schnitten. Da kommt wie schon beschrieben richtiges Rallyefeeling im Fahrzeug auf, auch auf die Gefahr den Schnitt nicht zu schaffen. Sonntagmorgen war die erste Schnittprüfung SS21 die war 27,4 Kilometer lang mit einer Target Time vom 33.13 mit 16 Schnittwechseln wobei der überwiegende Teil einen Schnitt von 50 und 55 km/h vorschrieb. Am 3 Stellen (an Gehöften vorbei) war eine Tripyzone eingerichtet mit 25 und 30 km/h die auch elektronisch überwachte wurden. Das ist mit einem kleinen Auto nicht zu schaffen (auf dem Geläuf) man schaue sich nur mal die Gesamtliste an, ich glaub über ein drittel aller Fahrzeuge hat nur dort auf der Prüfung die maximale Strafpunktzahl von 600 Punkten kassiert. Wenn man wie wir noch einen Abzweig verpasst um 200 Meter mit Zurücksetzen ist alles sowieso gelaufen. Trotzalledem war diese Prüfung richtig geil mit einem für mich hohen Konzentrationslevel (es geht nur nach Chinesen ohne Auspfeilung plus die ständigen Schnittwechsel) und dem Fahrer der außer in den Tripyzonen immer volle Lotte fahren musste. Das Grundproblem, was der Veranstalter ja so will, ist, das man das Roadbook erst 30 Minuten vor dem Tagesstart in die Hand gedrückt bekommt und man kaum es in der Zeit schafft die Schnittwechsel zu den Distanzen im Roadbook zu vermerken, vom Entdecken von Umblätterfallen ganz zu schweigen, so kommt es nämlich zu dem verpassen von Abbiegungen. Aber das ist alles vollkommen egal, es hat riesig viel Spass gemacht und mal die Prüfungen die ich sonst nur als Zuschauer kenne mal aus der Inboard Perspektive zu sehen und zu erleben war toll. Gruss und allen ein schönes WE und ein schönes Weihnachtsfest - Jörg